DER SPRUNG INS KALTE WASSER

DEMIAN gingen als beste Emergenza Band Ost ins Renne auf dem Taubertal Festival. Eine Band an der RUSH ihre Freude hätten und viele Musiker an den Fingerfertigkeiten verzweifeln würden. Pierre Kubrick unterhielt sich mit der Band und brachte eine Band hervor, die mit den Füssen fest im Leben steht.

 

 

C&D: Stellt Euch den Lesern doch mal vor.

Costa: Wir drei haben DEMIAN 2005 in Berlin gegründet. Lux mit Gesang und Gitarre, Melle am Bass und an den Keys, Costa an den Drums und am Synthi. Bei uns stehen eingängige Beats, tiefe Bässe, atmosphärisch-wuchtige Riffs, elektronisch-flächige Sounds mit melodiösem Gesang im Vordergrund.

 

C&D: Wie habt Ihr angefangen?

Costa: Wir sind alte Schulfreunde, haben damals alle in unterschiedlichen Bands gespielt, die sich dann Anfang der 2000er-Jahre aufgelöst haben. Ein knappes Jahr später haben mich Lux und Melle gefragt, ob wir eine Band gründen wollen. Die alten Proberäume hatten wir noch und haben uns dann einfach dort getroffen und angefangen zu spielen.

 

C&D: Wie seid Ihr zu dem Namen gekommen?

Costa: DEMIAN war ein spontaner Einfall von Melle und Lux. Der Name hat keine tiefere Bedeutung, außer dass uns der Klang gefällt und er, so wie wir in schreiben, gut aussieht.

 

C&D: War DEMIAN von Anfang an ein ernsthaftes Musikprojekt?

Costa: Ja, schon. Wir haben uns regelmäßig getroffen und haben auch immer wieder Gigs in Berlin und Hamburg mit anderen, befreundeten Bands gespielt und wollten einfach nur Musik machen.

 

C&D: Mit welchen Problemen hattet Ihr am Anfang zu kämpfen?

Costa: Keine ernsthaften, aber nach einer Weile verloren wir unseren Proberaum, den wir in einem Kirchturm hatten – wir waren dem Organisten, der dort auch geprobt hat, wohl zu laut. Ab da begann dann die Odyssee quer durch Berlin und die immer wieder erneute Suche nach geeigneten Proberäumen. Aber so lernt man seine Stadt auch mal aus einer anderen Perspektive kennen.

Da wir schon seit unserer Jugend sehr gut miteinander befreundet sind, haben wir auf menschlicher Ebene nie Probleme gehabt.

 

C&D: Was waren Eure anfänglichen Ziele und was hat sich nach EMERGENZA daran verändert?

Costa: Unsere Ziele beschränken sich immer noch aufs rein Musikalische! Wir wollen einfach nur eine für uns perfekte musikalische Atmosphäre schaffen. Ziel ist natürlich, dass man Leute erreicht, denen unsere Musik etwas gibt. Durch EMERGENZA ist es uns hoffentlich gelungen, ein paar mehr Leute für unsere Musik zu begeistern.

C&D: Ihr seid alle technisch auf höchstem Niveau. Wo nehmt Ihr Eure Ideen für die Songs her?

Costa: Wir haben alle einen unterschiedlichen musikalischen Hintergrund, verschiedene Vorlieben sowie diverse Band-Erfahrungen. Wir werfen einfach alles in einen Topf und gucken, was dabei passiert. Wir haben aber gleichzeitig schon eine Vorstellung davon, welches Gefühl wir einfangen möchten.

 

C&D: Was habt Ihr für musikalische Vorbilder?

Costa: Als Band haben wir weniger Vorbilder, sondern eher Inspirationsquellen durch verschiedene Solokünstler und Bands. Uns geht es da weniger um den Stil, sondern um bestimmte Gefühle und Atmosphären, die uns abholen. Jeder Einzelne von uns hat natürlich seine Favoriten. Da ist´s z.B. bei Costa die Band Dredg, bei Melle ist es Deftones und bei Lux das esbjörn svensson trio – und noch viele, viele mehr.

 

 

C&D: Was habt Ihr für technische Musiker-Vorbilder?

Costa: Als Schlagzeuger höre ich mir gerne Dino Campanella (Dredg), Abe Cunningham (Deftones), Anika Nilles (Solokünstlerin), Moritz Müller (The Intersphere), Shane Russell (Twelve Foot Ninja) Tony Royster Jr. (Solokünstler) und viele andere an. An der Gitarre ist Tosin Abasi von Animals as Leaders krass. Er ist aber weniger ein Vorbild, sondern eher ein Weltwunder. Melle hat generell keine Ambitionen am Bass und kennt sich daher mit Bassisten kaum aus. 😉

C&D: Wie geht Ihr an die Kompositionen neuer Songs und welche Bedeutung haben die Texte?

Costa: Ich denke, wir haben schon eine relativ klare Vision, wie wir als Band klingen wollen. Viele Ideen entstehen daher zu Hause und im Zusammenspiel von Gitarre, Gesang und Bass. Doch das ist keineswegs absolut. Viele gute Ideen entstehen im Proberaum. Ab und zu haut Costa nen geilen Beat raus (was aber eher als dekadisches Ereignis einzustufen ist ;)), auf dem dann ein Song erwächst. Spaß beiseite – das ist alles Teamwork und wenn sich bei einem Song das bereits oben genannte Gefühl einstellt, wird es Teil unseres Sets. Die Texte sind persönliche Geschichten, Erfahrungen, Bilder etc., die teilweise in Form von zusammenhängenden Fließtexten oder abstrakten Textcollagen festgehalten werden. Da gibt es kein festes Thema oder Konzept, das wir verfolgen.

 

C&D: Ihr wirkt immer sehr ruhig und gelassen. Täuscht dieser Anschein?

Costa: Nö, der täuscht nicht! Anspannung und Aufregung gehören aber dazu. Wir betrachten das Ganze eher nüchtern und konzentrieren uns auf unsere Musik. Zudem haben wir mit den Jahren auch etwas an Erfahrung dazugewonnen und kennen die ganzen Abläufe. Dennoch sind Live-Gigs immer etwas Besonderes für uns – allein die vielen Freunde und Zuschauer schaffen eine coole Atmosphäre!

 

C&D: Am 20.Februar begann für Euch das Vorhaben EMERGENZA. Mit welchen Erwartungen seid Ihr an die Vorrunde gegangen?

Costa: Wir wollten nach einer mehrjährigen Pause mal wieder auf größeren Bühnen in Berliner Clubs auftreten und gucken, wie unsere Musik dort wirkt und ankommt. So gesehen, hatten wir keine großen Erwartungen, da unsere Musik jetzt auch nicht gerade für ein breites Publikum zugeschnitten ist. Deswegen waren wir auch sehr positiv überrascht, dass die Resonanz so gut ausgefallen ist.

 

C&D: Am 20.Februar wart Ihr lediglich Vierter. Hat das die positiven Erwartungen gedämpft?

Costa: Nein, überhaupt nicht. Wir können uns ganz gut selbst einschätzen und wissen, was uns musikalisch wichtig ist und für welche Art von Musik wir stehen. Zudem gibt´s ja auch noch andere Bands, die gute Musik raushauen. Glücklicherweise war die Jury uns ja auch stets wohlgesonnen.

 

C&D: Dann kam das Semi-Finale. Diesmal mit amtlichen 200 Stimmen auf Platz 2 fürs Finale qualifiziert. War das einer Berg- und Talfahrt ähnlich? Oder geht Ihr die ganze Zeit über eher cool mit der Entwicklung um.

Costa: Das hat uns schon überrascht, so wie auch der Gewinn vor ein paar Tagen. Wir wissen das alles schon gut einzuordnen, denn unser Leben hat sich bis jetzt nicht großartig und schlagartig verändert. Wir sind einfach nur glücklich, dadurch die einmalige Chance zu kriegen, auf dem TAUBERTAL FESTIVAL zu spielen! Das ist bisher der größte Gig für uns.

 

C&D: Knapp ein halbes Jahr nach der ersten EMERGENZA Show folgte das TAUBERTAL FESTIVAL. Also von 1.000 Besuchern auf 30.000. Wie seid Ihr mit dieser Herausforderung umgegangen?

Costa: Unsere Musik so gut und authentisch wie möglich sowie mit einem fetten Sound rüberzubringen. Dabei wollten wir Spaß haben, die einmalige Atmosphäre genießen, durch unsere Musik das Festival bereichern und noch ein paar Leute mehr erreichen.

 

 

C&D: Könnt Ihr das ganze Erlebnis EMERGENZA bis dato emotional kurz zusammenfassen?

Costa: Wir sind sehr glücklich und zufrieden, dass auch anderen Musikliebhabern unsere Musik gefällt. Zudem sind wir echt erstaunt und es macht uns teilweise sprachlos, dass wir auf einmal so gut ankommen – das alles macht schon echt Spaß!

 

C&D: Gibt es schon Pläne für eine CD-Produktion?

Costa: Jaein. Wir wollen jetzt zu einem guten Freund ins Studio gehen und eine EP aufnehmen. Der hatte uns damals beim Aufnehmen für „DYSTOPIA“ 2013 auch hammerhart geholfen. Unser Ziel ist, bis Anfang 2017 das Ding fertig zu haben. Vorab würden wir aber gerne einen Track mit Video releasen. Wie wir unsere EP veröffentlichen und vertreiben, steht jedoch noch in den Sternen.

 

C&D: Wo seht Ihr Euch in 5 Jahren?

Costa: Hoffentlich immer noch mit DEMIAN am Mucke machen, und dass wir immer mehr Leute damit erreichen – unabhängig vom finanziellen Erfolg. In den letzten fünf Jahren ist bei uns allen, einzeln und als Band, schon enorm viel passiert. Da können wir nicht im Geringsten abschätzen, wohin die Reise gehen wird. Wir wollen unsere Musik aber immer weiterentwickeln, was uns seit Ende 2015 nach einer knapp zweijährigen, kreativen Pause sehr gut gelungen ist.

 

Mehr Infos gibt es unter: www.demianmusic.de

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