COOLES AUS DEM SÜDEN

HALOROID sind eine völlig unterbewertete Band aus dem Süden der Republik. Zeit mal ein wenig den Bekanntheitsgrad zu steigern.

HALOROID im Gespräch mit Andreas Werner

C&D: Stellt Euch doch unseren Lesern erst mal vor.

Wir sind die Indierock-Band HALOROID aus Nürnberg. Genauer gesagt Dirk Mörsdorf(vox/Synth), Stefan Goldmann(git), Stefan Heinzl(bass/vox) und Oliver Herrmann(dr).

C&D: Wie hat alles bei Euch angefangen?

Wir kommen ja alle aus diversen Bands, die uns die letzten Jahre begleitet haben. Der Startschuss war das dringende Bedürfnis von Stefan und Oliver wieder gemeinsam etwas Neues aufzuziehen. Viele Sessions, viele verschiedene Musiker, ein Traum – aber keine kreative Einheit, die Bestand gehabt hätte. Dann kamen Dirk und Stew wie Phoenix aus der Asche und haben das Blatt gewendet. Ein neuer Flow hat sich eingestellt. Ist schon sehr cool, neue Einflüsse einfließen zu lassen und neue Songs in dieser Konstellation zu schreiben. Der kreative Prozess fühlt sich verdammt gut an.

C&D: War HALOROID von Anfang an ein ernstes Vorhaben?

Auch wenn ganz am Anfang noch keiner genau wusste, wo die Reise hingehen soll, würden wir schon sagen, dass sobald Haloroid eine offizielle Band und kein Projekt mehr war, sofort ein gewisser Zug dahinter kam. Wir sind alle Herzblutmusiker und wollen schon ernsthaft im Rockzirkus mitspielen. Ernst bedeutet in dem Zusammenhang vor allem, dass unsere Musik sich weiterentwickelt und uns und andere berührt. Klamauk ist genauso wenig unser Ding wie Sachen mal schnell nach Feierabend hinrotzen.

C&D: Woran habt Ihr Euch anfangs orientiert. Musikalisch, sowie organisatorisch?

Gute Frage… Wie gesagt anfänglich war alles noch ziemlich offen. Klar hatte jeder für sich ein diffuses Bild im Kopf, bestimmte Vorlieben und Bands, die er cool findet. Repeat Repeat Repeat gibt diesen Findungsprozess ganz gut wieder – bisschen Alternative-Einfluss, bisschen Indie, bisschen Pop – was jeder so reinbringt. Bands, die wir alle mögen gibt es natürlich auch ein paar – und die haben wir dann auch in unseren Presseinfos genannt. Wir wollen da jetzt aber wieder weg davon. Zum einen entwickelt sich immer mehr ein eigener Sound aus dieser Melange und zum anderen haben wir festgestellt, dass man Leuten besser keine anderen – wie soll man sagen –Vorbild-Bands als Orientierung gibt. Wir wollen ja was transportieren, die Leute catchen und nicht zum Vergleich nötigen.

C&D: Repeat Repeat Repeat ist Euer erstes Album. Erzählt uns bitte etwas über den Entstehungsprozeß?

Wir finden EP eher passend. Können zwar die meisten, die keine Musiknerds sind, nix mit anfangen, but it is, what it is.

Wir haben die Instrumentalspuren tatsächlich ohne Sänger eingespielt, weil unser ehemaliger Sänger kurz vor den Aufnahmen seine Prioritäten nicht mehr in der Band gesehen hat und ausgestiegen ist. War eine gute Entscheidung, die Recording Sessions deswegen nicht zu canceln. Mit den Rough Mixes ging es intensiv auf Sängersuche. Dirk hat uns gefunden, neue Texte und Gesangslinien für die Songs geschrieben und die Scheibe mit seinen Vocals komplettiert.  Es war für alle seit längerem das erste Mal, wieder professionell aufzunehmen. Wir konnten Markus Kühn, einen ziemlich umtriebigen Nürnberger Musiker/Produzent/Szenegröße, als Produzenten gewinnen. War unglaublich fruchtbar, der Sound klasse und wir sind mit ihm oft in Kontakt für weitere Projekte.

C&D: Warum habt Ihr nur ein Mini-Album veröffentlicht?

Wenn man ein Album aufnimmt, sollte der Anspruch sein, möglichst keine Filler-Songs draufzupacken. Zum damaligen Zeitpunkt war schlichtweg zu wenig Material vorhanden und wir wollten zeitnah was veröffentlichen, weil es sich so gut angefühlt hat.

C&D: Die Kritiken zum Debut sind ja berauschend. Habt Ihr damit gerechnet?

Ehrlich gesagt nein – eine Standortbestimmung war eigentlich das was wir uns erhofft haben. Es war dann eine sehr schöne Überraschung und macht uns auch stolz, dass die Fachpresse so auf unseren ersten kleinen Wurf reagiert. Das motiviert ungemein. Fühlt sich gut an, dass wir als Band mit Relevanz und Potenzial wahrgenommen werden. Und das ist ja erst der Anfang…

C&D: Ihr habt am 9.12.2016 beim Emergenza Fest gespielt. Nach unseren Unterlagen ist das die Saison 2016/2017. Dennoch habt Ihr unseren Artikel darüber korrigiert. Bringt doch mal Klarheit in die Sache.

Das ist schon korrekt, aber ihr habt geschrieben, dass wir im Semi-Finale sind. Das wiederum stimmt nicht. Wir haben uns nach der ersten Runde verabschiedet, ohne Scheiß.

C&D: Warum habt Ihr in dem Stadium (kurz vor Albumrelease) bei einer solchen Competition mitgemacht?

Die Gelegenheit war zeitlich sehr günstig, einen Warm-up-Gig für unser Release-Konzert vor einigermaßen vollem Haus zu spielen, ohne viel Organisation. Außerdem wollten wir neues Material mal live antesten. Haben da nicht viel auf Wettbewerb gesetzt – mehr „just play“.

C&D: Wie ist der Stellenwert von Emergenza in Nürnberg?

Ihr wollt aber viel über Emergenza wissen (breites Grinsen)….Jeder Musiker kennt es, die einen mögen es als Podium und Härtetest, die anderen stört das Modell „Bands als Verkaufspersonal“ – das hält sich wahrscheinlich die Waage.  Für viele junge Musiker eine Chance, mal die größeren Clubs zu spielen – und das Vertriebssystem macht die Läden auch voll und hält das Ganze am Laufen – fair enough.

C&D: Wollt Ihr an weiteren Competitions teilnehmen?

The Robocop Kraus haben mal in einem Interview auf die Frage „Was ratet ihr jungen Bands auf dem Weg zum Erfolg?“ geantwortet: „Nehmt nicht an irgendwelchen Bandwettbewerben teil…“

Unser Fokus wird ganz klar auf normalen Konzerten und kleineren Touren liegen. Die Mischung macht‘s vermutlich.

C&D: Geht Ihr parallel den Weg ein Management zu suchen und auf dem „traditionellen“ Weg die Welt zu erobern?

Wir werden schon versuchen professionelle Agenturen oder Initiativen auf unsere Seite zu ziehen. Aber die Welt erobert man nicht – sie findet dich und teilt dich mit anderen. Um noch ein bisschen besser gefunden zu werden, geht’s jetzt erst mal ans Booking und den Vertrieb.

C&D: Wann können wir mit einem kompletten Album rechnen?

Eine Langrille ist natürlich ein großes Projekt, was ja nicht nur finanziell realisiert werden muss. Es ist kein großes Geheimnis, dass das Leben als Musiker im Nebenjob nicht von unbegrenzten Möglichkeiten geprägt ist. Ohne Support von außen ist ein Longplayer schon ein ganz schöner Brocken. Aber wir haben viele neue Songs und würden das schon gerne mittelfristig realisieren. Wir freuen uns auf alles was da so auf uns zukommt. Dieses Jahr scheint uns ein Release aber unwahrscheinlich. Repeat Repeat Repeat ist ja auch noch warm.

C&D: Ihr habt Euch für die Wahl der besten Band Frankens beworben, die von Star FM ausgerufen wurde. Warum soll man Euch wählen?

Genauer gesagt wurden wir von StarFM angefragt, ob wir teilnehmen möchten. Ist bei uns der größte Sender, auf dem Indierock noch Relevanz im Programm hat. Klar will man da mitmischen, wir sehen das auch als Plattform für mehr Verbreitung. Der ein oder andere Hörer ist ja vielleicht demnächst dann Gast auf einem unserer Konzerte – und dafür machen wir Musik.

Wer auf Indierock mit cleveren Texten, Pop-Appeal und einer Brise düsterer Melancholie steht votet für uns richtig.

C&D: Was wollt Ihr abschließend loswerden?

Vielen Dank für das Interview in eurem Magazin. Wir hoffen demnächst mal Konzerte in Eurer schönen Stadt zu spielen und immer dran denken „Support your local Scene“. Rock- und Pop

musik sollte weiterhin ein Teil des wirklichen Lebens und zum Anfassen sein. Es wäre doch grausam, wenn man nur noch die Wahl zwischen Konsumhäppchen auf den Smartphones dieser Welt und Megastars aus 80m Entfernung hätte..

Die EP haben wir für Euch zwei mal zum Verlosen. Mail mit „Unterbewertet“ bis 12.Mai 12:00Uhr an: verlosung@cuteanddangerous.de 

Und hier gibt es gleich noch was zum Hören:

 

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