AND THE WINNER IS…

c-c.eisenmenger

In Salzwedel freute man sich auf ein echtes musikalisches Gipfeltreffen mit 14 Final-Acts – einen harten, aber vielfältigen Abend für Jury und Publikum. Schon eine Woche bevor sich die Türen des Kulturhauses öffneten, hieß es: „Nothing, nada, cero, niente. Online sind alle Tickets vergriffen!“ Ein weiteres Mal hatten Julia Wartmann und ihre Mannschaft Künstler*innen, Institutionen und Kreative mit viel Rat und Tat zusammengeführt. Auf diese Weise sorgten sie auch 2018 für bewegende Momente, die mit vielen strahlenden Siegern gekrönt wurden.

Den Jury-Titel „Bester Newcomer-Act 2018“ räumte die Band „Perez“ aus Baden-Württemberg ab. Mit tiefgründigen und mitreißenden Rap-Texten, atmosphärischen Beats und Live-Drums begeisterten Jannik Perse und Moritz Brunner. Das Publikum konnten „Minuspol“ aus Niedersachsen am meisten von sich überzeugen. Beste/r Sänger/in darf sich seit dem 10. November das Stimmwunder Jasmin Graff, Background-Sängerin der Band „Kesh“ aus Brandenburg nennen. Beste/r Instrumentalist/in des diesjährigen bundesweiten Contests ist David Heiner aus dem neu bei local heroes vertretenen Saarland, der als Pianist der Band „OQmanSolo“ die Jury überzeugte.

Auf dem Weg zu diesem Erfolg setzten sich diese jungen Leute im Laufe der vergangenen zwölf Monate gegen sage und schreibe 1.400 Newcomer-Bands aus ganz Deutschland durch. Insgesamt 14 Bundesländer hatten diesmal zu teils mehrstufigen Wettbewerben geladen. Während Hamburg 2018 pausierte, stieß, dank einem Kooperationsprojekt mit Ihr Einkaufsbahnhof und der Deutschen Bahn, Thüringen neu zu „local heroes“ hinzu. Durch eine Kooperation mit dem „Musikbüro Saar e.V.“ ging außerdem erstmalig wieder eine Band aus dem Saarland ins Rennen.

ProSieben-Moderator Maurice Gajda führte durch den Abend und durfte gegen 2:30 Uhr morgens unter lauten Jubelrufen die Gewinnerbands verkünden. Die geladene Fachjury und die mitgereisten Fans urteilten anhand der jeweils 20-minütigen Auftritte über die größten Potentiale aus der gesamten Bundesrepublik. Dass es an diesem Abend um viel – und nicht nur einen bloßen Titel – geht, war allen bewusst.

„Perez“ waren die großen Gewinner der Nacht. Sie durften sich unter anderem über einen Förderpreis des Ministeriums für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt freuen, sie bekommen einen Zuschuss für bandeigene Promotion. So richtig realisiert haben „Perez“, die unter ihrem alten Bandnamen „Scharaffenlandung“ Bekanntheit erlangten, ihren Erfolg noch nicht. Das Teilnehmerfeld sei ihrer Meinung nach „ganz großes Kino“ gewesen. Aus dem Bundesfinale würden sie viele wertvolle Kontakte mitnehmen, einer der wesentlichsten Gründe, überhaupt, bei „local heroes“ mitzumachen.

David Heiner („OQmanSolo“), bester Instrumentalist des Bundesfinales, sah man die Freude über seinen Erfolg ebenfalls deutlich an. Der Pianist studiert in Mannheim Jazz-Klavier. Die gesamte Band habe den Abend absolut genossen und bereits erste Kontakte zu anderen Teilnehmern geknüpft.

Jasmin Graff, beste Sängerin des Abends, konnte ihren Preis zu später Stunde leider nicht selbst entgegennehmen und wurde von ihrem Kollegen, Frontmann Kesh, vertreten. „Für uns am verrücktesten war tatsächlich, dass Jasmin, unsere Background-Sängerin, gewonnen hat“, so die erste Reaktion des Rappers, der den Erfolg der sehr erfahrenen und weitgereisten Sängerin gemeinsam mit den übrigen Bandkollegen überschwänglich feierte. Für die Band, die an diesem Abend ihren neunten und letzten Wettbewerb spielte, hatten sich die Mühen aber ebenfalls „ausgezahlt“. „Kesh“ konnten sich als gesamte Band auch über den zweiten Platz in der Jurywertung und den dritten Platz beim Publikumsvotum freuen. Den dritten Jury- und zweiten Publikumsplatz besetzten „Reiche Söhne“ aus Sachsen-Anhalt. Die Band aus Halle (Saale) vereinte zudem die meisten Zweitstimmen aus dem Publikum.

Die Publikumssieger „Minuspol“ aus Niedersachsen waren kurz nach ihrer Prämierung noch sichtlich baff. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Sänger Julian Diener, dem seine Performance – Stagediving und Moshpit inklusive – wohl dauerhaft in Erinnerung bleiben wird. Die Band hatte das fast Unmögliche geschafft und gleich zwei volle Fanbusse mit nach Salzwedel gebracht.
Insgesamt wurden die hervorragenden Leistungen aller teilnehmenden Bands mit Preisen im Wert von über 10.000 Euro gewürdigt. Zu Recht, so das Urteil der diesjährigen „local heroes“-Fachjury, die die Qual der Wahl unter anderem zwischen Singer-Songwriter-Kunst, HipHop, Post-Punk, Rock’n’Rap, Groovecore, Funk und Alternative Party Rock hatte. Zu den Juroren zählte in diesem Jahr erstmalig Svenja Mahlstede von Sony/ATV Music Publishing. Darüber hinaus bildete das „bewährte Kernteam“ um Singer-Songwriter Tim Gerrits, Musikerin Angela Peltner, Musikproduzent Peter Hoffmann, Musikjournalist Ole Löding, Deutschlandfunk-Redakteur Martin Risel, Musikredakteur Ramon Zarges, recordJet-Captain Jorin Zschiesche und Sänger Max Buskohl die Jury. Die Entscheidung, da waren sie sich einig, seien diesmal aufgrund der unterschiedlichsten Charaktere nicht einfach zu treffen gewesen. Auch David Pfeffer und Felix Mannherz standen im Zuge des Bundesfinales wieder als Coaches in den Startlöchern, um den jungen Talenten ganz persönlich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Den krönenden Abschluss dieser Nacht lieferten die Headliner „Madsen“. Die Teilnahme bei „local heroes“ 1997 sei für sie „das Wichtigste überhaupt“ gewesen, resümierte Sascha Madsen einige Wochen vor dem Bundesfinale. Nun waren sie zu ihren „musikalischen Wurzeln“ zurückgekehrt. Unter tosendem Jubel lieferten „Madsen“ bis weit nach Mitternacht eine explosive Mischung alter und neuer Songs. Dass die Atmosphäre bei „local heroes“ wieder so sein würde wie früher, damit hätten sie alle nicht gerechnet. „Es herrscht eine total gute Stimmung.“

Für die Musik leben und junge Musiker*innen unterstützen, das ist seit Jahren das zentrale Anliegen von „local heroes“-Geschäftsführerin Julia Wartmann. „Ein weiteres erfolgreiches Jahr ‚local heroes‘ liegt hinter uns. Wieder einmal hat ein Team, das zum großen Teil aus Ehrenamtlichen besteht, unter Hochdruck auf diesen Abend hingearbeitet.“ Die unvergesslichen Auftritte und das positive Feedback der Teilnehmer*innen beweisen, wie sehr sich engagierte Kulturarbeit lohnt.

„local heroes“ ist der bekannteste unkommerzielle Newcomer-Contest in Deutschland. Das Projekt wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt, Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, die Landeshauptstadt Magdeburg, die Kloster Bergesche Stiftung und den Altmarkkreis Salzwedel. Es wird finanziell unterstützt durch die Sparkasse Altmark West.

Für Fragen stehen meine Kollegin Julia Wartmann (julia@local-heroes.de) und ich gern zur Verfügung. Interviews mit der local heroes-Chefin sowie den Gewinner*innen und den teilnehmenden Bands sind möglich.

Beste Grüße
Lina Burghausen

Die gewonnenen Titel im Überblick:
Beste/r Sänger/in: Jasmin Graff (Kesh)
Beste/r Instrumentalist/in: David Heiner, Piano (OQManSolo)
1. Platz Jury: Perez (Baden-Württemberg)
2. Platz Jury: Kesh (Brandenburg)
3. Platz Jury: Reiche Söhne (Sachsen-Anhalt)
1. Platz Publikum: Minuspol (Niedersachsen)
2. Platz Publikum: Reiche Söhne (Sachsen-Anhalt)
3. Platz Publikum: Kesh (Brandenburg)
Zweitstimmensieger: Reiche Söhne (Sachsen-Anhalt)

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