SO VIEL ZU ERZÄHLEN

Interview Ulrike Busch by Thomas Ziegler UNCUT!

 

TO GO: Erzähl unseren Lesern bitte etwas über Deinen Werdegang?

Mit sechs oder sieben Jahren stand ich in meiner Heimatstadt Essen abends am offenen Küchenfenster und der Vollmond grinste mich an. Fasziniert von dem Erdtrabanten, habe ich mein erstes Gedicht geschrieben.

Aber nein, ich habe nicht damals schon den Entschluss gefasst, Autorin zu werden. Tierärztin war mein Traumberuf. Als ich 1969 die erste Mondlandung im Fernsehen verfolgte, änderte ich meinen Berufswunsch in Astronautin. Doch bald zeigte sich, dass dort, wo bei anderen Menschen das mathematisch-naturwissenschaftliche Verständnis sitzt, bei mir lediglich ein Vakuum besteht, garniert mit einer Hand voll fetter Fragezeichen, die sich auch durch Nachhilfeunterricht nicht verscheuchen ließen.

In der Oberstufe haben wir dann im Deutschunterricht das Thema Linguistik behandelt. Vom ersten Moment an wusste ich: Das ist mein Leben.

Seit Abschluss des Studiums der Sprachwissenschaften verdiene ich mein Geld mit dem Schreiben verschiedener Arten von Texten. Die meiste Zeit war ich als Texterin und Technische Redakteurin tätig – erst angestellt, seit 2003 freiberuflich selbständig. Seit 2017 mache ich jedoch nichts anderes mehr, als Romane zu schreiben.

 

TO GO: Wann hast du angefangen Bücher zu schreiben?

Meinen ersten Roman, HIMMELHOCHJAUCHZENDHELLBLAU, habe ich im Oktober 2012 begonnen. Ganz spontan hatte ich eine Idee und habe wie besessen dreißig Seiten geschrieben, ohne zu ahnen, dass dies der Anfang eines neuen Lebens sein sollte. Ich beschloss, ein Buch daraus entstehen zu lassen. Da ich aber ständig von Kundenprojekten unterbrochen wurde, habe ich für die Fertigstellung des Romans 13 Monate gebraucht.

 

TO GO: Du hast alle Bücher selbst veröffentlicht. Hast Du anfangs einmal Verlage angeschrieben?

Hier muss ich korrigieren: Neun meiner bisher 18 Bücher sind bei Verlagen erschienen.

HIMMELHOCHJAUCHZENDHELLBLAU hatte ich erfolglos zwei Agenturen angeboten. Diesen Titel habe ich dann selbst veröffentlicht, genauso wie die nächsten beiden Bücher. Mein drittes Buch und erster Krimi, „Der Pfauenfedernmord“, platzierte sich so gut, dass Amazon Publishing es entdeckte und in sein Verlagsprogramm übernahm. Dort bzw. beim dann gegründeten Imprint Edition M ist auch der Folgeroman „Jaspers letzter Flirt“ verlegt. Diese beiden Titel sind Band 1 und 2 der Reihe „Ein Fall für die Kripo Wattenmeer“, die ich auf meinen Wunsch hin und mit Erlaubnis der Edition M seit Band 3 als Selfpublisher fortsetze.

Durch den Erfolg dieser Reihe wurde ein kleiner klassischer Verlag auf mich aufmerksam, der sich u. a. auf Ostfrieslandkrimis spezialisiert hat. Dort habe ich insgesamt sieben Ostfrieslandkrimis verlegt. Nach Vertragserfüllung habe ich aus Überzeugung und aus Leidenschaft beschlossen, als Selfpublisher weiterzumachen. Es passt einfach besser zu mir. So kann ich selbst entscheiden, was, wie und in welchem Umfang ich schreibe und in welchem Rhythmus ich veröffentliche.

 

TO GO: Hast Du ausreichend Zeit der Leidenschaft des Schreibens nachzugehen?

Ja, da ich seit Anfang 2017 keiner anderen beruflichen Beschäftigung mehr nachgehe als dem Schreiben von Romanen, kann ich meine gesamte Arbeitszeit meinen Krimis widmen und all den Tätigkeiten, die zum Autorendasein dazugehören.

 

TO GO: Gerade ist MORDSHERZ erschienen, der 3. Band der Ermittler Anders und Stern. Wie sind die Reaktionen?

Sehr schön. Das Ermittlerpaar hat sich in die Herzen vieler Leser recherchiert. Ich erhalte Mails von Leserinnen, die sich schon jetzt auf den nächsten Band freuen.

 

TO GO: Das Buch erscheint gerade mal zwei Monate nach DIE TOTE IM DÜNEN HAUS. Schreibst Du so schnell oder ist das phasenbedingt?

Ich schreibe tatsächlich sehr schnell. In der Regel brauche ich drei Monate für ein Buch – von der Idee bis zur letzten Korrektur. DIE TOTE IM DÜNEN HAUS ist Ende Februar erschienen. MORDSHERZ wollte ich Ende Mai herausbringen. Doch Mitte Mai war es fertig, und da ich kurz darauf nach Amrum fahren wollte, habe ich es vor der Abfahrt noch veröffentlicht.

 

TO GO: Wir haben gerade den Vorgänger DIE TOTE IM DÜNENHAUS vorliegen. Wie waren die Reaktionen im Allgemeinen?

Auch hier waren die Reaktionen sehr schön. Die Leserinnen und Leser hängen offensichtlich sehr an den Ermittlerteams. Das ist ja generell bei Reihen mit den immer gleichen Kommissaren der Fall. Die Leser sind mit der Zeit sehr mit den Protagonisten vertraut und freuen sich nach dem Erscheinen eines Bandes schon auf den nächsten Titel der Reihe. Für einen Autor ist das ein unglaublich schönes Gefühl. Da macht das Schreiben noch mehr Spaß, weil man sich über diese Figuren mit den Lesern so verbunden fühlt.

 

TO GO: Was macht die Kripo Wattenmeer aus?

Der Reiz bei dem Team um KHK Kuno Knudsen ist, dass es auf den nordfriesischen Inseln und Halligen im Einsatz ist. Gerade auf Amrum oder Langeness kennt jeder jeden. Hier nach einem Mörder zu fahnden bereitet einem Kommissar, der selbst gebürtiger Amrumer ist, manchmal ganz schön Bauchschmerzen. Zudem sind die Nordfriesen traditionell nicht die Plappermäuler, die eine Ermittlung durch Auskunftsfreudigkeit bereichern.

Und dann ist da noch diese große Diskrepanz zwischen den Inseln Amrum und Sylt. Sie liegen zwar nur wenige Kilometer auseinander, stellen aber zwei gegensätzliche Welten dar. Amrum als Insel der introvertierten Naturliebhaber und Sylt als Bühne der Schickeria … Nicht immer so einfach für ein nordfriesisches Urgestein, sich auf diesen Wechsel einzustellen.

 

TO GO: Wo sind die entscheidenden Unterschiede Deiner drei Ermittlerteams?

Achtung: Es gibt zwar drei Krimireihen von mir, aber es sind nur zwei Ermittlerteams! Diese Konstellation hat historische Gründe. Die Kripo Wattenmeer war mein erstes Team. Dann entstand das Team um Tammo Anders und Fenna Stern im Zuge der Ostfrieslandkrimi-Reihe für den Verlag. Als ich beschloss, nur noch als Selfpublisher zu schreiben, habe ich die Reihe „Anders und Stern ermitteln“ gegründet. Im ersten Band dieser Reihe, MORDSREVANCHE, zieht dieses bereits aus Ostfriesland bekannte Ermittlerpaar in mein geliebtes Nordfriesland um.

Die Unterschiede zwischen diesen beiden Teams liegen in ihrem privaten und beruflichen Umfeld. Bei der Kripo Wattenmeer mit dem erfahrenen Kuno Knudsen und seinem jungen Kollegen Arne Zander gibt es etwas skurrile Persönlichkeiten wie Kunos Bruder Okko oder den Inselreporter Friedrich Fliegenfischer. Anders und Stern sind nicht nur Kollegen, sondern auch ein Ehepaar. Bei ihnen spielt die Familie eine Rolle oder die mütterliche Gerichtsmedizinerin Dr. Gerhild Linnenbrügger, die ebenfalls mit nach Nordfriesland umgezogen ist.

 

TO GO: Kripo Teams haben es Dir ja besonders angetan, woher kommt das?

Kripobeamte arbeiten auch in der realen Welt in der Regel im Team, und für mich als Autorin ist es spannender, wenn ich nicht den einsamen Wolf als Kommissar habe, sondern ein Team aus zwei Ermittlern. Da kommen auch mal unterschiedliche Meinungen und kleine Reibereien auf. Und es gibt mehr Möglichkeiten, ab und zu etwas Humor durchblitzen zu lassen – was mir sehr wichtig ist, denn ich schreibe aus Überzeugung Cosy-Krimis.

 

TO GO: Was veranlasst Dich die Charaktere der Ermittler so oft zu switchen, obwohl doch die Umgebungen Deiner Geschichten nicht weit voneinander entfernt sind?

Die Ermittler waren ja zuerst durchaus in verschieden Regionen stationiert. Hätte ich nicht auf Verlagswunsch ein Team in Ostfriesland angesiedelt, dann hätte ich stattdessen als Selfpublisher parallel zur nordfriesischen „Kripo Wattenmeer“ eine Ostsee-Krimireihe entwickelt. Eine Option, die ich mir übrigens auch heute noch offen lasse und zu der ich mir gerade konkrete Gedanken mache.

 

TO GO: Lebst Du Deine Fantasien in den Büchern aus, oder sind es eigene Erlebnisse?

In meinen ersten beiden Büchern habe ich zum Teil eigene Erlebnisse verarbeitet, in den anderen Büchern dagegen nur in vereinzelten Fällen. Ich würde nicht einmal davon sprechen, dass ich meine Fantasien auslebe. Es ist der unbedingte Wunsch, zu schreiben, der mich veranlasst, mir Themen zu suchen. Anders ausgedrückt: Nicht die Fantasie treibt mich zum Schreiben an, sondern die Schreibsucht entfacht die Fantasie.

 

TO GO: Wie viel Ulrike steckt in Deinen Büchern?

Herzlich wenig, wenn man meine Person unter meinen Romanfiguren sucht. Ich selbst trete so gut wie nie in Form einer Protagonistin auf. Lediglich in MORDSVERRAT gibt es mich zum Ende hin in einer winzigen Nebenrolle, aber auch das nur in passiver Form, d. h. ich agiere nicht selbst.

Sicherlich stecken aber meine Mentalität und einige meiner Charakterzüge in den Büchern. Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der den stillen Humor, die feine Ironie mag und der der Meinung ist, man sollte sich selbst und viele Dinge, die einem im Leben passieren, nicht so furchtbar ernst nehmen.

 

TO GO: Wann erscheint denn der erste übergreifende Fall, an dem die zwei Teams zusammen ermitteln müssen?

Schwer zu sagen. Ich habe schon einmal darüber nachgedacht, solch einen Fall zu entwickeln. Aber jedes der beiden Teams hat ein spezielles Umfeld, das die Leser ebenfalls lieben, wie ich aus vielen Zuschriften weiß. Diese beiden Umgebungen unter einen Hut zu bringen wäre nicht so einfach. Wenn ich aber einen Teil davon weglassen würde, würden die Leser etwas vermissen. Ganz ausschließen will ich allerdings nicht, dass es auch einmal gemeinsame Ermittlungen geben könnte.

 

TO GO: Wie sehr magst Du denn TV-Verfilmungen aus Deutschland?

Oh, mein Fernseher dient hauptsächlich als Staubfänger. Ich schalte ihn so gut wie nie ein.

 

TO GO: Gibt es eine Lieblingsserie?

Nein, Serien gucke ich gar nicht. Ich gucke nicht einmal Spielfilme, die aus zwei oder drei Teilen bestehen, denn ich weiß nie, ob ich innerhalb eines absehbaren Zeitraums dazu komme, alle Folgen zu sehen.

 

TO GO: Sind TV Serien auch eine Inspiration oder holst Du Dir die ausschließlich aus Deinen Aufenthalten an der Nordsee?

Weder noch. Meine Inspiration hole ich meist aus meinem weiteren privaten Umfeld, aus Zeitungsartikeln, oder mir kommen ganz spontan Ideen von irgendwoher, und dann „transportiere“ ich sie an die Nordsee. Nur bei zwei Krimis kam die Inspiration direkt von der Nordsee: Bei MORD AUF DER HALLIG spreche ich mit dem steigenden Meeresspiegel ein Umweltthema an, das die Halligen ganz besonders betrifft, und zu MORDSHERZ hat mich eine alte Sage aus St. Peter-Ording inspiriert.

 

TO GO: Hat sich der Polizeipräsident von St. Peter Ording oder Amrum noch nicht bei Dir beschwert, dass Du die Kriminalraten in den kleinen Regionen so in die Höhe treibst?

Nein, zum Glück noch nicht. Bisher sind die Polizeibeamten wohl alle noch zu sehr mit der Lösung der Fälle beschäftigt. Aber wer weiß, wie lange das noch gutgeht. Nicht ohne Grund denke ich daran, mein Spektrum um eine Ostseekrimireihe zu erweitern. Nicht, dass ich auf einmal Lokalverbot an der Nordseeküste bekomme und keine Krimis mehr schreiben kann …

 

TO GO: Wo liegt die Faszination von Verbrechen für Dich?

Sie liegt in der Psyche der Menschen, die die Verbrechen begehen. Das ist einer der Gründe, warum bei mir vorwiegend ganz normale Menschen Verbrechen begehen und nicht etwa Berufskriminelle. Ich glaube, dass viele Menschen zu Mördern oder Totschlägern werden könnten, ohne dass sie selbst jemals damit gerechnet hätten. Manchmal schaukeln sich Situationen oder Entwicklungen über Jahre hinweg hoch, und plötzlich kommt es zum Knall. Mich reizt es, zu sehen, aus welchen Gründen an sich völlig harmlose Menschen ein Verbrechen begehen.

 

TO GO: Du versucht Sichtweisen auf Mord und Totschlag oft zu verändern. Hat der normale Mensch eine zu negative Einstellung gegenüber solchen Taten?

Mord und Totschlag werden von Menschen, denen solche Verbrechen fremd sind, grundsätzlich und zu Recht verurteilt. Aber ich glaube, in vielen Fällen, in denen die Täter „Menschen wie du und ich“ und keine Berufskriminellen sind, kann man auch ein gewisses Verständnis dafür entwickeln, wie es zu solchen Taten kommen konnte. Solch ein Verständnis halte ich für wichtig, um im Ernstfall derart tragische Eskalationen verhindern zu können.

 

TO GO: Wo sammelst Du Deine Erkenntnisse zu dem Thema Mord?

Ich habe keine externen Quellen dafür, ich greife auf Psychologie und Menschenkenntnis zurück. Beim Schreiben versetze ich mich in die Figuren, als wären sie real existent. So finde ich die Beweggründe, die zu einem Mord geführt haben.

 

TO GO: Mord beinhaltet ja immer den Vorsatz, während Totschlag eine Affekthandlung ist. Differenziert das Gesetz hier ausreichend?

Das kann ich nicht beurteilen. Dazu kenne ich die Gesetze im Wortlaut und ihre Auslegung nicht genügend, und ich habe keine Erfahrung aus realen Prozessen. Die Beweisführung dürfte nicht immer einfach sein. Vermutlich liegen in vielen Fällen die Grenzen nah beieinander, sodass es Interpretationssache der Richter ist. Für die Hinterbliebenen eines Opfers ist so ein Verbrechen immer bitter, egal, wie die Tat genannt wird. Ich bin jedenfalls froh, kein Richter zu sein und nicht über solche Taten und über die Täter urteilen zu müssen.

 

TO GO: Wo siehst Du selbst Defizite in der deutschen Strafverfolgung?

Es gibt Gesetze, die die Ermittler bei der Strafverfolgung sehr behindern können. Ich denke beispielsweise an den Datenschutz. Der ist natürlich wichtig für die Bürger. Aber oft schützt er die Täter und macht die Opfer eines Verbrechens somit auch noch zu Opfern einer komplizierten Gesetzgebung. Das ist in höchstem Maße unbefriedigend für die Opfer, und es ist auch sehr frustrierend für die Kriminalbeamten, wie ich von echten Hauptkommissaren weiß. In MORDSVERRAT habe ich übrigens genau dieses Defizit thematisiert, nachdem ich vor einem Jahr selbst Opfer einer Tat wurde, die wegen des Datenschutzgesetzes keine Aussicht auf Verfolgung gehabt hätte und die ich daher erst gar nicht zur Anklage gebracht habe.

 

TO GO: Ein wenig schwindeln kannst Du ja auch. Sagst Du doch auf Deiner Startseite „Mafiabosse haben nichts in meinen Krimis zu suchen“, so sind diese doch Ausgangspunkt in DER BLAUE STERN.

Jetzt hast Du mich aber eiskalt erwischt! Diesen Titel hatte ich völlig aus meinem Gedächtnis verdrängt. DER BLAUE STERN war ein Versuch aus dem Jahr 2016, einen Thriller zu schreiben. Er ist nur als eBook erschienen und gehört nicht zu meinen Glanzleistungen. Wenn ich besonders ernst und tragisch schreiben will, werde ich leicht schwülstig und versuche dann absurderweise, durch etwas Humor einen Ausgleich zu verschaffen. Für einen Thriller denkbar unpassend. So ist Rocco Graubner als Mafioso auch nicht wirklich ernst zu nehmen.

 

TO GO: Ich habe auf Deiner Homepage aber auch die romantische Seite entdeckt. Wie passen Bücher wie HIMMELHOCHJAUCHZENDHELLBLAU oder LEICHTE MÄDCHEN HABEN`S SCHWER in Dein Gesamtkonzept?

Ehrlich gesagt: Gar nicht.

HIMMELHOCHJAUCHZENDHELLBLAU ist entstanden, nachdem ich meine verwitwete Mutter nach einer Krebs-OP vier Tage lang rund um die Uhr beim Sterben begleitet hatte und ihrem ebenfalls verwitweten Verehrer, den sie in der Seniorenwohnanlage hatte, die Todesnachricht überbringen musste. Das Buch ist eine Art Liebesroman für Senioren, der Menschen Mut machen soll, auch im Alter noch einmal ein neues Leben und – warum nicht? – eine neue Beziehung zu beginnen.

In LEICHTE MÄDCHEN HABEN`S SCHWER habe ich mir meinen Frust darüber von der Seele geschrieben, dass ich als sehr schlanke Frau oft in die Magersuchtsecke gesteckt werde, in die ich wahrlich nicht hineingehöre.

Beides sind Bücher, die ich geschrieben habe, ohne damit zu rechnen, dass ich jemals hauptberufliche Autorin werden würde. Aber dafür, dass sie außer der Reihe entstanden sind und zu keinem Genre passen, finden sie erstaunlich viele Leser.

 

TO GO: Welches Buch hast Du Dir als letztes gekauft?

MITTAGSSTUNDE von Dörte Hansen. Ein wunderbares Buch, eine literarische Delikatesse und ein Muss für jeden Nordfrieslandliebhaber!

 

TO GO: Wie siehst Du die allgemeine Buchmarkt Situation und die Chance mit einem Independent Werk sich zu behaupten?

Der Buchmarkt ist sehr stark in Bewegung und daher in seiner Entwicklung schwer vorhersehbar.  Dennoch glaube ich: Gelesen wird immer. Die Menschen wollen Geschichten erzählt bekommen. Und die große Zahl der Selfpublisher, zu denen ich mich trotz meiner Eigenschaft als Hybridautorin heute aus Überzeugung zähle, zeigt aus meiner Sicht, dass wir uns sehr gut am Markt behaupten können.

 

TO GO: Aktuell hören wir von Insolvenzen großer Vertriebe, Zusammenschlüssen großer Buchhäuser, macht das den Weg frei für Self Publisher?

Ich fände es ausgesprochen traurig, wenn der Grund, dass der Weg für Selfpublisher frei wird, darin bestünde, dass andere Unternehmen sich nicht mehr oder nicht mehr so gut wie früher halten können.

Meiner Erfahrung nach liegt der wachsende Erfolg von Selfpublishern darin, dass wir uns immer stärker professionalisieren. Wenn man sich die erfolgreichen Independent-Titel ansieht, ist oft kein Unterschied mehr zu Verlagstiteln erkennbar. Vielen Lesern ist es auch nicht mehr wichtig, ob ein Titel von einem klassischen Verlag oder von einem Selfpublisher verlegt wurde. Hauptsache, das Buch ist gut gemacht.

 

TO GO: Gibt es für Selfpublisher überhaupt ausreichend Möglichkeiten zu werben bzw. sein Buch vorstellen zu lassen?

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Welche davon man wählt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Von der Zielgruppe, vom verfügbaren Werbebudget oder davon, ob man sein Buch in einer Rabattaktion anbieten möchte, um nur einige zu nennen. Aber auch hier gibt es viel Bewegung. Ein Werbekanal, der heute für mich geeignet ist, kann es in einem Jahr schon nicht mehr sein. So gibt es leider keine Faustformel, nach der man sagen kann: „Wenn ich die Werbemöglichkeiten A, B und C nutze und die Summe X investiere, wird mein Buch ein Erfolg.“

 

TO GO: Wie gut sind Deine Krimis in bundesweiten Printmedien vertreten?

Überhaupt nicht. Als Autorin, die mit Amazon Publishing Erfolge gefeiert hat und als Selfpublisherin erfolgreich ist, bin ich nicht die, die von den Kulturredaktionen klassischer Printmedien hofiert wird. Da werden doch eher die Autoren großer Verlage vorgestellt, die prominent im stationären Buchhandel vertreten sind. Umso mehr freue ich mich über das Interesse von CUTE AND DANGEROUS!

 

TO GO: Woran arbeitest Du gerade?

In diesen Tagen konzipiere ich Band 7 der Reihe „Ein Fall für die Kripo Wattenmeer“.

 

TO GO: Wann können wir uns über ein neues Buch von Dir freuen?

Ich möchte mich nicht mehr so sehr unter Zeitdruck setzen wie bisher, aber ich denke, dass der neue Band Ende August, spätestens im September erscheinen wird.

 

TO GO: Was möchtest Du unseren Lesern noch mitteilen?

Zunächst einmal: Herzlichen Dank, dass Ihr dieses Interview gelesen habt! Falls Ihr meine Bücher lest: Auch dafür herzlichen Dank und gute Unterhaltung damit!

Und sonst? Wenn Ihr das Gefühl habt, selbst ein Buch schreiben zu wollen, zögert nicht. Glaubt an Euch und zieht es durch. Wenn es ein Erfolg wird, wird es Euer Leben auf unglaubliche Weise bereichern und Euch viele neue Erfahrungen einbringen. Einige weniger schöne, vor allem aber viele sehr schöne und wertvolle.

 

Vielen Dank

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