ABOUT MICHAEL

Alex Gernandt, Berater von „BEAT IT!“ & Michael Jackson Experte Alex Gernandt ist Journalist, Autor und ehemaliger Chefredakteur der Jugendzeitschrift BRAVO. In seiner Zeit als Reporter begleitete er Stars wie Madonna, Beyoncé, Jennifer Lopez und Tina Turner – als absolutes Highlight bezeichnet er die Zusammenarbeit mit MICHAEL JACKSON, den er über viele Jahre persönlich begleitete und 16 Mal exklusiv traf! Dabei erlebte er viele spannende Storys und große, emotionale Momente, über die er berichten kann. So war Gernandt u.a. bei den Videodrehs zu “Scream“ in Hollywood, “They don’t care about us“ (Rio de Janeiro) und “Stranger in Moscow“ (Los Angeles) dabei, backstage bei den Welttourneen “Dangerous“ und “History“, bei der Filmpremiere zu “Ghosts“ in Cannes sowie bei Michaels spektakulärem “Wetten, dass…?“Auftritt. In dieser Zeit erlebte er den “King Of Pop“ aus nächster Nähe. Es entstand eine freundschaftliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem einzigartigen Entertainer. 2010 überreichte er Michaels Mutter Katherine Jackson in L.A. einen Goldenen BRAVO-Otto, den ihr unvergessener Sohn posthum als “bester Sänger“ gewonnen hatte. Mit seiner Expertise unterstützt Gernandt jetzt “BEAT IT! Das Musical über den King Of Pop“.
Interview: Einen wie Michael Jackson wird es kein zweites Mal geben!

1 > Welche Bedeutung hatte MJ für die BRAVO-lesende Jugend von damals?
Alex Gernandt: Michael Jackson war ein Megastar, von Millionen bewundert und unerreichbar. Über 30 mal war er auf dem Cover von BRAVO, er gewann elf Goldene BRAVO-Ottos als beliebtester Sänger und 1996 den “Lifetime Achievement“-Otto für sein Lebenswerk. 1993 war es mir als Reporter gelungen, über sein Management Kontakt zu MJ herzustellen und ihn in Istanbul bei einem Konzert der “Dangerous“-Tour erstmals persönlich zu treffen. Das war zu dem Zeitpunkt etwas wirklich Besonderes, da er sich stets den Medien verweigerte. Dadurch wuchs das Mysterium um seine Person, was ihn nur noch spannender machte. Über die Jahre bekam ich immer wieder Zugang zu ihm und somit exklusive Storys. BRAVO wurde für Michael zur Verbindung zu seinen Fans in Deutschland und Europa. Durch die Berichte in BRAVO lernten die Fans ihn auch von seiner menschlichen Seite kennen. Bei jedem Treffen musste ich Michael Jackson übrigens meine letzte Story über ihn Wort für Wort ins Englische übersetzen. Als ich einmal schrieb: “Michaels HIStory-Show ist sensationell!“ fragte er mich
ungläubig: “You really wrote that? – Hast du das wirklich geschrieben?“ Das war keineswegs Koketterie, sondern wirklich ernst gemeint – und sagt viel über den Menschen Michael Jackson aus!

2 > Was fasziniert die Menschen auch heute noch an MJ?
Gernandt: Es sind wohl in erster Linie seine unsterblichen Hits, seine bahnbrechenden Musikvideos und seine legendären Bühnenperformances. Michael Jackson zählt für mich neben Elvis Presley, den Beatles, Bob Dylan, David Bowie und Tina Turner zu den wichtigsten Künstlern der Pop-Geschichte. Ab den Achtzigerjahren hat MJ das Showbusiness im Alleingang neu definiert und mit seinem Wirken auf ein neues Level gehoben. Das Werk, das er hinterlässt, ist absolut zeitlos. Hits wie “Billie Jean“, “Beat it“, “Thriller“, “Bad“, “Smooth Criminal“, “Man in the Mirror“, “Black or White“ oder “Earth Song“ klingen heute noch genau so spannend und packend wie damals! Michael Jackson ist auch nach seinem Tod allgegenwärtig – und wird es bleiben. Musicals wie “Beat It!“, die ihn und seine Kunst feiern, sind letztlich ein weiterer Beweis dafür.

3 > Sie haben MJ persönlich kennengelernt und lange begleitet. Was war er für ein Mensch?
Gernandt: Ich habe Michael Jackson als einen äußerst facettenreichen, positiven und klugen Menschen kennengelernt. Er konnte verspielt sein wie ein Kind, sich über kleinste Gags amüsieren, war aber gleichzeitig sehr gebildet und belesen – und ein knallharter Geschäftsmann, der eisern für seine künstlerischen Visionen und Interessen kämpfte, um zum Erfolg zu kommen. Kompromisse ging er nur selten ein. Dabei wirkte er auf mich immer überraschend bescheiden, war höflich, oft auch schüchtern und alles andere als die vielmals vermutete Marionette. Ein absoluter Perfektionist, der sein ganzes Leben dem Erfolg unterordnete, der sich ständig aufs Neue beweisen wollte, sich nie auf Lorbeeren ausruhte. Als akribischer Arbeiter verlangte er sich selbst, aber auch seinem Umfeld – Produzenten, Musikern, Tänzern – alles ab. Michaels Bühnen-Credo war: “Ich will die Fans meilenweit schreien sehen vor Begeisterung!“ Das hat er geschafft. Immer wieder.

4 > In Sachen Professionalität gab es wohl keinen vergleichbaren Künstler zu dieser Zeit. Was war die herausragendste Eigenschaft von MJ aus professioneller Sicht?
Gernandt: Sein unbedingter Wille zum Erfolg, seine absolute Einsatzbereitschaft. Michael gab alles! Das hatte er bei seinem Vater Joseph auf oft unmenschliche Art und Weise gelernt. Michael war sehr hart gegen sich selbst, ein totaler Perfektionist, der genau wusste, was er wollte – und was nicht! Der Großteil der Ideen kam allein von Michael – zu Songs und Texten, Musikvideos, Outfits oder spektakulären Shows. Bei seinem unvergessenen “Wetten, dass..?“- Auftritt im November 1995 erklärte er Regisseur bei der Probe eine halbe Stunde lang, wie beim “Earth Song“ das Bühnenlicht eingestellt werden sollte. Der wurde fast wahnsinnig – aber an die Performance erinnert man sich noch heute!

5 > Sie haben in ihrer langjährigen Arbeit mit MJ einiges erlebt. Gibt es die eine oder andere spannende, lustige oder bewegende Geschichte, die Ihnen einfällt? Auf Tour, bei Videodrehs, …?
Gernandt: Jede einzelne Begegnung mit Michael Jackson war ein Privileg, weil er extrem medienscheu war. Es war ein großes Glück, dass ich mit der Zeit sein Vertrauen gewinnen konnte und immer wieder eingeladen wurde, zu seinen Konzerten, Videodrehs oder TV-Auftritten in aller Welt. Besonders gern denke ich an den Videodreh zu “They don’t care about us“ im Februar 1996 zurück. Gedreht wurde in den Straßen von Salvador da Bahia und in den Slums von Rio de Janeiro. Im Elendsviertel von Rio war es ziemlich gefährlich, Morde waren dort zu jener Zeit an der Tagesordnung. Aber Michael bestand darauf, das Video zu dem sozialkritischen Song an authentischen Orten zu drehen! Bei Michaels
Managern führte dies zu Schweißausbrüchen. Um die Sicherheit des Teams zu garantieren, machte Regisseur Spike Lee die männlichen Favela-Bewohner am Set kurzerhand zu “Bodyguards“ und drückte ihnen ein paar Dollar in die Hand, damit die Situation nicht eskalierte. Die Jungs fühlten sich geehrt und blieben ruhig. Großes Kino war auch der Dreh zu “Scream“ in den Universal Studios in Hollywood. Dort hat MJ ganze zwei Wochen lang in fünf riesigen Studiohallen gearbeitet, zusammen mit seiner Schwester Janet und Regisseur Mark Romanek. Kosten: Sieben Millionen US-Dollar für fünf Minuten Film! “Scream“ ist bis heute das teuerste Musikvideo aller Zeiten. Typisch Michael. Er war eben sehr ambitioniert und hatte Spaß daran, Rekorde zu brechen. Seine vielen Einträge im Guinness-Buch belegen es.

6 > Es gab über MJ nicht nur positive Schlagzeilen. Wie haben Sie das als erfahrener Journalist damals bewertet und wie bewerten sie es heute?
Gernandt: Ich habe Jackson ja oft aus nächster Nähe erleben und hinter die Maske blicken dürfen. Bei den Treffen trug er niemals einen Mundschutz. Es wurden oft haarsträubende Dinge über ihn berichtet, die wohl die Sensationsgier einer bestimmten Zielgruppe bedienen sollte. Kaum wurde etwa erwähnt, dass er seit den 1980er Jahren an der Weißfleckenkrankheit Vitiligo litt und sich aus diesem Grund die Haut bleichen ließ. Daraus wurde schnell: Michael Jackson will kein Schwarzer sein, was definitiv nicht stimmte. Ich habe Michael oft begleiten können, als er etwa vor seinen Konzerten in Budapest oder Bukarest Krankenhäuser und Waisenhäuser besuchte, Spielzeug verteilte und Spendenschecks überreichte. MJ versuchte, mit den kranken Kids zu kommunizieren, er nahm sich Zeit. Man hat gemerkt, dass das von Herzen kommt und keine schnelle PR-Aktion fürs Image war. Im Gegenteil: Fotografen wollte er gar nicht dabeihaben. Vielleicht war das ja ein Fehler – tue Gutes und sprich darüber, heißt es schließlich. Die Menschen hätten ein besseres Bild von Michael erhalten, wenn er seine Goodwill-Aktionen kommuniziert hätte. Ich denke, er wurde letztlich Opfer von Erpressungsversuchen, das ist auch belegbar. Im Juni 2005 wurde er vor Gericht in Santa Barbara in allen Anklagepunkten freigesprochen. Als ich Michaels Mutter Katherine ein Jahr nach seinem Tod zu Hause in Los Angeles besuchte, sagte sie mir: “Michael hatte stets nur gute Absichten und nie etwas Böses im Sinn.“ Das glaube ich.

7 > Gibt es in der heutigen Zeit überhaupt noch Künstler, die den „Großen“ von damals, wie MJ, das Wasser reichen können?
Gernandt: Nein! Natürlich dreht sich die Popwelt weiter und es gehen immer wieder neue talentierte Künstler erfolgreich an den Start – etwa Ed Sheeran, Drake, Beyoncé oder auch Helene Fischer. Aber: einen Michael Jackson wird es kein zweites Mal geben! Seine Kombination aus Talent, Kreativität und Ausstrahlung war einmalig. Außerdem haben sich die Zeiten geändert. Die Ära der Megastars wie Michael Jackson, Prince oder Madonna ist vorbei. Jeder Tag hat zwar immer noch 24 Stunden, aber das Leben ist durch die digitale Revolution viel schneller geworden, die Haltbarkeitszeit von Künstlern und Hits hat sich mehr als halbiert. Man kann heute zwar schnell berühmt werden dank YouTube, aber genauso schnell ist man wieder vergessen, weil schon das nächste Talent in den Startlöchern steht und die User neugierig macht.

8 > Was muss eine Show wie “BEAT IT!“ können, um MJ gerecht zu werden?
Gernandt: In erster Linie muss sie entertainen, die Zuschauer in ihren Bann ziehen und begeistern! Ich erlebe “BEAT IT!“ als eine sehr gelungene Musical-Biographie: Sie ehrt und feiert Michael Jackson, den Künstler und sein Lebenswerk, gekonnt und respektvoll. Die Tänzer und Akteure auf der Bühne sind hochtalentiert und bringen den Spirit von Michael perfekt rüber, allen voran Dantanio Goodman und Koffi Missah, die den erwachsenen und jungen MJ darstellen. Es ist eine Show voller Emotionen, mit überragenden Tanz-Performances und allen großen Hits von Michael, die noch heute Millionen Fans
in aller Welt begeistern. Das Beste: Auch wenn man kein Hardcore-Fan des “King of Pop“ ist, wird man in “BEAT IT!“ sehr gut unterhalten und kann wunderbar in Erinnerungen schwelgen. Denn es gibt wohl niemanden, den Michael Jackson nicht in irgendeiner Art und Weise berührt hat…

MJ hat die Welt zum Tanzen gebracht – und “BEAT IT!“ tut das auch!

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