20 JAHRE CMV

20 JAHRE UND DAS BLUT TRIEFT IMMER NOCH

 

1998 war das magische Jahr der Gründung von CMV LASERVISION. Inhaber Andreas Strassmann hatte es sich zur Aufgabe gemacht, hochwertige Genrefilme auf Laserdisc zu veröffentlichen, was dann im Zuge der DVD Technik, um die Zeit 2002, sich auf DVDs veränderte und heute auch die BluRay technik mit einbezieht. Vor allem Horrorfilme und Special Interest Titel, aus dem Bereich des sozialkritischen und genderpolitischen Bereiches, die in der Flut der Neuheiten auf der Strecke bleiben und denen eine deutsche Veröffentlichung fehlt. Auf dem langen Weg versuchte er alles, was aus Sicht eines Sammlers von Interesse sein könnte und so gab es auch eine Soundtrack Serie auf CD. Andreas blieb immer seiner Leitlinie treu und nach 20 Jahren am Markt, ist CMV LASERVISION eine Firma die in aller Munde ist, wenn es um liebevolle und außergewöhnliche DVD und BluRay-Veröffentlichungen geht.

 

Oliver Williams im Gespräch mit Andreas Strassmann

firmenchef andreas strassmann

 

 

Herzlichen Glückwunsch zum 20. Jährigen Jubiläum. Wie feierst Du das?

Besten Dank! Wir haben das intern eher im kleinen Kreis gefeiert, aber unseren Kunden bescheren wir über das komplette Jubiläumsjahr hinweg diverse preisliche Sonderaktionen sowie eine eigene 20-teilige Anniversary-Edition mit ausgewählten Titeln aus den letzten 20 Jahren.

 

20 Jahre CMV bedeutet für Dein Unternehmen, was?

Nach 20 Jahren und weit mehr als 500 veröffentlichten Titeln noch immer am Markt präsent zu sein, ist in diesem Business nicht unbedingt selbstverständlich.

 

20 Jahre CMV bedeutet für Dich persönlich, was?

Glücklich darüber zu sein, dass ich vor 20 Jahren mein Hobby zum Beruf machen durfte, der mir bis heute Spaß macht.

 

Erzähle unseren Lesern bitte etwas über die Historie von CMV. Hattest Du bereits von Anfang an, die Idee ins Filmgeschäft zu gehen oder hat sich das ergeben?

Schon als Kind war ich vom Medium Film fasziniert, und in Folge auch recht früh mit dem Business verbunden. Zunächst habe ich neben der Schule in einer Videothek gejobbt, und nach dem Fall der Mauer als Außendienstler für eine Einkaufsgemeinschaft Videotheken in den neuen Bundesländern beliefert. Mit dem dadurch verdienten Geld hab ich mir parallel dazu eine recht umfangreiche „private Videothek“ mit mehreren hundert Originaltapes aufgebaut. Diese Sammlung habe ich dann in den folgenden Jahren u.a. über Filmbörsen vervollständigt. Der Gedanke, Filme unter eigenem Namen zu veröffentlichen, kam mir Ende 1997. Mit einem Geschäftspartner, der sich bis dato auf den Vertrieb von Laserdiscs aus dem In- und Ausland spezialisiert hatte, wurde schließlich im März 1998 „cmv-Laservision“ gegründet.

 

Ist das Risiko, gerade im Filmbereich, nicht immer sehr groß?

Ja, das Risiko ist nicht unerheblich, da die Vorinvestitionen meist relativ hoch sind, der Abverkauf der fertigen Produkte im erforderlichen Umfang jedoch natürlich nie garantiert ist. Daher sollte man sich zumindest in seinen Genres auskennen, also auch wissen, wie die potentiellen Käufer ticken, denn der eigene Geschmack ist nicht immer ausschlaggebend. ;o)

 

Wie bist Du anfangs vorgegangen und was hat cmv-Audiovision früher gemacht?

„cmv-Audiovision“ war ein Filmlabel, das zwischen Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre existierte. Als ich noch exzessiv Tapes gesammelt habe, war „cmv-Audiovision“ mein absolutes Lieblingslabel, u.a. auch, weil deren Design einzigartig auf dem Videomarkt gewesen ist. Nachdem ich durch einen Markenanwalt prüfen ließ, ob noch irgendjemand die Rechte an dieser Wort-/Bildmarke hält, haben wir damals dann das (abgewandelte) Logo sowie das Design übernommen.

 

Am Anfang war ja Deine Liebe zur Laserdisc. War Dir nicht klar, dass LDs in Deutschland einen zu kleinen Markt haben?

Ende der 90er war die Laserdisc ein bei Sammlern, aber z.B. auch Opern-Fans durchaus beliebtes Medium. Der Markt war zwar in der Tat relativ klein, aber das sind diverse Sammlernischen im DVD/BD-Bereich bis heute.

 

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Lizenseinkauf für Deine Firma erinnern?

Ja, selbstverständlich! Bei unserer ersten Laserdisc „Die Hölle der lebenden Toten“ hatten wir noch keine eigene Lizenz, sondern lediglich eine Exklusiv-Auflage, die wir im eigenen Design vertreiben durften. Unsere zweite LD „X-Ray – Der erste Mord geschah am Valentinstag“, erschienen im Juni 1998, war dann der erste eigene Lizenzeinkauf, an den ich mich noch recht genau erinnere.

 

Bitte erzähl unseren Lesern wie eine Filmlizensierung vor sich geht und welche Schritte Du nach dem Erwerb der Lizenz vornehmen musst?

Man macht sich bei einem bestimmten Film in der Regel auf die Suche nach dem entsprechenden Lizenzgeber, oder durchstöbert die Lizenzlisten bereits vorhandene Partner. Dann wird man sich über den Lizenzpreis einig oder auch nicht und darf den Film dann über einen gewissen Zeitraum in seinem Lizenzgebiet exklusiv auswerten. In Folge bekommt man dann Master- und Artworkmaterialen, die von unseren diesbezüglichen Partnern für die Umsetzung der DVD-Vorstufe sowie das Coverdesign verwendet werden – soweit die Kurzfassung .

 

Musst Du Dich oft mit der FSK streiten oder hast Du (fast) grundsätzlich den 18er Stempel in der Hand?

Die FSK ist im Laufe der letzten 20 Jahre in Bezug auf die Freigabekriterien doch etwas umgänglicher geworden, um nicht zu sagen zeitgemäßer. Parallel haben sich die Vertriebsmöglichkeiten verbessert, sodass eine Entscheidung „FSK 18“ im Vertrieb kein großes Hindernis mehr darstellt. In unserer Anfangszeit war das noch etwas anders, auch kam es vor, dass selbst eine 18er-Prüfung abgelehnt wurde, weil der Film aus Sicht der FSK zu gewaltverherrlichend war. Bestes und wohl bekanntestes Beispiel für diesen Wandel ist wohl der Film „Tanz der Teufel“, dessen Vertrieb ab Mitte der 1980er-Jahre in Deutschland komplett verboten war, jedoch nach Listenstreichung und Neuprüfung seit Mitte letzten Jahres „ab 16“ an jeder zweiten Straßenecke legal erhältlich ist.

 

Hast Du auch mal darüber nachgedacht selbst zu produzieren?

Tatsächlich haben wir in den letzten 20 Jahren mit „Lord of the Undead“ (2004) und „Salo“ (2011) bereits zwei Titel selbst produziert. Evtl. steht im nächsten Jahr ein weiteres Projekt an, aber grundsätzlich gehört das Thema Produktion nicht wirklich zu unserem Hautaugenmerk.

 

Wie siehst Du den heutigen Filmmarkt im Hinblick auf Streaming, Downloads, DVD und Limited Edition-Produktionen? Glaubst Du der Markt ist in den nächsten 10 Jahren noch bereit für ausgefallene Film-Produkte und warum?

Streaming ist und bleibt meiner Meinung nach in erster Linie eher ein Thema für die Blockbuster-Produktionen, während limitierte Sonderauflagen insbesondere für die Independent-Labels ein wichtiger Faktor sind. Die Rückkehr der Vinyl-Scheibe zeigt, dass auch im Zeitalter neuer Technologien stets eine gewisse Sammler-Klientel bestehen bleibt, denen Haptik vor Bequemlichkeit geht, und für die sich nicht zuletzt der Wert einer Sammlung nicht am Umfang einer Festplatte bemisst.

Welche Filme zählen zu Deinen persönlichen Highlights und warum?

Im Genrebereich ist und bleibt mein persönlicher Lieblingstitel die unfassbare Trash-Granate „Roboter der Sterne“ ,neben den Klassiker wie „Tanz der Teufel“, „Maniac“, „Woodoo“, „Das Haus an der Friedhofmauer“, etc..  „Andy Warhol’s Dracula“ und „Frankenstein“ sowie „Die Klasse von 1984“ gehören aber ebenfalls zu meinen All Time Faves aus eigener Schmiede.

 

Sammelst Du selbst Filme?

Ja, schon lange, bevor es cmv gab und bis heute. Allerdings heutzutage lange nicht mehr so exzessiv und umfangreich wie noch vor Jahren.

 

Was für Genrefilme interessieren Dich persönlich?

Das Horrorthema ist bei mir weitestgehend durch, mit den heutigen Horrortiteln kann ich persönlich meist nicht wirklich viel anfangen (von einigen Ausnahmen abgesehen), da ziehe ich die alten Klassiker vor. Ansonsten bin ich offen für vieles, komme aber häufig nicht dazu, mir die Dinge anzusehen, die ich gerne sehen würde. Und manchmal hat man vom Filmeanschauen auch einfach mal die Nase voll. ;o)

 

Was war Deine erste private DVD?

„Dellamorte Dellamore“ Ende 1999.

 

Was ist Dein Lieblingsfilm (nicht aus Deinem eigenen Katalog)?

„Das Schweigen der Lämmer“, dann „Krieg der Sterne“,  „Das Omen“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Terminator 2“.

 

Was ist Dein Lieblingsfilm aus Deinem eigenen Katalog?

Beim Mainstream-Programm ist es „Prayers for Bobby“ mit Sigourney Weaver, aber natürlich auch die erfolgreiche schwedische Krimiserie „Kommissar Beck“, die wir in drei hochwertigen Sammlerboxen veröffentlicht haben.

 

Welcher Film ist der unterbewerteste in Deinem Repertoire?

Da gibt es einige, aber „Blue Sunshine“ fällt mir da als erstes ein.

 

Du hast auch mal eine Soundtrack CD Reihe gemacht. Wie war die Resonanz?

Die wurde bei unseren Fans leider nicht wirklich angenommen, sodass wir sie nach sechs Titeln eingestellt haben, obwohl wir noch die Rechte für vier weitere in der Pipeline hatten.

 

Kann man wieder mal einen Soundtrack bei Dir erwarten?

Die Zeiten und auch Sammlerverhalten haben sich geändert, sodass ich das nicht grudnsätzlich ausschließe.

 

Was können wir zum Jahresende und zum Jahreswechsel von CMV erwarten?

Das wird noch nicht verraten, aber wir werden selbstverständlich auch weiterhin dem Genre-Bereich treu bleiben und für die eine oder andere Überraschung gut sein. Ferner gelegentlich neue Verpackungsideen für die Sammlerklientel anbieten, aber auch weiterhin im Bereich der preisgünstigen „Normalverpackungen“ tätig bleiben, damit uns auch diese Käuferschicht möglichst treu bleibt.

 

 

 

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