PERSONA GEEHRT

Die Inszenierung Persona (Regie: Anna Bergmann), eine Koproduktion zwischen dem Deutschen Theater und dem Malmö Stadsteater, wurde zum 56. Berliner Theatertreffen eingeladen. Wir gratulieren Anna Bergmann, ihrem künstlerischen Team sowie dem Ensemble.

Die Jury des 56. Berliner Theatertreffens begründet ihre Wahl wie folgt:
„Anna Bergmann erzählt Ingmar Bergmans Experimentalfilm nach – und macht ihn zu einer psychologischen Tiefenschürfung weiblicher Identität. Die Beziehung zwischen der verstummten Schauspielerin Elisabet und ihrer lebhaften Krankenschwester Alma wird zu einem intimen Psychoduell der großen Schauspielerinnen Corinna Harfouch und Karin Lithman, das immer neue, überraschende Wendungen nimmt und manches Tabu und Klischee durchquert. Der Abend untersucht, wie Frauen von Bildern, denen sie entsprechen sollen, gequält werden, wie sie sich vergleichen, vermessen, verausgaben – und schließlich gegenseitig austauschen. Wo verläuft die Grenze zwischen eigener Identität und zugewiesener (Frauen-)Rolle? Klug entspricht an diesem Abend die Form dem Inhalt: Denn die stumme und die sprechende Schauspielerin tauschen je nach Aufführungsland die Hauptrolle und verhandeln so einen alten Theater-Neid-Konflikt gleich mit.“

c-arno declair

Die Jury hat 418 Inszenierungen in 65 deutschsprachigen Städten besucht. 744 Voten gingen ein und die einzelnen Juror_innen haben jeweils zwischen 94 und 121 Inszenierungen gesehen. Insgesamt wurden 39 Inszenierungen vorgeschlagen und diskutiert.

Persona feierte am 30. November 2018 Berlin-Premiere in den Kammerspielen des Deutschen Theaters. In der Bühnenadaption des gleichnamigen Films von Ingmar Bergman erzählt Anna Bergmann von der Krankenschwester Alma, der die Pflege für die gefeierte Filmschauspielerin Elisabeth Vogler übertragen wird. Diese hatte nach einer Vorstellung von Elektra aufgehört zu sprechen. In einem Haus am Meer verbringen die zwei ungleichen Frauen einen vorerst unbeschwerten Sommer. Alma spricht. Elisabeth hört zu. Als Alma einen Brief findet, in dem sich Elisabeth über sie lustig macht, kippt die Situation. Tatsächlich geht es in Persona um mehr als nur Depression oder Erschöpfung. Vielmehr gründet der Kern des Stoffes auf einer tiefgehenden Skepsis an der Konstruktion der Identität des Menschen. Beide Frauen im Stück stellen diese Fragen gleichermaßen und verschmelzen darin miteinander. In Anna Bergmanns Inszenierung spiegelt sich dieser Gedanke auf besondere Art: Die zwei Darstellerinnen, Corinna Harfouch und Karin Lithman, tauschen im Laufe der Koproduktion Malmö – Berlin die Rollen: spricht zuerst die eine, übernimmt die andere ihre Rolle, wenn Land und Theater gewechselt werden.

Das Berliner Theatertreffen findet vom 3. bis 19.5.2019 statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Persona ist am Mittwoch, den 6. März wieder in den Kammerspielen zu sehen. Karten für diese Vorstellung können ab Sonntag, den 10. Februar, 15 Uhr online gebucht oder an unserer Theaterkasse gekauft werden.

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