MOZART PREMIERE

17. Februar: Premiere von Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE in einer Inszenierung von Yuval Sharon, unter der musikalischen Leitung von Alondra de la Parra und mit Kostümen von Walter Van Beirendonck

Am 17. Februar feiert Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE in einer Inszenierung von Yuval Sharon und unter der musikalischen Leitung von Alondra de la Parra Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Als Kostümbildner konnte Walter Van Beirendonck gewonnen werden. Das Bühnenbild gestaltet Mimi Lien. Die Hauptrollen übernehmen Anna Prohaska, Julian Prégardien, Florian Teichtmeister, Kwangchul Youn und Tuuli Takala. Es spielt die Staatskapelle Berlin.

Seit 25 Jahren steht August Everdings ZAUBERFLÖTEN-Inszenierung auf dem Spielplan der Staatsoper Unter den Linden – nun war es an der Zeit, Mozarts vielschichtiges Meisterwerk einer neuerlichen Befragung zu unterziehen. In seiner Inszenierung entführt Yuval Sharon in nicht weniger fantasievolle, doch ästhetisch ganz andere Bilderwelten. Im Zentrum steht dabei die Idee einer Collage, wie sie schon Mozarts Musik selbst darstellt, indem sie beständig zwischen den Stilebenen des Singspiels und der Opera seria changiert. Dabei setzt sich Sharon gemeinsam mit Bühnenbildnerin Mimi Lien und Modedesigner Walter Van Beirendonck mit der Wiener Maschinenkomödie und dem Marionettentheater auseinander, an dem Heinrich von Kleist die verlorene »natürliche Grazie« des Menschen bewunderte. Bei Sharons Inszenierungsansatz hält die kindliche Phantasie die Fäden in der Hand. Auf Opernspielplänen ist es gängige Praxis, eine ältere Inszenierung durch die jeweils neue zu ersetzen. Doch neben der Neuproduktion der ZAUBERFLÖTE steht auch weiterhin die Everding-Inszenierung auf dem Spielplan (vier Vorstellungen ab 26. April 2019) – zwei Perspektiven auf das unterschiedliche Sichtweisen herausfordernde Werk.

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Der US-amerikanische Regisseur Yuval Sharon ist Gründer und Leiter von »The Industry« in Los Angeles, einer freien Theatergruppe, die experimentelle Produktionen kreiert, um die Grenzen des Genres Oper zu erforschen und zu erweitern. 2013 brachte er gemeinsam mit Joan La Barbara, Meredith Monk und Jessye Norman »Song Books« von John Cage auf die Bühne, die in Miami, San Francisco und in der Carnegie Hall New York aufgeführt wurden. Für seine Inszenierung von John Adams‘ DOCTOR ATOMIC, die ursprünglich am Staatstheater Karlsruhe entstand und später im Teatro de la Maestranza in Sevilla aufgeführt wurde, erhielt er 2014 den Götz-Friedrich-Preis. 2016 inszenierte er Péter Eötvös’ TRI SESTRI an der Wiener Staatsoper, 2018 Olga Neuwirths LOST HIGHWAY an der Oper Frankfurt. Im Sommer 2018 wurde er als erster US-amerikanischer Regisseur zu den Bayreuther Festspielen eingeladen und inszenierte dort LOHENGRIN unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann. Seit 2016 ist Yuval Sharon »Artist in Residence« an der Los Angeles Philharmonic, wo er verschiedene Projekte und Performances realisiert. 2017 erhielt er das MacArthur Stipendium.

Alondra de la Parra hat sich letzte Woche kurzfristig dazu bereit erklärt, die musikalische Leitung der Neuproduktion zu übernehmen und ihr für 2019/20 geplantes Hausdebüt schon in dieser Spielzeit zu geben – nachdem sich Franz Welser-Möst zu seinem großen Bedauern aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Die mexikanische Dirigentin arbeitet regelmäßig mit renommierten internationalen Orchestern zusammen, darunter das Orchestre de Paris, das London Philharmonic Orchestra, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Swedish Radio Symphony Orchestra, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und das Tonhalle-Orchester Zürich. Seit Anfang 2017 ist sie Generalmusikdirektorin des Queensland Symphony Orchestra. Im Oktober 2018 eröffnete sie in Salzburg die Saison der Camerata und dirigierte den OPUS Klassik im Konzerthaus Berlin. Bei der diesjährigen Mozartwoche in Salzburg übernahm sie die musikalische Leitung für die Neuinszenierung von Mozarts »Thamos«. Verschiedene Ballettproduktionen führten sie auch nach Covent Garden ans Royal Opera House in London. Im kommenden Frühjahr kann man de la Parra mit der Camerata Salzburg beim Festival de Pâques in Aix-en-Provence erleben.

Der belgische Modedesigner Walter Van Beirendonck entwirft seit 1983 eigene Kollektionen, die sich durch ungewöhnliche Farbkombinationen, innovative Schnitte und starke Grafiken auszeichnen. Seit 1985 lehrt er am Institut für Mode an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen. Als Künstler und Kurator wirkt er an Ausstellungen auf der ganzen Welt mit. Er entwarf Kostüme für die Toneelgroep Amsterdam sowie für das Königliche Ballett von Flandern.

Die US-amerikanische Bühnenbildnerin Mimi Lien ist Mitglied der Pig Iron Theatre Company und Mitbegründerin des Performance-Raums JACK in New York. 2015 erhielt sie als erste Bühnenbildnerin das MacArthur Stipendium. Ihre Arbeit für Theater- und Opernproduktionen führten sie u. a. an das Lincoln Center Theater, das Signature Theatre und das Playwright’s Horizons in New York, an das Berkeley Repertory Theatre, das Perm Opera and Ballet Theatre und ans National Theatre in Taiwan.

Zum Ensemble gehören Kwangchul Youn (Sarastro), Julian Prégardien (Tamino), Anna Prohaska (Pamina), Florian Teichtmeister (Papageno), Serena Sáenz Molinero (Papagena), Tuuli Takala (Königin der Nacht), Lauri Vasar (Sprecher/Zweiter Priester), Florian Hoffmann (Monostatos), Adriane Queiroz (Erste Dame), Cristina Damian (Zweite Dame), Anja Schlosser (Dritte Dame), Stephan Rügamer (Erster Geharnischter), Grigory Shkarupa (Zweiter Geharnischter), Linard Vrielink (Erster Priester) und Solisten des Tölzer Knabenchors (Drei Knaben). Darüber hinaus singt der Staatsopernchor, einstudiert von Anna Milukova.

DIE ZAUBERFLÖTE, die meistgespielte deutschsprachige Oper, steht auf dem diesjährigen Spielplan der Staatsoper Unter den Linden im Zentrum von Musiktheaterwerken, die von ihr inspiriert wurden: Strauss’ DIE FRAU OHNE SCHATTEN, Jörg Widmanns BABYLON (Uraufführung: 9. März 2019), die man als die »Zauberflöten« des 20. und 21. Jahrhunderts bezeichnen könnte, oder Claude Viviers KOPERNIKUS. Zugleich steht die Oper, in der Pamina und Tamino unerschrocken jeder Gefahr trotzen, für das Motto dieser Spielzeit: »furchtlos«.

Zur Vorbereitung auf die Premiere findet am Sonntag, dem 10. Februar um 11 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden eine Einführungsmatinee statt. Der Eintritt ist frei.

DIE ZAUBERFLÖTE
Große Oper in zwei Aufzügen (1791)
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Text von Emanuel Schikaneder
Premiere am 17. Februar 2019 um 18:00 Uhr
Weitere Vorstellungen am 21., 23. und 28. Februar sowie 1., 3., 6., 8., 10., 12. und 16. März 2019

Staatsoper Unter den Linden

Eine Werkeinführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal statt.

Die Produktion wird unterstützt durch den Verein der Freunde und Förderer der Staatsoper Unter den Linden

Tickets sowie weitere Informationen unter Telefon 030 20 35 45 55 und www.staatsoper-berlin.de

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