TALENT

PLASTIKSPUR

Lara Elaina Whitman

(Self published)

Auch bei uns passiert es mal, dass wir etwas übersehen. In diesem Fall ein Buch, welches seit Oktober 2017 bei mir auf dem Tisch liegt und sicher schon alle Ecken des großen Möbelstücks kennen gelernt hat. Aus der Serie „Tausend Mal berührt, tausend Mal ist nichts passiert, tausend und ein Tag und es hat boom gemacht“. So verhielt es sich mit diesem Thriller, der auch lange nach seiner Veröffentlichung eine absolute Pflichtlektüre für Krimifans darstellt – das schon einmal vorweg. Lara Elaina Whitman ist eine der vielen Self Publisher oder besser: die Helden der Literatur? Ihnen wird es nicht leicht gemacht in einer Welt von durchgeknallten Lektoraten, Menschen die urteilen, aber selbst noch nie ein Wort zu Papier gebracht haben. Mit einer finanzstarken Maschinerie lässt sich eben jedes Buch zum Bestseller machen, wenn man nicht nur Fleiß, Kreativität und innige Liebe zum Produkt, sondern auch das eigene Kapital investieren muss, dann ist das viel schwerer – aber aus meiner Sicht liest man das schon am Anfang eines Buches, denn fast jedes Buch eines Selbstverlegers beginnt mit einem „kühlen Morgen“,“ einem sonnigen Erwachen“ oder „einem lustigen Abend“. Auch der Roman von Lara ist da keine Ausnahme, aber liest man weiter in dem Buch, dann verändert sich die Ansicht des Lesers, denn bei Lara handelt es sich nicht um ein gewisses „Warmschreiben“ wie ich es immer nennen, sondern sie verfügt über eine grandiose Naivität. Damit will ich sagen, dass Lara in ihrem Buch frei schreibt. Sie denkt nicht über bestimmte Wortwahlen nach, sondern trifft mit der einfachen Struktur genau den Großteil der Leser. Damit ist die Geschichte die sie erzählt, eine einfach strukturierte mit einem Anfang und einem Ende. Ungeachtet dessen verfügt der Thriller über viele spannende Momente, Dinge die anders scheinen als sie es sind und bieten locker eine gute Story für den Tatort, weil eben nicht so viel rumgesponnen wird. Direkt aus dem Leben, voll auf die Buchseiten. Natürlich, zumindest gehe ich davon aus, schlummert in dem Buch viel Erlebtes, denn Lara ist im wirklichen Leben Journalistin, ebenso wie ihre Hauptfigur. Lara mag Rock Musik, wie ihre Hauptfigur und die Band Exercise Two hat es beiden angetan. (Die Band gibt es wirklich, wenn auch sehr lokal orientiert, einfach mal checken.) Doch unsere Hauptfiguren bleiben im Focus und dadurch ergeben sich bestimmte Sichtweisen und Abläufe, die einfach so im Leben passieren und nicht aussehen, wie das Fernsehen uns manchmal glauben lassen will. „Plastikspur“ ist sicher Laras eigenes Universum, aus dem hoffentlich noch weitere Bücher entstehen, oder eben Filme. Gratulation zu einem realistischen und extrem spannenden Roman. Versprochen sei am Ende auch, dass ihr nächstes Buch nicht über ein Jahr auf meinem Tisch liegen wird.

 

Von Lara Elaina Whitman gibt es noch andere Bücher. Einfach mal auf: www.laraelainawhitman.de

Von Exercise Two beeindruckt werden: www.ex-2.com

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