BRUTAL GUT

MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT, würde ich manchmal sagen, aber in diesem Fall ist es der name einer Band aus dem Rhein-Main-Gebiet. Ihr aktuelles Album hat zwar eine gute Kritik bei uns bekommen, aber unser Redakteur, hat da einige Fehler eingearbeitet, die es nun mal gilt zu korrigieren. Und wer könnte das besser als die Band selbst.

 

TO GO: Bitte stellt Euch doch mal den Lesern vor.

Fisch: Wir sind Mein Kopf ist ein brutaler Ort aus dem Rhein-Main Gebiet. Unsere Basis können wir allerdings guten Gewissens als Frankfurt am Main bezeichnen. Eine Band, sechs Kerle, die gerne harte Musik hören und vor allem machen.

 

TO GO: Erzählt unseren Lesern bitte was MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT für eine Bedeutung hat und wie seid Ihr auf den Namen gekommen?

Fisch: Am Anfang einer jeden Band steht: die Suche nach dem Sound und die berühmt-berüchtigte Namensfindung. Ursprünglich hatten wir nach einem kurzen, einprägsamen Namen gesucht, die waren allerdings meistens schon vergeben, oder wir konnten keine Einigung erzielen. Zu den Anfangszeiten kam Ralf mit einem Großteil der Riffs zur Probe.

Ralf: Fisch meinte dann irgendwann: „Alter, dein Kopf ist ein brutaler Ort!“ Damit war die Saat ausgebracht und der Name gefunden. Er lässt dich mit MKIEBO, „die Orte“ oder „die Köpfe“ auch etwas abkürzen.

 

TO GO: Warum habt ihr euer Aktuelles Album „Selbstmitleitkultur“ genannt?

Fisch: Der Albumtitel sollte den Inhalt der Platte irgendwie zusammenfassen. Außerdem haben wir einen gewissen Hang zu Wortneuschöpfungen „Brutalin“ oder kleinen Spielereien mit der Sprache „Neue Deutsche Schelle“. „Selbstmitleitkultur“ bildet für uns ein aktuelles gesellschaftliches Phänomen ab, in der, insbesondere in sozialen Medien, kaum noch miteinander geredet wird, sondern Täter-Opfer Debatten in einer Art und Weise geführt werden, die einen nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen lässt. Schuld sind dabei aber immer die Anderen, die „da oben“, aber auf keinen Fall man selbst. Auf so einer Basis soll dann der Führungsanspruch einer gewissen Kultur verhandelt werden? Das verlangt nach künstlerischer Aufarbeitung.

 

TO GO: Erzählt uns was zu den Arbeiten am Album.

Fisch: Wir haben wieder mit unserem Freund Michael „Heili“ Heiliger vom Presskopp-Studio zusammengearbeitet, wie das für einige von uns schon seit über einem Jahrzehnt gewissermaßen Tradition ist. Er stand uns mit Rat und Tat zur Seite und half uns an manchen Stellen noch etwas mehr aus den Songs heraus zu kitzeln. Bei den vorherigen Produktionen wurde von Seiten der Kritiker moniert, dass unser Songwriting mehr Schliff vertragen könne. Wir hatten uns daraufhin einen relativ strikten Terminplan verordnet, der uns quasi gezwungen hat, uns konsequent mit dem Songwritingprozess auseinanderzusetzen um ihn zu verbessern. Wir finden, dass uns das geglückt ist, aber auch, dass wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen sind.

Ralf:  Joni und Anthony waren bei den Aufnahmen zu „Brutalin“ noch recht frisch in der Band. Sie

hatten daher weniger Gelegenheit ihren Stil und ihre Ideen einfließen zu lassen. Auf „Selbstmitleitkultur“ waren die beiden von Anfang an dabei und konnten sich viel mehr einbringen. Das gesamte Songwriting war dadurch deutlich organischer und wir konnten mehr Zeit in Feinheiten investieren.

 

 

 

 

TO GO: Die Texte sind sehr harsch und unverblümt, direkt und provokativ. Seid ihr privat auch so direkt mit der Gesellschaft?

Fisch: Ich denke, dass die Musik, wie wir sie machen, solche Texte braucht. Im Metal gibt es ja auch eine gewisse Tradition der Gesellschaftskritik, die dann auch gerne hart und unverblümt ausfallen darf. Es ist ja schließlich kein Pop und sowohl Musik als auch Text muss auch nicht jedem gefallen.

Ralf: Die Einstellung zu den angesprochenen Themen ist die gleiche, aber sicherlich sind Liedtexte

immer nochmal etwas plakativer. Bei deutschen Texten ist auch die Wahrnehmung eine andere. In der Muttersprache haben bestimmte Worte häufig noch einen Subtext der mitschwingt.

 

TO GO: Was wollt Ihr mit den Texten bewegen?

Fisch: Ob wir etwas bewegen, liegt in erster Linie an denjenigen, die die Songs hören. Für uns ist es in erster Linie wohl eine innere Auseinandersetzung zu gewissen Themen, zu denen wir etwas zu sagen haben: Beziehungen, Angstzustände, Missbrauch, soziale Medien, Extremismus, Vorfreude auf ein Konzert. Die Liste ist lang. Wissenschaftliche Differenziertheit wird man nicht finden, dafür ist das Medium aber auch nicht geeignet.

 

TO GO: War die Entwicklung der heutigen Gesellschaft Ausgangspunkt für Eure Bandhistorie?

Fisch: Definitiv. Seit der Veröffentlichung von „Brutalin“ im Jahre 2015 hat sich einiges verändert und große Teile der Welt wenden sich überwunden geglaubten Ideen von Populismus, Autokratie und geschlossenen Grenzen zu. Das ist schwer zu ertragen und ich hoffe, dass dies auf „Selbstmitleitkultur“ deutlich geworden ist.

 

TO GO: Was hat euch dazu bewogen in Deutsch zu singen?

Fisch: Ich hatte zunächst starke Ressentiments gegen deutsche Texte, zuvor waren wir auch nur in englischsingenden Bands aktiv, dann zeigte sich aber, dass Thrash und Deutsch sich nicht ausschließen. Je tiefer wir uns eingearbeitet hatten, desto sicherer waren wir, hier eine kleine Nische gefunden zu haben, die zu uns passt. Der positive Nebeneffekt zur damaligen Zeit war, dass es in diesem Bereich quasi keine Konkurrenz gab. Wenn man also nach etwas, das ähnlich wie beispielsweise MACHINE HEAD oder LAMB OF GOD klingt, aber nach exotischeren Sprachen als Englisch sucht, kann man bei uns fündig werden.

Ralf: Die Entscheidung fiel damals relativ spontan bei einer Probe und war nicht wirklich geplant. Als wir die Songs zum ersten Mal mit deutschen Texten gehört haben, hat uns das aber alle direkt überzeugt.

 

TO GO: Was dürfen eure Fans 2019 von euch noch erwarten?

Fisch: Wir planen unsere Shows für 2019, spielen unsere besten Songs und schreiben neues Material.

Ralf: Live wie immer volle Power und im Hintergrund basteln wir noch an dem ein oder anderen musikalischen Schmankerl.

 

 

Mehr zur Band gibt es unter: https://meinkopfisteinbrutalerort.de/

 

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