B.O.S.C.H.

WIR SIND LAUT – WIR SIND ANDERS – WIR SIND B.O.S.C.H.

 

Und nu?, kann ja jeder sagen. Album Nummer 3 liegt auf dem Tisch und klingt wie durch den Fleischwolf gedreht, oder war das der Titel? Album Nummer 3 ist straight, trifft den Nerv der Zeit und hat eine gehörige Portion Power. Also alles was Laute Helden bringen müssen…

 

C&D: Ihr macht keine neue Deutsche Härte, ihr macht Krach habe ich gehört. Eigene Aussage von dir.

Ledde: Ja. Zum Teil hören wir alle unterschiedliche Musik. Ich bin ein alter Metalhead, wir haben auch Leute dabei die Punk hören. Wir hören auch ganz extremes Zeug. Natürlich sind auch Rammstein-Einflüsse mit dabei, das kann man ja nicht verleugnen. Aber wir haben so gezielt keine Vorgaben und machen das wozu wir Bock haben. Ja das letzte Album ist eigentlich härter geworden, unbewusst kam die Musik so aus uns raus. Sagen wir es mal so, bei uns ist es auch wichtig, live spielen wir noch organisch, mit Verstärker auf der Bühne und das kann man nicht als klassische NDH-Show bezeichnen. Sondern soll es auch ein bisschen Rock’n’Roll rüber bringen und das ist natürlich auch mit dabei. Aber die nehmen wir zur Unterstützung und so. Wir sehen uns nicht der Welle zugehörig, wenn man deutsch dazu singt kommt man aber nicht da drum herum.

 

C&D: Im Endeffekt sind das die Stempel die man von den Journalisten aufgedrückt bekommt.

Ledde: Ja es ist einfach so, sobald du was deutsches singst kommt halt immer Rammstein und so, du kommst aus der Nummer gar nicht mehr heraus. Wobei ich finde Rammstein echt gut, es gibt auch viele andere Sachen die ich gut finde. Aber ich persönlich sehe mich jetzt nicht so.

 

C&D: Ihr habt ja jetzt eure Eigenständigkeit, darüber braucht man ja nicht zu diskutieren. Wenn man sich das neue Album mal anhört, das ist es ein klassisch schönes Hardrock Album mit coolen deutschen Texten. Da sehe ich keine Ambitionen irgendwo dass man Rammstein raus hört.

Ledde: Richtig. Harte Deutsche Musik einfach.

 

C&D: Viel anders waren die ersten beiden Alben für mich nicht, die waren jetzt etwas softer aber so viel softer nun auch nicht.

Ledde: Ja die haben sich so entwickelt, es ist aus einem Projekt entstanden. Und mit verschiedenen Besetzungswechseln und seit 2011 spielen wir mit dieser Besetzung zusammen und da hat es sich aus den einzelnen, eigenen Vorlieben so entwickelt.

 

C&D: Warum habt ihr zwischen dem „Apparat“-Album und dem neuen Album so lange Zeit gebraucht?

Ledde: Weil wir einmal mit dem alten Plattenlabel Probleme hatten, eigentlich sollte das Album letztes Jahr raus kommen, dann gab es Probleme mit Krankheit und persönlichen Dingen und so wie man das kennt. Dadurch hat sich das Ganze verzögert. Wir wollten dass es dann einfach gut wird. Und dann ist der neue Deal entstanden und schon ging das einfach alles relativ schnell

 

C&D: Wie seid ihr zu dem Deal gekommen? Klassisch beworben oder einfach mal getroffen?

Ledde: Ein Redakteur von Metal Hammer hat das gehört und der hat den Kontakt hergestellt. Dann ist alles über unseren Produzenten gelaufen und der hat dem dann ein-zwei Songs geschickt. Der Schorse fand das geil und da haben wir zugegriffen und von da an ging dann alles ratzfatz . Da hieß es dann so: wir würden uns freuen wenn ihr zu uns kommt. Dann ging das ratzfatz. Kann man nicht anders sagen.

 

C&D: Als ihr 2008/2009 angefangen habt, war da von vornherein klar dass ihr deutsche Texte verwendet?

Ladde: Es war vornherein klar dass wir deutsche Texte nehmen da – Muttersprache. Wir können uns in der Sprache gut ausdrücken, besser als in Englisch. Ich finde es auch leichter die Texte zu schreiben. Die Musik soll ja auch live aus einem heraus kommen und da ist einfach in der eigenen Sprache das Ganze zu transportieren ideal. Auch wenn Aggressionen dabei sind, das kann man besser in der eigenen Sprache transportieren als in einer Fremdsprache.

 

C&D: Es war ja vor 15 Jahren teilweise noch verpönt im Rock/Hardrock-Bereich deutschen Texten zu nutzen. Was glaubst du, hat sich in der Zwischenzeit denn getan?

Ledde: Es hat sich viel getan. Es ist akzeptiert. Es gibt andere Korpus die nicht auf der NDH-Welle reiten und deutsche Texte verwenden. Ich finde das auch ganz gut so. Man sieht die Akzeptanz im Ausland wenn man in der eigenen Muttersprache singt.

 

C&D: Da hat sich ja erst in den letzten Jahren so entwickelt.

Ledde: Ja das hat sich so in den letzten Jahren entwickelt, für uns stand das aber von Vornherein fest dass wir das so machen.

 

C&D: Wie fängt man generell in Wilhelmshafen damit an Musik zu machen?

Ledde: Wir haben es praktisch klassisch angefangen als Schülerband. Nicht mit dieser Band aber wir sind so in die Musikerszene gekommen. Und ich bin Musikfan seit ich denken kann und mir war klar dass ich dasselbe machen will. Im Lauf der Zeit hat sich das so entwickelt. Und wir haben alle zusammen schon so in Bands gespielt und wir alle sind miteinander befreundet und haben gesagt jetzt machen wir Musik.

 

C&D: Ihr habt euren Proberaum aber nicht auf dem Schiff?

Ledde: (lacht) nein, aber das wäre mal eine Idee. Könnte man mal machen.

 

C&D: Wenn ihr heute Abend auf die Bühne geht, ist das der erste Gig mit dem neuen Album im Gepäck oder hattet ihr schon vorher eine Release Party?

Ledde: Wir haben vor zwei Wochen schon mit Ost+Front gespielt in Wolfenbüttel. Die Tour ist die erste, aber es ist der zweite Gig mit dem neuen Album.

 

C&D: Das ist vom Publikum her auch interessant weil Ost+Front und Stahlmann sind anders geartet. Da kann man viele neue Fans gewinnen oder?

Ledde: Ja ich denke und hoffe schon, wir haben schon ein paar Mal dort gespielt und es lief immer gut. Es ist für das Publikum immer interessant wenn Neues entdecken kann.

 

C&D: Seht ihr euch eher als Live oder eine Studio Band?

Ledde: Wir sind eine Live-Band. Wir spielen am liebsten live. Im Studio verbringen wir auch viel Zeit, ist ja nicht anders machbar (lacht). Aber auf dem Tourauftakt ist es ja was ganz besonderes heute, da freue ich mich richtig drauf. Da werden wir richtig Gas geben. Ich gebe immer Gas, aber das ist auch was zählt.

 

C&D: Spielt ihr jetzt mehrere Konzerte mit Stahlmann zusammen?

Ledde: Ja es sind noch vier Gigs dieses Jahr, die Termine für nächstes Jahr sind nochmal zwölf. Wir gehen auf Tournee zusammen im Frühjahr, aber die Termine sind noch nicht fest. Alles noch in Planung

 

C&D: Wir hoffen ihr spielt auch mal in Berlin, damit man euch mal sehen kann.

Ledde: Euer Verlag sitzt in Berlin? Meine Schwester wohnt in Berlin, meine Mutter wohnt in Berlin und ich bin auch Berliner.

 

C&D: Dann sind das schon mal Drei die dabei sind, also müsst ihr hier mal spielen.

Ledde: (lacht) Der Platz muss noch sein ja. Ich bin gebürtiger Berliner und hab da noch nie gespielt, wird aber hoffentlich nächstes Jahr passieren.

 

C&D: Wer hatte die Idee zu dem Cover von Fleischwolf?

Ledde: Unser Artwork macht unser Schlagzeuger und die Idee ist gemeinsam entstanden und er hat sie umgesetzt.

 

C&D: Ich finde es teilweise sehr gewagt. Man kann sagen „ok es sieht scheisse aus“ bis man es begriffen hat oder es ist super interessant und es sticht heraus. Es ist was anderes.

Ledde: Wir hatten immer schwarz-weiss Optik und es war wie ein neuer Anfang. Wir wollten von der schwarz-weiss Optik weg. Und wir wollten das interessant gestalten dass man zweimal hinschauen muss. Wenn das irgendwo steht, dass man es noch herum dreht „aha was ist das denn“. Nicht auf den ersten Blick, plakativ, wir hätten auch ein bisschen Mett durch den Fleischwolf lassen können (lacht) ist halt für den zweiten Blick. Ist ja beim texten auch so. Wenn man was mag sollte man es sich auch durchlesen und sich eine eigene Meinung bilden. Ich finde es gut wenn man nochmal liest, nochmal nachdenkt und nochmal anschaut. „Was ist das eigentlich“ und „einfach interessant“.

 

C&D: Es fällt ein bisschen aus dem Rahmen. Sieht ja auch Klasse aus die Rückseite der CD.

Ledde. Ja genau. Wir haben das extra gemacht weil vorne total versteckt und hintendrauf weiß man was los ist.

 

C&D: Ja der Gegensatz ist toll. War das ein anderes Arbeiten als bei den ersten beiden Alben?

Ledde: Nein. Wir haben unser Prinzip. Es wird sich zusammen gesetzt wenn jemand eine Idee hat, wird sich angehört und angefangen auszuarbeiten. So entstehen dann auch Liedertexte- werden angefangen verworfen oder ausgearbeitet. Dass ist dann ein demokratischer Prozess der entsteht, anstrengend aber wir wollen alle dahinter stehen.

 

C&D: Seid ihr mit mehr Songs in die Produktion gegangen als mit denen die letzten Endes auf dem Album erschienen sind oder klipp und klar nur die zwölf Songs?

Ledde: Wir haben noch ein paar in Petto gehabt, die auch gut und nicht schlechter waren aber wir mussten uns für zwölf entscheiden, wir konnten nicht alle drauf packen. Denn ich denke 40-45 Minuten für ein Album reicht. Das ist eine angenehme Hörlänge. Ich bin auch so: wenn ein Lied zu lange geht, dann schreibst du es ab oder das Ende geht verloren. Außerdem ist es immer ganz gut was in Petto zu haben. Die liegen erst mal auf Eis und mal sehen.

 

C&D: Genau, kann ja noch eine EP hinterher rutschen oder so.

Ledde: Ja oder sie kommen vielleicht mit dem nächsten Album. Ideen haben wir ja schon.

 

C&D: Du sagst, du konsumierst selbst sehr viel, was hörst du denn so aktuell? Im MP3 oder CD-Player?

Ledde: Ich bin wieder auf Vinyl umgestiegen. Ich hab irgendwann vor zwei Jahren Vinyl wiederentdeckt und es gibt nichts Besseres.

 

C&D: Dann fehlt ja nur noch die Fleischwolf als Vinyl.

Ledde: Ja wir hoffen dass sie noch kommt. Es liegt nicht nur an uns, es liegt auch ein bisschen daran wie sich das verkauft. Wenn es sich gut verkauft werden wir eine Vinyl Auflage machen und allein deswegen schon, weil ich sie auch in meinem Regal stehen haben will. Es hat einfach mehr Schauwert und ist wie ein Ritual, Vinyl hat mehr Wert.

 

C&D: Und da wird die Optik von dem Cover nochmal ganz anders kommen.

Ledde: Ja, das Cover wird gewaltiger kommen. Es ist dann was anderes. Ich bin jemand der gerne mal auf dem Sofa sitzt und Musik hört und das Cover in den Händen hin und her dreht. Schaut wie es heißt und die Texte liest. Und wenn es mp3 nicht mehr gibt – die Teile laufen immer noch.

 

 

 

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