THE BEST HEAVY METAL PARTY

Klaus Schubert, Rock`n Roller mit Herz und Blut, ist nicht unbedingt jedem Hard Rock Fan ein Begriff, denn sein Territorium war und ist in erster Linie Österreich. Dort sorgte er bereits Anfang der 80er für Aufsehen mit seiner Hard Rock Formation NO BROS, deren Schatten immer noch in der Szene an den Wänden streifen. Doch Klaus Schubert ist mehr, er ist umtriebig, auch wenn sich der Name NO BROS immer wieder an seinen Fersen haftet, bis heute zu SCHUBERT IN ROCK.

 

Interview: Andreas Werner & Nina Wagenaar / Review: Leonard Mertens /Fotos: Pure Steel

 

Der ein oder andere Rockfan wird sich sicher noch an die österreichische Formation NO BROS erinnern. 1974 als TARGET gegründet, wurde daraus schnell die Band NO BROS, die in Österreich unglaubliche Erfolge verbuchen konnte, aber in Deutschland damals nicht von sich reden machte. Durch ein wenig Vitamin B und ein sagenhaftes Songwriting schafften es NO BROS Anfang der 80er zu ihrer ersten Aufnahme und so erschien 1981 die Single „Good morning sir“ und kurz darauf das Live Album „Heavy metal party“, in meinen Augen immer noch eins der besten Hard Rock Alben in den 80ern überhaupt. In Österreich erreichte die Band aus dem Stand und mit einem Livealbum, was damals nicht normal war, sogar Platz 12 der offiziellen Charts und konnte sich auch ein paar Wochen halten.

 

Auch wenn das Studioalbum „Ready fort he action“ ein Jahr später ein solides Werk war, so kam es an den Erfolg der Livescheibe nicht ran und so langsam ging es schon wieder runter vom Hard Rock Olymp. Auch ausgedehnte Tourneen mit URIAH HEEP und anderen internationalen Größen, konnten daran nichts ändern. NO BROS blieb unter Liebhabern eine Band, die nicht in Vergessenheit geraten könnte und ein paar unglaublich geile Rocker hinterlassen hat. Für die normalen Fans jedoch übernahmen andere Formationen schnell wieder die Oberhand, zumal es damals nicht leicht war für einen Act aus Österreich in Deutschland Fuß zu fassen, aber umgekehrt auch nicht.

 

Gründer und Mastermind Klaus Schubert machte sein eigenes Ding, nachdem die Band wegen interner Streitigkeiten auseinander brach. Klaus Schubert formte zahlreiche Soloprojekte und war auch dem Nachwuchs verpflichtet. Als Rock`n Roller schrieb er auch für Musikmagazine in Österreich und förderte so die heimische Szene. Aus diesem Grund  bekam er im Jahre 2016 sogar das „Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck“ und ist damit der erste Rockmusiker, der diese Auszeichnung überhaupt bekam, also eine doppelte Ehre.

 

2013 erschien dann das erste Album als SCHUBERT IN ROCK. Auf dem Hoanzl Label wurden NO BROS Klassiker mit internationalen Stars neu interpretiert. 2018 gab es dann das zweite Album der Formation „Commander of pain“ bei PURE STEEL RECORDS, welches nun als Doppel Vinyl auf den Markt kommt. Alles in limitierter Auflage, mit dem, von Klaus geliebten gatefold sleeve und vielen Künstlern der internationalen Rock und Metal Szene.

 

Zeit sich mal über ein paar Anekdoten aus vergangenen Tagen zu unterhalten. Andreas Werner sprach mit Klaus Schubert.

 

C&D: „Commander of Pain“ erscheint gerade als Vinyl Edition. Bitte erzähl unseren Lesern etwas über das neue Album, welches im Juni 2018 erschienen ist und nun als Vinyl Edition auf den Markt kommt, im Allgemeinen.

Das im Jahr 2013 von mir ins Leben gerufene Projekt SCHUBERT IN ROCK geht mit „Commander Of Pain” in seine zweite Runde! Damals wurde ein Album produziert, für das die bekanntesten und erfolgreichsten NO BROS-Songs mit Stars der internationalen Hard & Heavy-Szene neu aufgenommen wurden. Mit Musikern, mit denen ich früher gemeinsam getourt bin und die dabei auch zu Freunden geworden waren, wie etwa Tony Martin (BLACK SABBATH), Biff Byford (SAXON), Joe Lynn Turner (RAINBOW, DEEP PURPLE), Marc Storace (KROKUS), Doogie White (RAINBOW), Bernie Marsden (WHITESNAKE), Neil Murray (BLACK SABBATH, BRIAN MAY) und Don Airey (DEEP PURPLE). Jetzt, einige Jahre später, wurde mit SCHUBERT IN ROCK Vol. 2 ein weiterer Meilenstein in Sachen „Rock music made in Austria“ mit internationaler Beteiligung gesetzt. Im Unterschied zur Erstauflage sind es bei „Commander Of Pain“ jedoch lauter neue Songs, die den Interpreten auf den Leib geschrieben wurden. Wobei ich meinem Sound dennoch treu geblieben bin. Und das Line-up kann sich erneut mehr als nur sehen lassen: Mit dabei sind Marc Storace (KROKUS), Don Airey (DEEP PURPLE), Jennifer Batten (MICHAEL JACKSON, JEFF BECK), Carl Sentance (NAZARETH), Jeff Scott Soto (SONS OF APOLLO, JOURNEY, AXEL RUDI PELL), Doogie White (RAINBOW, MICHAEL SCHENKER), Michael Vescera (LOUDNESS, YNGWIE MALMSTEEN, OBSESSION), das Rockurgestein Dan McCafferty (Ex-Frontman der legendären NAZARETH) und diverse heimische Special Guests wie u.a. Ewald Pfleger von OPUS.

 

C&D: Während Dein letzten SCHUBERT IN ROCK Album noch alte NO BROS Klassiker in neuem Gewand präsentiert hat, so hast Du endlich losgelassen und gezeigt, wie gut Klaus Schubert heute klingen kann. Warum so spät?

Die Grundidee zu SCHUBERT IN ROCK 2013 war eigentlich das Album nur mit NO BROS-Songs, um zu zeigen was die Titel hergeben wenn sie von einigen der besten Rocksänger der Welt neu interpretiert werden! Wir hatten allerdings damals schon als Bonustracks drei neue Kompositionen mit dabei, die wirklich cool waren  und das war der Grundstein für das neue Album mit neuen Songs.

 

C&D: Siehst Du Dich dann als Solokünstler oder als Team mit Deinen Mannen Walt, Andy, Bernie und Andy?

Ich sehe mich schon als Team aber ich bin derjenige der das „Schlachtschiff” steuert. itspracherecht in allen Belangen gibt es nicht, wie heiß das Sprichwort: Zu viele Köche verderben den Brei!!

 

C&D: Warum musste man auf das Vinyl so lange warten?

Wir hatten noch einen Deal für einen Song mit KEN HENSLEY (Ex-URIAH HEEP) den ich überaus schätze, der brauchte aber aus z.T. gesundheitlichen- und zeitlichen Gründen zu lange, so dass sich der Song für die CD nicht mehr ausging. Daher ist „The Last Heartbeat” jetzt mit einem weiteren Titel – „Holy Ground/Live” feat. Marc Storace (KROKUS) und Don Airey (DEEP PURPLE) als Bonus auf der Doppel-Vinyl!!

 

C&D: Wie bist Du mit Deiner Band zu Pure Steel gekommen?

Ich habe PURE STEELs Andreas Lorenz vor ca. 10 Jahren kennengelernt, als ich gerade mein Sideproject KLAUS SCHUBERTs ROCK BUNNIES ins Leben rief. Andy war auch schon immer von NO BROS sehr angetan, daher lag es nahe, dass wir uns zusammengetan haben, nachdem ich von den ganzen Major-Labels in „good old Austria” die Schnauze voll hatte!

 

C&D: Du bist einer der ganz wenigen Acts aus dem deutschsprachigen Raum bei Pure Steel. Woran liegt das Deiner Meinung nach?

Das ist eh geil, so genießt man einen gewissen Exklusivitäts-Bonus neben den ganzen „Ausländern”. (lacht)

 

C&D: Wie siehst Du den heutigen Musikmarkt im Vergleich zu deinen Anfängen damals mit NO BROS?

Früher haben wir allein in Österreich ca. 30.000 LPs verkauft, wenn wir heute 1000 verkaufen ist die Begeisterung überschwänglich, eigentlich traurig, aber was soll es, die Zeiten haben sich geändert und ich mach weiter weil es mir einfach noch immer riesigen Spaß macht richtig abzurocken!

 

C&D: Dann bist Du eher ein Livemusiker? Oder hat für Dich auch die Studioarbeit seine Reize?

Ich mag beides gerne, ich liebe es live zu improvisieren – ich könnte nicht, wie viele andere Bands das Programm runterholzen wie auf dem Album. Ich gehe auch nicht voll vorbereitet ins Studio, bei mir geht Spontanität vor eingeübter Perfektion!

 

C&D: Was hat sich in Deiner Einstellung als Musiker verändert, wenn Du es mit den Anfängen vergleichst?

Früher kamen viele Leute zu den Konzerten weil was los war und weil sie neugierig, interessiert und offen für vieles waren, das war einfach super. Aber wie wir wissen hat sich ja im Internetzeitalter so manches geändert .

 

C&D: Wie denkt man heute über die Fede NO BROS : BLIND PETITION? Hat man sich mal wieder getroffen?

Mir war diese von ihnen ins Leben gerufene Fede eigentlich immer schon schnurzegal, ich wusste was wir drauf hatten und ich wusste aber auch was die nicht draufhatten – und das wussten auch die Fans.  Das hat sie damals schon a bissl geärgert, mittlerweile geh ich sogar hin und wieder mit dem Mastermind der Band „Fussl Bartsch” einen abzwicken.

 

C&D: Wie habt Ihr als Musiker damals diese, oft auch als „Feindschaft“ hochgespielte, Sache gesehen?

Richtig, das Ganze war von den Wienern in Sachen „bösgläubige Promotion” richtig hochgespielt und somit erreichten auch BLIND PETITION über die Grenzen Wiens hinaus ein klein wenig an Bekanntheit. Wirklichen Erfolg im Austroland hatten sie nie.

 

C&D: Gab es damals nicht auch eine „Fede“ zwischen deutschen und österreichischen Metalbands?

Für mich nicht, ich bin sogar mit vielen  deutschen Bands befreundet, wir waren zum Beispiel auch mit Bands wie VICTORY oder AXXIS on Tour.

 

C&D Warum glaubst Du, ist NO BROS nie groß in Deutschland präsent gewesen?

Das hat unsere damalige Plattenfirma OKAY Musica  vermasselt, die wollten Unsummen für Übernahmerechte unserer Alben und da spielten die Deutschen nicht mit!

 

C&D: Hätte NO BROS mit Hilfe von Social Media damals andere Chancen gehabt?

Wahrscheinlich schon, aber Österreich ist grundsätzlich schon  in Sachen Rockmusik ein Hemmschuh. Ich hätte laut DON AIREY damals das Land verlassen müssen um vielleicht ganz groß rauszukommen, das wollt ich aber nicht!!

 

C&D: In Österreich gab es damals ja noch das WILD AXES Magazin. Eigentlich die einzige Quelle in der Hard Rock präsent war. Hat sich das Magazin ausreichend um die lokale Szene gekümmert?

Ja kenn ich noch, die Zeitung war aber nicht wirklich ein Feger.

 

C&D: Die NO BROS Alben wurden fast immer als Vinyl und MC veröffentlicht. Wie stehst Du persönlich zu Kassetten?

Ich glaube die Rock-Youngsters kennen das gar nicht mehr? Ich persönlich habe sie geliebt die Tapes, damals im Auto-Kassettenrecorder, einfach geil. Es gibt sogar einige Bands welche  in Sachen Liebhaberei noch immer welche produzieren lassen. Das ist irgendwie cool, durchsetzen werden sie sich aber sicherlich nicht mehr.

 

C&D: Sammelst Du selbst Vinyl oder Kassetten?

Ja klar im Rahmen halt der Platzmöglichkeiten in meiner Wohnung.

 

C&D: Wie siehst Du die Zukunft des Vinyls?

Im Moment boomt es ja volle, überhaupt in den Staaten soll es ja mordsmäßig abgehen. Mich, als „Nostalgie-Metal-Musikant” würde es ja freuen, es geht nichts über eine LP mit einem aufwendigen Innersleeve, am liebsten ein Klapp-Album.

 

C&D: Lohnt es sich immer noch sein Leben dem Rock`n Roll zu widmen?

Rock & Roll ist mein Leben, ich mach das mit Sicherheit nicht mehr wegen der Kohle und Gottseidank gibt es ja noch ein paar Leute denen das gefällt was wir machen.

 

C&D: Was können die Leser in Zukunft von Dir erwarten?

Solange mir noch geile Rock-Riffs einfallen wird es weiter CDs und LPs von uns geben, sei es mit NO BROS oder aber möglicherweise auch wieder mit einem SCHUBERT IN ROCK-Projekt.

 

C&D: Sind auch ein paar deutsche Liveshows geplant?

Schauen wir mal ob uns ein Veranstalter will, wir können leider nicht mehr für „ein Gulasch und ein Bier” spielen, obwohl ich das liebe und „on the road“ zu sein kostet. Aber vielleicht hat ja unser Label PURE STEEL RECORDS die Möglichkeit uns unterzubringen, schau ma mal.

 

C&D: Wann können wir mit einer Vinyl Neuauflage von „Heavy Metal party“ rechnen?

Jetzt produzieren wir mal unsere 45 Jahre-NO BROS-Jubiläums-CD und LP für Herbst fertig und dann kann ich ja mal mit Herrn LORENZ über eine Vinylauflage unserer wohl legendärsten LP HEAVY METAL PARTY sprechen.

 

C&D: Das ist doch mal ein perfektes Schlusswort. Ich wünsche Dir viel Glück und Danke für das Interview.

Aber gerne doch und ich sag DANKE.

 

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