TELL US – HEAVEN SHALL BURN

C&D:   Ihr habt euch 1996 unter dem Namen BEFORE THE FALL gegründet. Bevor eure erste Single veröffentlicht wurde habt ihr euch in HEAVEN SHALL BURN umbenannt, wieso genau?

Maik:   Ja, das ist letztendlich so. Vor HEAVEN SHALL BURN hießen wir übrigens noch CONSENS, unter dem Namen haben wir zwei Demos veröffentlicht. Aber vor dem Release der ersten richtigen Single besteht eben die Chance sich einen noch cooleren Namen zu geben, falls einem der alte nicht gefallen hat. Und die Sache war, dass zu der Zeit als wir CONSENS hießen, ziemlich viele Bands irgendetwas mit CON im Namen hatten. Das fanden wir ziemlich öde und wollten etwas Neues. Genauso wie diese drei-Wort-Namen, wie HEAVEN SHALL BURN, die langsam aufkamen. Wir fanden den Namen einfach cooler.

C&D:   Ihr sagt von euch selber, dass ihr keinem spezifischen Genre zugeordnet werden wollt. Gibt es da von eurer Seite einen Grund für? Oder habt ihr vielleicht sogar ein Genre, in dem ihr euch eher „zu Hause“ fühlt?

Maik:   Das behauptet ja jede Band von sich. Aber bei uns ist es immer etwas unfair, weil in die Schublade in die wir gesteckt werden, also den Metalcore, die gab es zu der Zeit als wir anfingen noch gar nicht. Wir behaupten auch nicht von uns, dass wir eine neue Schublade aufgemacht haben und diese unsere ist. Ich frage mich dabei dann immer, was waren wir denn dann zu Anfang? Der Mensch war am Anfang auch kein Mensch, sondern hat sich aus dem Affen entwickelt. Und genauso sind auch unsere Einflüsse weitgefächert. Wir haben zum Beispiel beim Wacken damit zu kämpfen, dass uns die alteingesessenen Metaller mit MOTÖRHEAD und SAXON auf der Kutte oft nicht anhören, wenn da Metal-Core im Programmheft steht. Sie denken bei dem Genre automatisch daran, dass geschminkte Tunten auf der Bühne stehen. Falls sie uns dann doch per Zufall live sehen, merken sie, dass wir doch einfach eine ganz normale Metal-Band und kein Metal-Core-Band sind. Das haben wir ziemlich oft, dass bestimmte Genres eben Fans verschrecken obwohl es ihnen vielleicht doch gefallen hätte. Das finde ich immer schade an dieser Genrekategorisierung.

C&D:   Ihr habt kurz bevor die aktuelle Tour losging ein neues Video mit dem Titeltrack „Wanderer“ von eurem aktuellen Album herausgebracht. Wieso erst jetzt und nicht schon letztes Jahr zusammen mit dem Release des Albums?

Maik:   Zum Plattenrelease haben wir das Video zu „Passage of the crane“ veröffentlicht. Wir wollten unbedingt die Aufnahmen aus Patagonien haben. Leider hat sich da etwas mit den Aufnahmen verschoben und deshalb haben wir das eben weiter heraus gezögert bis zum Tourstart. Wobei es auch hier wieder logisch ist, seiner Platte vor Tourstart nochmal einen zweiten Arschtritt zu verpassen.

C&D:   Ihr habt Vinyls in unterschiedlichen Farben gepresst, wieso?

Maik:   Für die Sammler. Wir wollen den richtigen Fans etwas geben, damit sie auch etwas Besonderes haben. Also jetzt nicht so übertrieben, aber eben doch etwas Besonderes, das macht auch das Sammeln der Vinyls aus, welches ja wieder stark im Kommen ist.

C&D:   Du sagtest ja gerade, dass das Sammeln von Vinyl wieder im Kommen ist. Ist das auch der Grund warum es einige Sachen von euch nur auf Vinyl gibt?

Maik:   Ne, im Gegenteil. Die einzige Sache, die es nur auf Vinyl gibt ist ein Split-Vinyl mit einer Band namens FALL OF SERENITY. Davon gibt es auch nur 1000 Schallplatten, die wir zu einer Zeit aufgenommen haben, als wir noch nicht wie eine große Band gedacht haben. Es ging uns eher darum mehr Underground zu sein und verschroben zu klingen und eben keine CDs zu machen, wie alle anderen. Für Vinyl hat sich da noch keiner interessiert außer in der Hardcore Punkszene.

C&D:   Ihr habt ja einige Splits herausgebracht, eure neueste jetzt gerade mit NAPALM DEATH.

Maik:   Ja, stimmt, die gibt es auch nur auf Vinyl. Das ist aber nur eine 7´´ das andere ist eine 12´´.

C&D:   Wie kommt ihr dazu diese Split-Veröffentlichungen überhaupt zu machen?

Maik:   Diesen Split mit NAPALM DEATH haben wir deshalb gemacht, weil wir riesige Fans von ihnen sind. Es ist eine Band mit der wir aufgewachsen sind, es war ein Jugendtraum von uns. Das ist ein großer Traum der wahr geworden ist und es ist ein bisschen wie ein Ritterschlag. Die ist auch nur auf Vinyl erschienen, da NAPALM DEATH zu einer Zeit anfingen Musik zu machen, als es noch keine CDs gab.

C&D:   War das für euch aufregend?

Maik:   Ja, es war sehr aufregend und wir sind stolz darauf, dass wir unter den Bands sind mit denen NAPALM DEATH eine Split-Veröffentlichung aufgenommen haben.

C&D:   Obwohl ihr Metal macht sind eure Songs ja doch sehr kritisch der Gesellschaft gegenüber.

Maik:   Das klingt jetzt so, als ob sich das ausschließt. Es gibt viele Metal-Bands, die sozialkritische Texte haben. Wie zum Beispiel die alten Songs von METALLICA, die alle Anti-Kriegs-Songs waren. Das ist ein bisschen der Grund warum ich angefangen habe Musik zu machen. Ich war zu Schulzeiten schon politisch motiviert und habe relativ schnell realisiert, dass mir viel mehr Menschen zuhören, wenn ich eine Gitarre in der Hand habe, als wenn ich einen Artikel schreibe oder Flyer verteile. Die Musik ist ein Medium seine Meinung zu transportieren, was effektiv ist. So erreiche ich mehr Leute als wenn ich vielleicht Journalist geworden wäre.

C&D:   Naja ich meinte auch eher, dass es ein Markenzeichen des Punks ist.

Maik:   Das ist aber auch das, was den Metal-Core ausgemacht hat. Es war Metal, der die Attitüden des Punks aufgenommen hat. Wie z.B. NAPALM DEATH und KREATOR, die eben immer schon politisch waren. Diese Bands mit Tod und Satan waren mir zu langweilig und ich war froh, die politischen Themen auch in der Hard-Core-Szene gefunden zu haben. Und da ist so ein Mischmasch draus entstanden.

C&D:   Was sagst du denn dazu, dass ihr die wichtigsten deutschen Vertreter des Metal-Core seid?

Maik:   Naja, das ist eben eine Bewertung von anderen Leuten. Ich weiß nur, dass als wir angefangen haben Musik zu machen, wir nichts Neues erfunden haben, sondern nur versucht haben so zu sein wie alle anderen Bands. Deshalb kann man sich da nichts drauf einbilden, man hatte eben nur das Glück gehabt die meisten Platten zu verkaufen.

C&D:   Habt ihr Pläne für den Sommer?

Maik:   Ja. Wir sind auf vielen Festivals. Bei dem Jubiläum vom Summer Breeze und eine große Show auf Wacken.  Außerdem steht noch eine Südamerikatour an. Wir sind natürlich nicht nur unterwegs, wir werden auch noch Zeit für uns haben.

C&D:   Gibt es Orte oder Länder wo ihr noch nicht gespielt habt und gerne spielen würdet?

Maik:   Was uns immer als große Schande angetitelt wird ist, dass wir schon fünf Mal in Japan und drei Mal in Chile, aber noch nie in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen waren. Das müssen wir unbedingt nachholen. Dann würden wir gerne in Israel spielen, Neuseeland und in Südamerika noch einige Länder die wir noch nicht bereist haben. Da gibt es einiges andere, wie Afrika und die Antarktis, was die einzigen beiden Länder sind, wo wir noch nie gespielt haben. Genauso wie wir noch in einigen Ländern in Südostasien spielen wollen. An Indien und der Mongolei arbeiten wir gerade.

C&D:   Hast du noch etwas für eure Fans oder unseren Lesern?

Maik:   Es würde mich freuen, wenn die Menschen die uns noch nicht kennen uns eine Change geben.

C&D: Das sollte ja wohl machbar sein, oder wollt Ihr eine der besten Metalbands verschlafen?

Ich denke aber, viele neue Fans haben HEAVEN SHALL BURN bereits auf der Support Tour mit KORN ins Herz geschlossen. Die Band war live so großartig und klang frei und dynamisch. Maik hat mit seinen Bandkollegen die Bühne völlig eingenommen und ein gut zusammen gestelltes Set aus Songs von „Wanderer“ und alten Hits präsentiert. Das hat die Menge im ausverkauften Velodrom begeistert und es bedurfte keiner langen Aufwärmphase, weder für die Band noch für die Fans.

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