AMERIKAS GEHEIMTIPP

Sie sind eine sensationelle frische und rockige Truppe BEAUTIFUL BODIES. Das Trio hat aber auch sonst sehr viel zu erzählen.

Hier das komplette Interview mit der Band von Chefredakteurin Pauline Faust.

C&D: Ihr habt euren Bandnamen zum Motto gemacht. Was macht einen „beautiful body“ für dich aus?

Alicia: Wer sich nicht verstellt, ist immer schön.

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C&D: Als ihr mit der Band angefangen habt, wart ihr teilweise in anderen Ländern. Wie habt ihr die Distanz überwunden?
Alicia: Wir haben uns gegenseitig Demo-Ideen zugemailt. Es macht immer Spaß an Musik zu arbeiten, aber manchmal ist es sehr fordernd. Heute ist es viel einfacher sich gegenseitig Musikideen elektronisch zu schicken als es jemals war.

Ich mag es fast alles vom Song erst als Demo zu machen und ihn dann erst richtig niederzuschreiben. Es gibt mir eine bessere Idee wo der Song hingeht und hingehen könnte.

 

C&D: Auf der Bühne habt ihr jede Menge Energie und immer wieder verrückte Ideen. Woher kommen die?

Alicia: Wir planen das nicht – wir sind einfach verrückt!

 

C&D: Welche Momente bei einem Konzert sind für dich die Besten?
Alicia: Wenn ich im Publikum singe. Mit dem Publikum etwas zu machen, ist einfach das Beste. Man erschafft Erinnerungen mit anderen Menschen…Fremden…das ist unglaublich.

 

C&D: Als Band gebt ihr auch ein politisches Statement ab. Was ist besonders wichtig für euch? 

Alicia: Generell ist alles wichtig für uns. Gleichberechtigung ist ein großes Thema für uns, wir kämpfen dafür. Aber es ist schon verrückt zusagen, das man dafür kämpfen muss, eigentlich sollte es nicht mal ein Thema sein.

 

C&D: Was für eine Botschaft hat eure Musik? 

Alicia: Unsere Musik hat viele Botschaften. Sei du selbst, sei mutig, kämpfe für deine Überzeugungen, kämpfe für dich selbst und die Liebe.

 

C&D: Kannst du uns etwas Interessantes über euren Song “Invincible” erzählen?

Alicia: Klar! Wir haben ihn fast „Hopeful“ statt „Invincible“ genannt.

 

C&D: Was willst du noch mit der Band erreichen?

Alicia: Weltfrieden … oder einfach ganz viel Liebe.

 

 

 

 

„Kämpft für eure Überzeugungen!“
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Menschenrechtler und Gitarrist Thomas Becker
Weil Thomas auf ein Bühnendach geklettert war, mussten die BEAUTYFULL BODIES einmal einen Auftritt abbrechen, der Security sei Dank. Uns ist er jedenfalls nicht aufs Dach gestiegen, sondern hat wirklich viel erzählt.

 

C&D: Du hast Jura an der Harvard-Universität studiert, machen das nicht Leute, die einmal viel Geld verdienen wollen?
Thomas: Ich bin dorthin hingegangen um etwas über Menschenrechte zu lernen, um mich für soziale Rechte einzusetzen. Ich wollte etwas bewegen.
C&D: Verdient man als Menschenrechtler  genug, um davon leben zu können?
Thomas: Ich kann es. Ich meine, es ist nicht viel, aber genug um über die Runden zu kommen. Ich liebe diese Arbeit einfach. Ich arbeite mit vielen coolen Menschen zusammen, die für sozialen Wandel kämpfen. Es macht Spaß ein Teil davon zu sein.
C&D: Kannst du sehen, dass du etwas durch deine Arbeit bewegst?

Thomas: Ja. Ich habe bei verschiedenen Menschenrechtskampagnen mitgemacht. Jetzt gerade arbeite ich mit Opfern in Bolivien, wir verklagen den  Expräsident für das Massakrieren von Demonstranten. Vor einiger Zeit haben wir schon eine Klage gegen die beteiligten Generäle durchgebracht. Sie sind alle wegen Genozides ins Gefängnis gegangen. Wir sind erfolgreich bei einigen unser Kampagnen. Ich denke, wir haben wirklich zum Wandel in Bolivien und Südamerika beigetragen: niemand kann einfach Demonstranten umbringen und unbescholten davonkommen. Es ist jetzt schwerer geworden damit durchzukommen.

 

C&D:  Was ist mit dem ehemaligen Präsidenten, werdet ihr ihn ins Gefängnis bringen können?

Thomas: Wir  würden gerne, aber er ist in den USA und da gelten andere Gesetzte. Wir verklagen ihn auf Geld, aber hier ins Gefängnis kann er leider nicht. Die Opfer versuchen ihn nach Bolivien zurückzubekommen um ihn dort vor Gericht zu stellen und einsperren zu lassen.
C&D:  Hast du eine starke Beziehung zu Bolivien und den Menschen dort?

Thomas: Ich verbringe Zeit in Lateinamerika bei anderen Menschenrechts-Projekten. Ich habe einige ziemlich coole und interessante Aktivisten dort kennengelernt, sie haben mich sehr inspiriert und mich überzeugt dort unten hinzuziehen, um mit ihnen zusammenzuarbeiten. Nach fast sechs Jahre, habe ich starke Bindungen. Ein Großteil meiner Freunde und meine Patentochter leben in Bolivien. Ich habe sogar noch eine Wohnung…ich verbringe immer noch  so viel Zeit dort, eigentlich bin ich schon halb bolivisch.

C&D: Wie sieht denn die Arbeit eines Menschenrechtlers aus?

Thomas: Das ändert sich jeden Tag, weil es immer wieder neue Konflikte gibt. Manchmal muss ich ihn Kriegsgebiete fliegen, dokumentieren und Familien interviewen wie ihre Verwandten gefoltert und getötet wurden. Manchmal müssen wir Gesetzesbücher wälzen und schauen, wie sie uns in unserem Fall weiterhelfen. Aber wir schreiben auch Blogs und Reportagen. Ein Großteil unserer Arbeit besteht darin, Leute zu bilden. Das ist ungemein wichtig.

 

C&D: Wenn du in gefährlichen Gebieten unterwegs bist, hast du dann Schutz dabei?
Thomas: Das kommt drauf an, manchmal werde ich von mehreren Bodyguards begleitet. Aber oft ist es auch besser, sich so unauffällig wie möglich zu bewegen. Wenn du Leute mit großen Waffen um dich herum hast, wissen die bösen Jungs: das ist er.

C&D: Du bist sehr politisch aktiv, was würdest du ändern, wenn du Präsident für einen Tag wärst?
Thomas: Das sind verschiedene Sachen. In den USA lebt jedes fünfte Kind in Armut, dabei sind sie so ein reiches Land. Es gibt Kinder, die kein Essen haben. Ich denke, die Ressourcen müssen besser verteilt werden. Dann gibt es viel Umweltzerstörung, viele Firmen schlachten die Natur aus. Ich möchte, dass das aufhört. Ach, es ist so viel…da brauche ich mehr als einen Tag.

C&D: Gerade die USA sind dafür bekannt, dass große Firmen viel Macht haben, würdest du da was ändern?
Thomas: Viele Firmen investieren in den Wahlkampf der Kandidaten, das ist legale Bestechung. Wir brauchen auf jeden Fall Gesetzte dagegen.

C&D: Ihr habt in den USA bald Präsidentschaftswahlen, was denkst du über die Wahlen und hast du noch etwas Vertrauen in die Politik?
Thomas: Ähm…nein. Ich traue den Republikanern nicht und den Demokraten auch nicht. Es gibt einige kleinere Parteien, die wenig Spenden von Firmen annehmen…aber ich habe nicht viel Glauben an unser jetziges Wahlsystem.

 

C&D: Siehst du in dem Bereich Veränderungen in den USA?
Thomas: Ja, etwas Interessantes passiert gerade. Es gibt viele Demonstrationen. Die Occupy-Wallstreet-Bewegung hat viele junge Menschen bewegt, sich für Politik zu interessieren. Nicht für die Republikaner- oder Demokratenpolitik, sondern die von weiter unten, von der Straße. Die Leute fangen an mehr zu kritisieren und zu hinterfragen. Ich denke, es gibt mehr Druck für Wandel, den es hoffentlich bald gibt.

C&D: Eure Musik ist jetzt aber nicht auf Politik fokussiert, wie verbindet ihr das?
Thomas: Vor Ort, in Kanas-City und wo wir leben versuchen wir immer etwas zu machen. Wir spielen Shows, die bestimmte Dinge unterstützen. Wir versuchen auch immer wieder unsere Fans für sozialen Wandel zu begeistern.

Und auf dem Album haben wir ein paar Songs, die mehr politisch sind. „September 1973“ beschäftigt sich mit der US-amerikanischen Unterstützung der chilenischen Diktatur und den Folgen daraus. Oder „Ravens“, der Song sagt: wir müssen für Wandel kämpfen und die Welt ändern. Wenn wir unsere Kräfte und unsere Hingabe vereinen, schaffen wir das.
C&D: In den USA konzentriert sich die Medien eher auf Entertainment, wenn politische Botschaften da sind, dann sind sie eher hinter den Wörtern zu finden. Anders als in Europa, was meinst du?
Thomas: Ja, ich denke, dass die Europäer mehr politisch informiert sind und stärker eingebunden werden. Sie verstehen dann auch solche Songtexte. In den Vereinigten Staaten ist es manchmal schwer etwas direkt zu sagen und dann noch das Verständnis der Leute zu haben. Viele von uns versuchen es etwas mehr künstlerisch auszudrücken…aber wir haben auch klar positionierte Bands: RAGE AGAINST THE MACHINE, AGAINST ME zum Beispiel. Eine bestimmte Fanbasis mag das, wir aber versuchen Leute zu erreichen, die noch nicht so politisch eingeklinkt sind. Wir versuchen ihnen etwas Neues zu zeigen, auf eine gesittete künstlerische Art.

C&D: Wie bist du zur Musik gekommen?
Thomas: Ich war Musiker seit ich…also bei meiner ersten Tour war ich 15 Jahre alt. Ich habe also viele Jahre mit Touring verbracht. Doch auch schon als Kind habe ich mich politisch engagiert, es war immer ein Hin und Her zwischen meinen Interessen. Vor ein paar Jahren hatte ich dann entschieden, mit der Musik aufzuhören und zu tun was ich wirklich wollte: Menschenrechtler auf Vollzeit. Ich bin auf die Uni gegangen und habe studiert. Dann ging es mir aber wie allen Musikern, es hat mich nie ganz losgelassen. Ich brauchte ein Ventil für meine Kreativität, also schrieb ich Songs. Als wir mit BEAUTYFUL BODIES anfingen war klar, wir werden machen was wir mögen. Ich arbeite jetzt immer noch als Menschenrechtler. Wir machen politische Arbeit und versuchen uns in den Wandel zu involvieren, irgendwie jonglieren wir mit der Musik und dem.

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