LIVE SEHR HEFTIG

Drei Mädels aus St. Gallen, diesem kleinen ordentlichen Musterstädtchen in der Schweiz, kommen um es kräftig noizy rocken zu lassen und doch finden sich ihre Wurzeln im Blues. Geht das gut? Sogar mehr als gut, denn trotz eines Albums und einer brandneuen EP spielen sie Headliner Shows und ziehen Leute und nicht gerade wenig.

Unter Frauen sprach Anna-Lena mit den Schwestern Sarah und Sophie über den schnellen Aufstieg von VELVET TWO STRIPES, den Blues und Jack White.

Interview und Fotos: Anna-Lena Riedel / Text: Nina Wagenaar /

 

C&D:   Ihr habt als reines Frauentrio zusammen gestellt. War es schwer für euch am Anfang?

Sarah:  Eigentlich nicht. Wir haben uns darüber am Anfang gar nicht groß Gedanken gemacht, was wir erreichen wollen und wie. Also mit Label und Booking und so, wir haben einfach erst mal gespielt. Viele haben uns unterstützt und fanden es wirklich cool. Schwer war es nicht.

Sophie: Ne, eigentlich nicht. Wir sind dann auch ziemlich schnell auf Berlin und das Label gekommen. Ging eigentlich alles ziemlich schnell.

C&D:   Und wieso gerade Snowhite als Label?

Sarah:  Das war glaube ich, weil Freunde von uns eine Bookingagentur aufgemacht haben. Wir sind da öfter mal aufgetreten als Freunde und so. Unsere Freunde haben sich dann für Snowhite beworben. So kam das Label dann auf uns.

C&D:   Also ging es eher vom Label aus?

Sophie:            Genau.

C&D:   Das ihr zu Musik gekommen seid, liegt daran, dass eure Eltern ebenfalls sehr musikalisch sind und euch herangeführt haben. Würdet ihr sagen, dass es anders ausgegangen wäre, wen sie es nicht getan hätten?

Sarah:  Ich denke schon. Ich denke es hatte einen riesen Einfluss auf uns. Unsere Eltern sind alle Musiker. Wir hatten überall Gitarren und Bücher herumstehen. Das prägt eben schon immer Blues und Musik aus den 60ern zu hören.

Sophie:            So bekommt man auch nochmal einen anderen Zugang zur Musik.

C&D:   Habt ihr irgendwann mal darüber nachgedacht etwas anderes als die Musik zu machen?

Sarah:  Nein, noch nie. Es gab zwar mal eine Zeit, wo wir überlegt haben etwas Anderes zu machen, also vom Stil her, aber mit der Musik aufzuhören war nie ein Thema.

Sophie:            Aber wir sind immer wieder ins Bluesige/Rockige gerutscht. Es soll wohl einfach so sein.

C&D:   Ihr hattet am Anfang einen Drum Computer, war das schwierig für euch, wenn ihr Auftritte hattet?

Sarah:  Für mich war das am Anfang schwierig, weil ich immer dachte, dass der Drum Computer nicht stimmt, wenn ich nicht im Takt gespielt habe. Aber dennoch ist es eine gute Übung um im Takt zu bleiben. Live lief es immer alles ziemlich gut.

 

Relativ schnell haben wir aber gemerkt, dass uns die Power von einem richtigen Schlagzeug fehlt.

Sophie:            Außerdem waren wir dadurch immer gebunden. Wir konnten nicht einfach mal den Beat verlängern oder so etwas Ähnliches. Wir mussten mit dem Vorgefertigten arbeiten und wenn wir es länger haben wollten musste immer einer zum Computer rennen. Das ist mit einem Schlagzeug natürlich ganz anders.

C&D:   Ihr würdet jetzt schon sagen, dass ihr mehr Interpretationsfreiraum habt oder?

Sophie:            Ja, auf jeden Fall.

C&D:   Habt ihr ganz am Anfang mal darüber nachgedacht, die Drum wegzulassen?

Sarah:  Haben wir nie gemacht. Das kam für uns auch nicht in Frage. Das wäre etwas leer.

Sophie:            Aber vielleicht mal ein nettes Projekt.

C&D:   Ihr habt auf eurer Internetseite einen Toast auf JACK WHITE ausgesprochen. Wieso nur ihm und nicht allen WHITE STRIPES?

Sophie:            Ich denke, dass wir schon immer mehr Fans von den Projekten waren die JACK WHITE gemacht hat. Da haben die WHITE STRIPES nie eine Rolle gespielt. Für mich persönlich ist er jemand der dieses Blues-mäßige neu interpretiert hat. Ich finde ihn einfach richtig gut, einfach wie er Blues und Folk neu interpretiert.

C&D:   Würdet ihr sagen, dass es viele neue Interpretationen des Blues und Folk gibt? Also würdet ihr eher dazu tendieren, dass Blues sich an die moderne Zeit anpasst oder eher wieder mehr zu seinen Wurzeln zurückkehrt?

Sarah:  Ich glaube es gibt viele verschiedene Interpretationen. Auch viele die sich auf die 70er beziehen.

Sophie:            Was es aber auch gibt, sind viele Bluessachen mit Drum Computer, die sich dann mehr auf den Bass konzentrieren aber eben doch elektronisch sind. Ich denke, dass das so die neuste Interpretation des Blues ist.

C&D:   Euer neues Album ist jetzt erschienen. Zwischen diesem und eurem Debütalbum liegt ja eine ziemlich lange Zeit. Brauchtet ihr diese Zeit?

Sarah:  Ja, die brauchten wir. Wir waren vorher so 2-3 Jahre auf Tour. Wir hatten das Gefühl stecken geblieben zu sein und nicht mehr zu wissen, was genau wir wollen. Wir brauchten eine Pause vom nonstop auf Tour sein. In dieser Zeit haben wir dann neue Songs geschrieben und so ist alles zusammen gekommen und entstanden.

C&D:   War das eigentlich Absicht, dass ihr nur fünf neue Songs herausgebracht habt?

Sarah:  Ja, das war es. Eigentlich ist es nur ein Vorgeschmack aufs neue Album auch wenn es schon ein eigenes Projekt in sich ist.

Sophie:            Vor allem nach dieser langen Zeit wo wir nicht mehr gespielt haben. Man kann schon sagen, dass wir uns neu erfunden haben. Wir haben in der Zeit viel gemacht und wollten einfach erst mal etwas Kleineres machen, nicht wieder 12 Songs und so viel Geld ausgeben und dann ist es nichts Halbes und nichts Ganzes.

C&D:   Also habt ihr jetzt eigentlich schon wieder ein größeres Projekt im Hinterkopf ja?

Sarah:  Ja, außer der CD geht es jetzt darum wieder viel zu spielen und noch ein paar neue Songs zu schreiben um schnell ein neues Album aufzunehmen und die nächste Stufe zu erreichen

C&D:   Ihr seid ja auch relativ viel auf Festivals unterwegs gewesen. Vermisst ihr das manchmal?

Sarah:  Ja. Das ist total cool gewesen und die Stimmung ist immer super.

C&D:   Würdet ihr sagen, dass ihr Festivals besser findet als Clubkonzerte?

Sarah:  Ich find beides cool. Auf dem Festival sind eben viele Leute, wodurch man viele Menschen anziehen kann. Bei Clubkonzerten finde ich die Atmosphäre geiler. Da sind dann vielleicht nur 200 Leute, aber die sind nur wegen dir da und nicht, weil sie gerade an der Bühne vorbeilaufen.

C&D:   Würdet ihr sagen, dass durch die Festivalauftritte eure Fan Base gewachsen ist?

Sophie:            Ja auf jeden Fall, weil es eben eine ganz andere Art ist Leute zu erreichen. Es gibt Festivalbesucher die nicht wissen, wer auf dem Festival überhaupt spielt oder das wir dort als VELVET TWO STRIPES spielen. Die kommen dann nachher zu uns um uns zu sagen, wie toll sie uns fanden und nicht wussten, dass es uns gibt. Das ist schon schön dann.

C&D:   Ihr spielt jetzt 4 Konzerte in Deutschland, kommen danach noch mehr in Europa?

Sarah:  Wir haben im Mai noch zwei Konzerte in der Schweiz. Danach spielen wir noch ein paar weitere Shows in der Schweiz.

C&D:   Wie ist es in Deutschland zu spielen?

Sophie:            Einfach cool und auch überraschend. München ist ja nicht so bekannt dafür, dass die Konzerte so toll werden bei der Art Musik die wir machen. Das haben schon viele Bands gesagt, aber bei uns hat es gut geklappt. Die Stimmung war gut und die Menschen waren begeistert. War auf jeden Fall ein toller Start auf dieser Tour.

C&D:   Was können wir von euren Konzerten erwarten?

Sarah:  Es wird laut und eine gute Rock Show. Und die Leute können eine Band erwarten die Spaß auf der Bühne und an der Liveshow hat.

C&D:   Möchtet ihr euren Fans und unseren Lesern etwas mit auf den Weg geben?

Sophie:            Sie sollen uns auf Facebook Liken und unsere News verfolgen. Und seit neustem haben wir auf Spotify auch eine Playlist von unser Tour.

 

 

 

 

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close