LET THE STORM BROKE

THE ALARM – Berlin, Frannz Club

 

Mit „Declaration/Marching on“, gefolgt von „Where were you hiding when the storm broke“, starteten THE ALARM ihr Konzert 1984 im Berliner Loft. Ausverkauft und enthusiastisch gefeiert, machten Mike Peters und seine Mannen einen Protestsound publik, der danach wie eine Welle die damalige Punk- und Wave-Szene aufrüttelte. Von dem großartigen Konzert gab es damals einen tollen Bootleg „This train is leaving“ auf dem legendären Light Inflammable-Label aus Berlin. 1984 hätte der Startschuß für eine absolut erfolgreiche Karriere der Musiker sein können, wäre da nicht das IRS Label gewesen, die gierig nach Charterfolgen, die Band versuchten umzukrämpeln und ihnen letztendlich mit „Eye of the hurricane“, zwar das poppige Erfolgsalbum überstülpten, dafür aber auch das Ende der Band einläuteten. 33 Jahre sind vergangen, Mike Peters hat seine ALARM allein wiederbelebt und auch seine schwere Krankheit einigermaßen im Griff. Was geblieben ist sind unvergessene Hits, die innerliche Rebellion, die Peters voll ausleben kann, denn nach einem Label wird er sich kein zweites Mal richten. Auch wenn in Berlin der Rahmen nicht über die 150 Fans hinausging, die gerade abgeschlossene US-Tour war komplett ausverkauft. Aber auch 150 Männer können einen Saal zum Kochen bringen, vor allem wenn alle so textsicher sind wie in Berlin. Die ersten zehn Minuten versetzten einen sofort zurück in die alte Zeit: „Declaration“, „Marching on“, „Where were you hiding when the storm broke“, alles schien wie damals und Mike Peters hat sich zum extrovertierten Entertainer entwickelt. Er könnte auch mit sich und seiner Gitarre allein auf der Bühne stehen, denn er ist in Bewegung, läuft zwischen drei Mikroständern hin und her, schmeißt mit Spielkarten um sich, motiviert die Fans und bei „Rain in the summertime“ gibt es sogar selbigen aus Mikes Mund, wie in den wilden Punkzeiten. THE ALARM 2017 sind großartig, wenn auch nur den Auserwählten vorbehalten, denn neue Fans finden den Weg zu der Band leider nicht. Da sind unsere Medien leider zu fremdgesteuert und orientieren sich an Neuem, Modernen – was es alles nicht geben würde, wenn so großartige Bands wie THE ALARM nicht existiert hätten.

In Berlin stand Mike wirklich Punkt Neun auf der Bühne, überaus agil und vor allem heiß auf sein Publikum. Auch bei der Songabfolge hat sich Peters viele Gedanken gemacht. Ihm ist bewusst, dass sein Publikum wegen der alten Hits kommt, auch wenn es neue Alben gab und gibt. Doch live wollen alle singen und einfach einen schönen Abend verleben, der –ganz klar – mit „68 guns“ enden muss und das auch tat. Dabei erinnere ich mich noch an das Loft Konzert, bei dem von Anfang bis Ende ein Besoffener immer „68 guns“ dazwischen rief – gehört manchmal auch dazu. THE ALARM live ist für den Nostalgiker grandios und die Hoffnung auf eine Wiederholung ist, nach dem Berlin Konzert, groß.

Fotos: c-williams

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