C2C IN BERLIN

COUNTRY TO COUNTRY – Berlin, Verti Music Hall

 

Das C2C – Country to country-Festival ist eine Institution. Bisher traditionell nur in England verwurzelt, expandiert das Festival nun erstmals und zwar nach Amsterdam und Berlin. Für die hungrigen Country Fans in Berlin war diese Ankündigung natürlich genau das Richtige und so war die Veranstaltung in kürzester Zeit ausverkauft. Auf dem Plan am ersten Tag Nashville Megastar BRETT ELDRIDGE, der jüngste Country Star Nashvilles überhaupt (gerade mal 27 Jahre alt) HUNTER HAYES und die Newcomer LINDSAY ELL, LAUREN JENKINS und LOGAN MIZE. Aber die Veranstalter wollten es nicht bei den Mainacts allein belassen und so gab es in die Pausen immer Konzerte im Foyer. Mit dabei die neusten Nashville Acts, deren Debüt noch in den Startlöchern steckt oder gerade als erste EP erschienen ist: TWINNIE und INGRID ANDRESS. Die ganz große Überraschung und gleichzeitig der einzige deutsche Act dem diese Ehre zu Teil wurde hier aufzutreten: MRS. GREENBIRD.

Beginnen wir mit der Foyer Stage. Als erste ging INGRID ANDRESS an den Start. Die junge Musikerin spielt sehr ruhige Singer/Songwriter Musik mit ihrem Piano. Vielleicht als Opener nicht ideal, aber qualitativ sehr ausgewogen und bewegend. Auf jeden Fall eine schöne Idee und für die Newcomer eine perfekte Fläche um sich der breiten Masse zu präsentieren.

Der zweite Foyer Act war TWINNIE, die gerade ihre erste EP veröffentlicht hat und schwungvoll mit einem Gitarristen ihre County-angehauchten Songs spielte. Auch bei TWINNIE waren ruhige Töne im Vordergrund, textlich in Nashville angesiedelt und ansonsten mit einer zarten Stimme unterlegt.

Der dritte Foyer Act war MRS. GREENBIRD. Hier standen die fans schon vor der 2×2 Meter Bühne, als auf der Mainstage noch HUNTER HAYNES spielte. Mit „Zugabe“-Rufen brachten sie Sarah und Steffen auf die Bühne. Steffen leitete das Set ein, mit den überaus grandiosen Worten:“Ihr seid von der schnellen Musik drinnen noch ganz aufgeregt, da spielen wir doch erst mal was Ruhiges „Blitzkrieg Bop“.“ Der Rock und Punk-Fan wird jetzt vor Lachen auf dem Boden liegen und ich garantiere auch in unserer Redaktion wird dieser Satz noch öfters zitiert werden. Man muss aber auch ganz klar sagen, die Coverversion war extrem ruhig und Zeit auf der einen Seite die handwerkliche Fähigkeit von MRS. GREENBIRD solch einen Song völlig umzustricken und dennoch einen Mega-Song entstehen zu lassen. Auf der anderen Seite zeigt es, wie zeitlos die RAMONES waren und welche kompositorische Stärke in ihren minimalistischen Punksongs gesteckt hat. Jetzt könnte man sagen MRS. GREENBIRD haben die Verti Hall gerockt, denn das Foyer war brechend voll und auch von den oberen Treppenrängen schauten alle runter und jubelten dem smarten Duo zu. MRS. GREENBIRD waren unbestritten das Highlight am Samstag auf dem ganzen Festival, denn mit so einer, zumeist Country-based Musik, hat keiner gerechnet und dann noch aus Deutschland.

Die Mainstage startete mit einem Trio der besonderen Art: LINDSAY ELL, LAUREN JENKINS und LOGAN MAZE. Alle drei gehören zu den momentanen Breakthrough Artists in Nashville und hier präsentierten sich alle drei im Rotationssystem ohne Band, aber immer wieder mit gegenseitiger, musikalischer Unterstützung.  Besonders  LINDSAY ELL konnte mit ihrem Blues-orientierten Gitarrenspiel auf der halb-Accoustic begeistern. Sehr smart und cool kam LOGAN MIZE rüber, der aus meiner Sicht der einzige richtige Countyr Act an diesem Abend war. Logan liegt auf der alten GARTH BROOKs schiene, textlich tief in Nashville verwurzelt, das was man als Country-Fan hören möchte und sehr Gitarren-lastig und somit der Country-Top-Fave. Leider gab es von ihm zu wenig zu hören, denn Lindsay dominierte das trio, aber sicher wird hier noch etwas nachkommen – hört Euch bis dahin mal seine Videos auf YT an.

Als nächste Act auf der Mainstage war HUNTER HAYES zu erleben. Gelassen und modern (für Country Music). Er erinnerte mich oft an den jungen BRYAN ADAMS, sehr rockig und smart. So ging es auch durch den Abend, also alles weniger Country, dafür mehr Modern Rock – das was uns Nashville aktuell als Country Musik verkauft.

Top Act an dem Abend war BRETT ELDRIDGE, noch gezeichnet von seiner Alkoholnacht mit Lindsay, jedoch musikalisch fit und unter Strom. Er legte sich voll ins Zeug und vor allem die weiblichen Fans kamen aus der Begeisterung nicht raus. Mit einer sehr guten band im Background spielte er quer durch seine Songs und vor allem seine Chartsingles. BRETT wurde bis zum letzten Song gefeiert und dennoch fehlte für mich die Ehrlichkeit der Countrymusik und LOGAN MIZE bleibt das Highlight auf der Mainstage.

Fotos: c-williams

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