UNGLAUBLICH GUT

HEILSTÄTTEN

(Fox Deutschland)

Kinostart: 22. Februar 2018

Regisseur Michael David Pate sorgt bei mir für Gänsehaut, denn ich denke sofort an den grausigen Streifen „Kartoffelsalat“. Wenn ich dann im Cast weiterlese und mir die You Tuber Freshtorge und Nilam Farooq entgegenspringen, dann kann eigentlich nichts bei rauskommen. Ein Horrorfilm soll es werden – nein nicht wirklich, oder? Ich gebe mir wirklich Mühe, aber außer Sonja Gerhardt, die mich bis jetzt in jedem ihrer Filme begeistern konnte, kann ich nichts Positives finden.

Aber warum ist unser Beruf so spannend und macht auch oft so viel Spaß? Unser Job ist angereichert mit unglaublich vielen Überraschungen, mal negativ, aber oft auch positiv. Im Fall von „Heilstätten“ überaus positiv – so viel sei schon verraten.

Eine Gruppe You Tuber, die alle nur darauf bedacht sind ihre Follower zu vermehren, treten gegeneinander in einer 24 Stunden Challenge an. Dabei hat natürlich jeder nur im Hinterkopf mehr Follower und Likes zu bekommen und den anderen zu überflügeln. Es ist eine Art Hassliebe die alle Akteure vereint und hier in den abgelegenen Heilstätten, ein paar Kilometer vor Berlin, soll es um alles oder nichts gehen. Die Heilstätten gibt es wirklich und sie waren das größte Lungenheilzentrum Deutschlands. Auch einige mysteriöse Geschichten, die sich um die Heilstätten ranken, wurden übernommen und wenn sie auch etwas überzogen wurden, so geben sie für die anstehende Challenge, eine Nacht in den Gebäuden zu überstehen, eine gute Rahmengeschichte ab. Zwischen Coolness und der Gier nach neuen Followern finden sich die Akteure ein, so auch Sonja Gebhardt, die Marnie spielt. Marnie hat als Einzige schon mal die Heilstätten besucht und paranormale Erfahrungen gehabt. Was wie ein Spiel beginnt und von den ober coolen Jungs dominiert wird, wandelt sich schnell in ein  fatales Experiment, welches jedem den Tod bringen kann. Ein wenig erinnert die Kameraführung, bzw. die geschnittenen Selfiestreams an „Das Blair witch project“, allerdings gibt es in „Heilstätten“ viel mehr Handlung und wirkliche Schockeffekte. Genau da liegt die große Überraschung, „Heilstätten“ entwickelt sich, nach anfänglichen, kindlichen Spielereien, zu einem ernst zu nehmenden Horrorschocker, der viele Überraschungen bereit hält. Selbst Michael David Pate läuft zu Höchstformen auf, wenn es um den Schnitt geht, denn er schafft es immer wieder an der richtigen Stelle einfach einen schwarzen Cut zu ziehen und vor allem nie zu früh. Der Film bringt das Unvorhersehbare, einen Storyablauf mit starken Turn arounds und am Ende muss man gestehen, dass alle Akteure einen Superjob abgeliefert haben und wenn Pate so weiter macht, wird er noch ein erstklassiger Genreregisseur.

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