NEU IM KINO

MIDSOMMAR

(Weltkino Filmverleih)

Kinostart: 26.September.2019

 

Nachdem die Eltern von Dani (Florence Pugh) ermordet wurden und ihre Schwester Selbstmord verübt hat, erleidet sie einen Nervenzusammenbruch. Um auf andere Gedanken zu kommen, schließt sie sich ihrem Freund Christian (Jack Reynor) und seinem Studienkollegen Mark (Will Poulter) und Josh (William Jackson Harper) an, die eine Fahrt nach Schweden, die der ehemalige schwedische Kommilitone, Pelle (Ville Blomgren), organisiert hat, an. Pelle möchte, bevor er seine Freunde für immer verlässt und zurück nach Hause geht, zeigen wo er aufgewachsen ist. In Schweden angekommen finden sie Obdach in einer vermeintlichen alternativ lebenden Kommune. Mehr und mehr entpuppt sich diese Gruppe als vorchristlich-heidnische Sekte mit verstörenden Ritualen. Als nach und nach die Freunde verschwinden, nimmt der Horror seinen Lauf und der Kampf ums Überleben beginnt.

Florence Pugh; Jack Reynor

Spätestens nach „MIDSOMMAR“ sollte man sich fragen, was ist los mit dem Regisseur Ari Aster? Schon nach seinem Spielfilmdebüt „Hereditary“ (2018) setzte er neue Impulse und Maßstäbe im Horrorgenre. Wie auch in „Hereditary schuf Ari Aster in dem Film „Midsommar“ einen beklemmenden Schocker mit tiefenpsychologischem Horror, in dem es um das Thema Verlust und Trauer einer weiblichen Protagonistin, herausragend besetzt mit einer göttlich spielenden Florence Pugh (Lady Macbeth, The Commuter), geht. Florence Pugh setzt die Katharsis ihres Charakters brillant und erschreckend um, dass man sich am Ende vor ihr fürchten muss, als sie Teil dieser heidnischen Sekte wird. Die männlichen Darsteller, allen voran Jack Reynor, verblassen vor dieser einzigartigen Leinwandpräsenz von Florence Pugh, obwohl sie die tragischen Helden dieses „Horrors“ sind. Dieser Film fühlt sich an wie eine Ingmar Bergmann-Version des Films „Wicker Man (1973 bzw. 2006). Ab und an verrennt sich aber der Regisseur in Symbolismen, Themen und Referenzen, die den Zuschauer bei 147 Minuten doch sehr auf die Geduldsprobe stellen. Dies trägt dazu dabei, dass der Zuschauer immer wieder aus seiner verstörend-sinistren und kafkaesken Stimmung gerissen wird. Hier wäre Weniger doch Mehr gewesen. Ansonsten ist dieser Film unbedingt zu empfehlen und legt die Erwartungshaltung für den nächsten Film des Regisseurs wieder etwas höher.  Auch darf wieder Kameramann Pawel Pogorzelski (Hereditary) für Ari Aster die bildliche Umsetzung übernehmen. Gekonnt setzt er die Kamera ein, um die beklemmend-unheilvolle Stimmung in diesem Film zu visualisieren. Untermalt werden seine Bilder mit der verstörend wirkenden Filmmusik von Bobby Krlic, der mit einer Musikuntermalung aus verstörend-kakophonisch klingenden Streichinstrumenten und heidnischen Chorgesängen diesen außergewöhnlichen Horrorfilm abrundet, damit das verstörende Ende dieses Films dem Zuschauer noch beschäftigt.

by J-O Marcks

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