MEGA FILM – MEGA TALK

Der Film HEILSTÄTTEN (Fox Deutschland) ist seit dem 22. Februar im Kino und es handelt sich um einen großartigen Film, der auf den ersten Eindruck gar nicht so zu werden scheint. Das besonders reizvolle an dem Film ist der Cast, denn wenn man Namen wie Nilam Farooq, Lisa-Marie Koroll, Sonja Gerhardt oder Freshtorge liest, denkt man an alles aber nicht an einen guten Horrorstreifen. Auch wenn als Regisseur Michael David Pate auftaucht, ist der erste negative Eindruck noch nicht verschwunden. Vorurteile sind was für den Arsch, sagt Chefredakteur Oliver Williams und der muss es wissen. Er hat nicht nur den Film gesehen (Kritik auf dieser Seite) er hat sich auch mit Michael David Pate, Lisa-Marie Koroll und Timmi Trinks zum Crosstalk getroffen und das in den Escape Rooms in Berlin Mitte.

 

C&D: Alle sind gerade aus den „Heilstätten“ entflohen. Der Film kommt am 22.02.2018 ins Kino. Für euch drei war es ja etwas völlig Neues einen Horrorfilm zu machen. Den ersten Kontakt hattest ja du Michael, weil du die Regie als Auftrag bekommen hast.

 

Michael: Ja, da lief der verrückte, wahnsinnig gewordene Produzent damit herum und hat Fox Deutschland dafür begeistert und anschließend kam der Kontakt zu mir und dann es lief alles Schlag auf Schlag.

 

C&D: Also auch ein Thema mit einem „sofort mach ich“? Denn bei dem was du vorher gemacht hast, war ja nicht mal ansatzweise ein Berührungspunkt zum Horrorgenre, wohl eher die Youtube-Geschichte?

 

Michael: Mein Debüt war tatsächlich ein Horrorfilm.  Also „Kartoffelsalat“ hatte auch einige Horror Ansätze und bei „Chemie“ waren auch Ansätze drin. Da sind also doch ein paar Schnittmengen zu sehen. Was ich halt etwas catchy fand war die Idee einen deutsch-founded Horrorfilm zu machen mit den „Heilstätten“. Das lag ja ziemlich nah dass man das mal machen sollte und das lief gut.

 

C&D: Wie seid ihr denn im Cast dazu gekommen? Gab es ein Castingverfahren oder hattest du jemanden direkt gewählt so: den will ich mit dabei haben?

 

Michael: Ja, es war ein ziemlich aufwändiges Castingverfahren. Ein großes Thema bei dem Casting war ja authentische, glaubhafte Angst. Das ist ja wichtig bei so etwas. Wir haben auch überwiegend vor Ort bei den Heilstätten gecastet, um auch gleich die Ansage zu machen: Das wird kein gemütlicher Dreh. Die Leute die wir dann am Ende hatten, waren dann auch die, die wir haben wollten, wie Emilio und Timmi.

 

Timmi: Ja gerade Emilio und ich kannten uns ja auch schon vor dem Casting. Es war wie ein eingespieltes Team. Der Flow war halt sofort da und wir kamen sehr gut in die Rollen.

 

Michael: Ja das hat man gemerkt, die Chemie war sofort da. Da wurde es auch manchmal sehr lustig.

 

Lisa-Marie: Also bei mir kam ich das erste Mal durch Timmi an den Film ran. Ursprünglich sollte es die Rolle von Daphne werden, dann bekam ich die Rolle als Emma.

 

C&D: Wie gehst du Lisa-Marie denn an solch ein Angebot ran? Denn wenn ich deine Vita anschaue, bist du ja eigentlich fernab davon. Hast du denn eine Begeisterung zum Horror Genre oder war das nur rein als schauspielerische Herausforderung gesehen?

 

Lisa-Marie: Beides. Ich bin Horrorfan, ich liebe Horrorfilme und die Herausforderung. Wie Michael eben schon erwähnte, waren es nicht die leichtesten Bedingungen, denn es wurde auch nachts gedreht und bei eisiger Kälte. Dann auch nach dem relativ neuen Konzept, dass der Schauspieler die Kamera selbst trägt und oder der Kameramann direkt hinter einem steht. Das ist alles sehr eng miteinander verbunden. Die Freiheiten, dass wir improvisieren und die Rollen mitgestalten durften, waren spannend. Und dann noch ein deutscher Horrorfilm, was ja sehr selten ist.

 

C&D: Bist du damit nun auf den Geschmack gekommen?

 

Lisa-Marie: Ich sage es mal so, das Projekt hat wahnsinnig viel Spaß gemacht aber man legt sich als Schauspieler nicht fest. Da könnte ich ja nicht überleben, wenn ich jetzt sage ich drehe nur noch Horrorfilme und der nächste kommt dann erst in drei Jahren oder so!

 

C&D: Und wie ist es bei dir Timmi mit der Affinität zu Horrorfilmen?

 

Timmi: Ich muss sagen, dass ich Horrorfilme unglaublich gerne schaue. Es war dann auch so ein Punkt warum ich sagte dass ich mitmachen will, neben den ganzen anderen coolen Leuten. Also dachte ich mir: Why not? Prinzipiell muss ich auch sagen, nachdem ich den Film nun selbst geschaut habe, dass da viele Gänsehautmomente waren. Ein Horrorfilm ist ja schließlich ein Film, wo Gänsehautmomente vorkommen müssen. Eine gewisse Art von Spannung die sich dann hält und sich in Form von Gänsehaut entlädt. Ich habe mich auch während der Dreharbeiten und während dem Lesen des Drehbuches schon gefragt ob das dann so sein wird, wenn ich den Film schaue. Und es ist genau so, obwohl ich das Drehbuch schon kenne.

 

C&D: Gab es denn dadurch, dass ihr in einer mystischen Kulisse und auch nachts gedreht habt, scary Momente?

 

Timmi: Au Ja.

 

Lisa-Marie: Auf jeden Fall. Timmi sagte immer, dass er die Kulisse tagsüber sehr idyllisch fand. Aber ich fand, sie hatte schon tagsüber diese Energie und die war nicht gerade positiv. Also selbst wenn man sich schon tagsüber über das Gelände bewegt, ist es sehr scary. Das Gebäude arbeitet, also es ist ja schon fast nur Schutt und Asche und dazu kommt ja auch noch diese riesige Tunnelanlage, die der Wärter der dort wohnt nicht mal selbst komplett oder richtig kennt. Er konnte selbst nicht sagen, wie es da unten aussieht. Also definitiv gespenstisch.

 

Timmi: Also ich fand es tagsüber dort schon sehr idyllisch. Gerade an sonnigen Tagen, man hatte kein Handynetz… man war praktisch auch abgeschnitten von der Welt. Ich fand es also an den Tagen sehr schön  und wie Lisa schon sagte, die Energie war da. Aber richtig spooky fand ich es erst in der Nacht und in den dunklen Gängen. Wo man dann nachts Sachen gesehen hat, die eigentlich gar nicht da waren, nur als Einbildung. Da hatten Lisa und ich den Moment, dass wir uns dasselbe eingebildet haben und es war gar nicht da! Oder dass man durch den Wald gelaufen ist und man sich erschreckte, nur weil ein Hase da war. Die spiegelnden Augen von den anderen wenn die Kamera rein geblendet hat! Cool und scary.

 

C&D: Jetzt haben wir im Grunde auch in dem Film die ganze aktuelle Kultur drin. Handys, Youtube also vom Alter her Timmis und Lisa-Maries Welt. Ist es denn ein Versuch, einen kleinen Warnschrei abzusetzen?

 

Michael: Ich denke der Film hat schon einen sehr sozial-kritischen Aspekt, den man nicht verleugnen kann. Besonders explizit, wie weit man gehen kann, was okay ist und was nicht, Ich finde das sollte angesprochen werden, denn es wird immer extremer und mehr in der Handywelt. Was ich grundsätzlich nicht verurteile, aber ich denke man sollte einen gewissen Respekt und gewisse Werte befolgen und verfolgen. Der, der ein Influencer ist, sei es ein Youtuber oder Musiker oder Instagrammer oder Schauspieler, es sind alles Influencer. Jeder hat eine eigene Meinung und jeder darf und kann sie erzählen. Ich finde man sollte also diese Reichweite die man als Influencer hat auch positiv nutzen, auf Dinge aufmerksam machen. Und dieser Film macht auf etwas aufmerksam.

 

C&D: Ihr seid ja gezwungenermaßen vom Alter her in dieser ganzen Geschichte drin. Geht euch das persönlich jetzt auch manchmal zu weit wenn ihr gewisse Dinge über die Kommunikationsmittel seht?

 

Lisa-Marie: Ja, manchmal ist es sehr grenzwertig was man dort sieht. Besonders, wie du ja erwähnt hattest, wie Menschen die diese Reichweite haben mit ihrer Reichweite umgehen. Das macht mich auch oft wütend, weil wenn ich so viel Einfluss hätte, halte ich nicht den zwanzigsten Starbucks Becher in die Kamera, den ich danach wegwerfe. Sondern ich setze mich dafür ein dass es Becher gibt die man mehrfach benutzen kann, also sinnvolle Dinge. Und da finde ich, sollten mal mehr Youtuber darüber nachdenken.

 

Timmi: Ich denke das hängt aber dann mit der Generation zusammen, denn wir sind ja eine Konsumgesellschaft. Beispiel wie mit den Bechern, jeder trinkt unterwegs ja auch einen Kaffee oder so und das Beispiel mit den Social-Media fängt ja bei jedem selbst an. Gehe ich morgens ans Telefon oder lasse ich das bleiben? Ich zum Beispiel, lasse mein Telefon eine Stunde lang liegen. Ich gehe morgens eine Stunde lang nicht an mein Telefon. Hat den bestimmten Grund, dass ich mich nicht mit Instagramm zuballere. Jüngere Personen lassen sich nun mal sehr leicht beeinflussen – was ihre Vorbilder tragen, wie sie ihren Lifestyle leben, das ist eine Bubble, die der Realität nicht entspricht und jeder will es nachleben.

 

Der Film ist eine kleine Sensation und jeder sollte ihn sich ansehen, es lohnt sich, egal welcher Generation man entsprungen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

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