ES IST SOWEIT

WERK OHNE AUTOR

(Walt Disney)

Kinostart: 03. Oktober 2018

Kurt Barnert hängt an seiner Cousine Elisabeth. Als diese in der Nazizeit zwangseingewiesen wird und darauf von Professor Seeband als „lebensunwürdig“ zum Tode verurteilt wird, herrscht für ihn absolute Leere. Der Krieg ist zu Ende und lässt Kurt, im Banne der DDR, seinen Weg gehen. Dabei zeigt sich sein malerisches Talent und seine Durchsetzungskraft. Privat zieht es ihn zu Ellie Seeband, der Tochter des Professors, der weiterhin als Frauenarzt praktiziert und den Nachforschungen der Alliierten entkommen ist, wie auch der Leiter des Aria-Programms Dr. Kroll. Barnert bekommt als Student bereits den Auftrag für eine parteiliche Auftragsarbeit im Geschichtsmuseum, schafft es, auch gegen den Willen des Schwiegervaters, Ellie zu heiraten und den richtigen Absprung im Jahr 1961 in den Westen zu schaffen. Barnert will malen und findet in der Düsseldorfer Kunstakademie den schnellen Zugang zu Leiter Antonius van Verten, darstellend die Rolle von Joseph Beuys. Barnert durchlebt Züge des Künstlers Gerhard Richter und findet schließlich über ein Bild seiner Schwester zu einer Kunstart, die für Aufsehen in der Öffentlichkeit sorgt und ihm dabei hilft seine Vergangenheit zu verarbeiten. Immer wieder gibt es Ansätze, dass Barnert hinter das Geheimnis kommt, dass sein Schwiegervater seine Cousine zum Tode verurteilt hat, doch von Donnersmarck scheut die Auseinandersetzung. Dabei ist die Rolle von Sebastian Koch als Nazi Arzt, involviert in das Euthanasie-Programm der Nazis, eine Paraderolle für ihn und im Film immer wieder eine Schlüsselrolle. Die Rolle liegt in seinem Blut, wie in NEBEL IM AUGUST kann er die Arroganz der Zeit perfekt umsetzen und schafft so einen großen Stützfeiler des Films. Doch auch diesen wichtigen Aspekt greift von Donnersmarck nicht ernst genug auf und lässt die Figur des Professor Seeband zu einer schwindenden Nebenrolle verkommen. Stünde der Film für sich alleine da, wäre er ein gelungenes Zeitepos mit einer angenehmen und fesselnden Sicht- und darstellungs-Weise der Zeit 1943 bis 1972. Der Versuch historische Ereignisse um das Leben des Künstlers  Gerhard Richter, in der Gestalt des Kurt Barnert, einzuflechten, die Geschichte der Kunst in den Umbruchjahren 1962-1972, unter Beuys in der Düsseldorfer Kunstakademie, nach eigener Interpretation, erzählen zu wollen und immer wieder den ungeklärten Strang des Euthanasie Programms verarbeiten zu müssen, macht aus einem eigentlich klar strukturierten Film, eine Art Pop Art in sich ohne Hintergrund und dazu auch ohne ein wirkliches Ende zu finden. So endet der Film auch mit einem Versuch künstlerisch wertvoll zu sein, aber nicht mit dem Versuch dem Zuschauer eine Geschichte zu Ende zu erzählen.  Damit gibt von Donnersmarck dem Zuschauer, nach 188 Minuten, viel zu viele Hausaufgaben mit auf den Heimweg. Als herausragend ist aber Jungdarsteller Cai Cohrs in seiner ersten und nicht gerade leichten Rolle zu bezeichnen.

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