AB HEUTE IM KINO

DIE VERLEGERIN

(Universal)

Kinostart: 22. Februar 2018

Der Originaltitel „The Post“ trifft es natürlich noch viel deutlicher, denn es geht um die Geschichte der Washington Post 1971. Einst wurden der Times die Geheimakten zum Vietnamkrieg zugespielt, die allerdings sofort nach einer ersten Veröffentlichung durch die Regierung an weiteren Veröffentlichungen gehindert wurden. Auch die Washington Post versuchte man 1971 unter Druck zu setzen, als diese geheime Dokumente aus der gleichen Quelle erhielt. In einem schweren Entscheidungsdrama, liegt zum Schluss die Entscheidung bei der Verlegerin der Post, die gerade erst das Unternehmen ihrer Familie, nach dem Tod ihres Ehemannes, übernehmen musste. Als Verlegerin war es mehr als schwer sich zu behaupten, denn das Zeitungsgeschäft, vor allem die Führungsaufgaben, waren klare Männerdomänen. Meryl Streep spielt die Rolle der Verlagserbin Katherine Graham und Tom Hanks den Chefredakteur der Post Ben Bradlee.  Die renommierte Lokalzeitung steht vor der Wahl, und somit in letzter Entscheidungsgewalt bei Kay Graham, die geheimen Papiere zu veröffentlichen und sich damit voll für die Pressefreiheit zu entscheiden oder gegen eine Veröffentlichung zu stellen und somit den finanziell Ruin abzuwenden, der sich in der Konsequenz ergeben könnte. Mit aller Hektik der damaligen Arbeitsweise einer Tagespresse vermittelt der Film Detailverliebtheit, vor allem auch in der Präsentation verrauchter Redaktionsbüros und den Feinarbeiten von Setzern und Druckern bei der finalen Herstellung einer Tageszeitung. Die Setzer gibt es nicht mehr und in den meisten Büros darf auch nicht mehr geraucht werden, was allerdings von damals übrig ist, ist die Geheimhaltungspolitik der Regierung der Vereinten Staaten, aber nicht anders der Politiker im eigenen Land. Erst 40 Jahre später wurden die Papiere auch für internationale Medien öffentlich zugänglich.

Der Film zeigt am Ende die Pressefreiheit, die über allem steht und auch in der Verfassung verankert ist, doch nicht alles was in der Verfassung steht muss auch so in der Praxis gehandhabt werden. Macht gestaltet sich immer noch durch Geld. Meryl Streep behauptet sich im Film, wenn auch sie weibliche Schusseligkeit an den Tag legt und die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht darstellt. Doch es ist das Jahr 1971.

Ein toller Film, wenn auch nicht ganz so spannend in seiner Dramaturgie wie „Die dunkelste Stunde“, aber dafür mit einem großartigen Soundtrack gekrönt. John Williams schafft eine schöne Atmosphäre der 70er Jahre, ohne dabei kitschig zu klingen und auch die Ernsthaftigkeit des Filminhalts perfekt zu untermalen. Den Soundtrack gibt es auch als physisches Produkt.

 

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