AB HEUTE

FREIES LAND

(Telepool)

Kinostart: 09. Januar 2020

 

1992 verschwinden in den Wirren der Nachwendezeit in einem kleinen Dorf in Brandenburg, in der ehemaligen DDR, nahe der polnischen Grenze werden die zerstückelten Leichen mehrerer Mädchen gefunden, von denen angenommen wurde, dass sie nach Berlin gezogen seien.

Der (Straf-)versetzte „West-Polizist“ Patrick Stein (Trystan Pütter, „Toni Erdmann“ 2018) und sein „Ost-Kollege“ Markus Bach (Felix Kramer, „Dogs of Berlin“, 2018) versuchen das Rätsel der ermordeten Mädchen zu lösen und stoßen dabei auf das Schweigen und die Abneigung der heimischen Bevölkerung. Beide müssen sich auch den Veränderungen der Gesellschaft stellen. Während Markus Bach von seiner beruflichen Vergangenheit eingeholt wird, versucht Patrick Stein der Bevölkerung näher zu kommen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, als wieder ein Mädchen verschwindet.

Mit „Freies Land“ ist dem Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor Christian Alvert (u.a. „Antikörper“ 2005; „Pandorum“, 2009) ein szenisch sehr dichter, visuell großartiger und spannender Deutscher(!!) Krimi gelungen, der erst im Kino seine volle visuelle und atmosphärische Spannung entfaltet. Dies ist aber kein Zufall. Er adaptiert und kopiert mit „Freies Land“ das sehenswerte spanische Original „La Isla Minimas-Mörderland“ aus dem Jahre 2014 von Alberto Rodrígez (SEHENSWEHRT). Ohne aber die „Post-Franco Ära“ des Originals mit dem der Nachwende-Zeit in der DDR gleichzusetzen zeichnet er ein düsteres Bild der deutschen Wiedervereinigung, wie es scheinbar, wahr oder nicht wahr, noch in den Köpfen einzelner (West- und Ost-) Deutscher existiert. Vor allem soziale Aspekte die 1992 nur als Voraussahnungen für die ehemalige DDR- Bevölkerung existierten (Übernahme von „Ost“-Betrieben durch den Westen, Abwanderung der Bevölkerung) und heute teils (leider) eingetroffen sind, werden thematisiert. Dabei kommt es zwischen dem (Straf-)Versetzten West Kollegen Patrick Stein (großartig gespielt von Trystan Pütter), der vernab von seiner schwangeren Frau, in die Einöde und Trostlosigkeit von Brandenburg versetzt wurde und seinem Ost-Pendant und „Stasi-belasteten“ Kollegen Markus Bach (herausragend verkörpert durch Felix Kramer)  zu psychologischen Kämpfen, in denen man die Ungleichheit und Zerrissenheit dieses Zusammengangs zwischen „OST“ und „WEST“ kurz nach der Wende erahnen kann. Mit Verstörend-psychedelischen Kamerabildern einer karg-ausgebrannten Landschaft und in Zusammenarbeit mit dem versierten Editor Marc Hofmeister, mit dem Alvert schon oft zusammengearbeitet hat, verstärkt Christian Alvert die psychischen Strudel und die seelische Geisterbahnfahrt, in die sich seine beiden Charaktere mehr und mehr verstricken, um zum Schluss ihren Auftrag als „Team“ dennoch zu Ende zu führen.

EIN SEHENWERT- „SCHMUTZIGER“ UND ATHMOSHÄRISCH-DICHTER DEUTSCHER THRILLER, der dem Original in Nichts nachsteht.

jens oliver marcks

 

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