SEX AND CRIME

AUCH VAMPIRE HABEN GEFÜHLE

Klingt doch erst mal witzig, aber das bedeutet ja nicht gleichzeitig, dass die Nahrungsquelle eine andere wird und/oder aus einem Horrorszenario eine eher komische Geschichte folgt. Blutig ist wichtig wenn wir von Vampiren lesen oder sie sehen. Das ist zum Glück auch bei VAMPYRES der Fall und das trifft auf das Jahr 1974 zu  genauso wie heute.

Inhalt:

Der eigentliche Inhalt des Remakes ist schnell erzählt und hält sich auch an das Original aus dem Jahr 1974. Die Vampire Fran und Miriam leben in einer alten Villa, abgelegen und eigentlich fernab der Zivilisation. Dennoch verirren sich immer wieder Menschen in die Gegend und auch in das Anwesen. Sie alle werden immer herzlich aufgenommen und in das Haus gelockt, mit dem Versprechen einer wilden Liebesnacht. Vampire trinken Blut, aber sie lügen nicht und so lösen Fran und Miriam auch ihre Versprechen ein. Wilder Sex mit Mann und Frau stehen hier auf dem Programm, nur gibt es danach ein Ende was natürlich nicht dem normalen Sexakt nahekommt, ein blutiges und brutales Ende der Gastakteure.

Soweit klingt ja alles nach einem Slasher, ist es aber nicht. Es wird eher ein etwas anders gelagertes  Sozialdrama, denn bei Fran und Miriam kriselt es. Auch im Leben von Vampiren kann es zu Störungen kommen und so gerät das Leben der Vampire langsam aber sicher aus den Fugen als sich Fran in eins der Opfer verliebt. Doch als eine gruppe von Campern an der Villa ankommt wird einem erst bewusst was es bedeuten kann, wenn Vampire nicht mehr dem eigentlichen trieb folgen.

 

Kritik:

1974 schuf Jose Ramon Larraz einen etwas anderen Vampir-Film, der allerdings in der Zeit noch nicht verstanden wurde, aber konsumiert. Larraz war bekannt für die Horrorproduktionen mit willigen, blutdurstigen Vamps. Jetzt hat sich Regisseur Victor Matellano dem Titel angenommen und hat es bei seinem Remake wirklich geschafft die Idee des Films im Jahre 1974 in die Neuzeit zu transportieren. Als bekannter spanischer Exploitation Regisseur dürfte dies für ihn ein großer Schritt nach vorne sein. VAMPYRES 2015 (Kinoveröffentlichungstermin) ist herausragend. Der Film scheut sich nicht bis an die Grenzen blutiger Exzesse zu gehen und auf der anderen Seite tiefgründig eine wirkliche Dramaturgie  zu transportieren und somit jeden einzelnen Tropfen Blut zu rechtfertigen. Ähnlich wie beim Original von „Martyr“ reizt Matellano alle Möglichkeiten aus Perversion und Blutdurst zu zeigen und den Zuschauer zu schocken. Natürlich lebt der Film durch seine Darsteller und so hat Metallano sehr junge, unverbrauchte und sehr glaubhafte Hauptdarsteller gewählt. Marta Flich (als Fran) begeisterte mich bereits in ihrem Filmdebut „Omnivoros-das letzte Ma(h)l“ aus dem Jahre 2013. Die Spanierin Almudena Leon (als Miriam) war bis jetzt noch nicht in Erscheinung getreten und macht dafür eine sehr gute Figur. Beide Schauspielerinnen sind nicht nur bildhübsch, sie verfügen auch über ein großartiges Talent. Wer jetzt sagt „braucht man das für Sexszenen?“ der versteht nicht worum es in dem Film geht. Wären die Erotikszenen anfangs nicht so leidenschaftliche gefilmt, würden sich die späteren  sozialen Kluften gar nicht darstellen und dem Zuschauer gegenüber vermitteln lassen. VAMPYRES ist aktuell einer der besten Horrorstreifen auf DVD. Wer lesbische, sexy Frauen liebt, die im Blutrausch über alle Grenzen hinwegsetzend sich verlustieren, der muss den Film sehen. Und zum Nachdenken bleibt am Ende auch noch etwas – also fast schon Bildungsfernsehen.

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close