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Am 18. Oktober 1966 saßen viele gespannt vor ihrem schwarz/weiß Fernsehgerät und warteten auf eine neue Serie, die aus England kommende neue Serie machte schon im Vorfeld medial auf sich aufmerksam, was zu der Zeit sehr selten war: SCHIRM, CHARME & MELONE mit der Folge „Die Roboter“.

Alle Augen richteten sich natürlich auf Schauspielerin Diana Rigg, die als Mrs. Emma Peel, im engen Lederanzug den Ganoven den Gar ausmachen konnte und den anderen Männern den Kopf verdrehte. Ihr Partner, bei den oft kniffligen Fällen, ein eleganter und immer gut gelaunter Patrick McNee, als John Steed. Zusammen waren sie das Agenten-Team , auch wenn die erste in Deutschland gezeigte Folge die am stärksten von Science Fiction-Zügen beeinflusste Folge überhaupt war.

Die Serie wurde auch in Deutschland ein riesen Erfolg. Was anfangs noch keiner in Deutschland wusste, es gab vor den Folgen mit Diana Rigg bereits drei Staffeln, die neben Patrick McNee andere Partner präsentierten. Die erste Staffel, die bereits 1961 ausgestrahlt wurde, hatte noch einen Mann an McNee`s Seite und zwar Ian Hendry, beide noch als rauchendes Agentenduo. Hendry drehte noch bis Anfang der 80er und ist uns auch bekannt aus Filmen wie „Damien – Omen 3“ oder an der Seite von Vincent Price und auch Diana Rigg in „Theater des Grauens“.

Bereits 1962 stieg Hendry aus und wurde kurz durch Jon Rollason ersetzt, den manche vielleicht aus ein paar wenigen alten „Doctor Who“-Folgen kennen. Doch auch mit Rollason war es nichts aufregendes, denn die Einschaltquoten sangen. Ein neues Konzept war gefragt und so fand sich plötzlich eine frau an Steeds Seite, eine Frau die es den Männern zeigen sollte. So zumindest stellten es sich die Drehbuchautoren vor und nach einer Folge mit der gesichtslosen Julie Stevens kam erstmals richtig Schwung in die Sache mit Honor Blackmann als Dr. Catherine Gale. Blackmann hatte Biss und verstand es auch die Zuschauer wieder zu fesseln. Nachdem sie in „James Bond-Goldfinger“ ihren Durchbruch 1964 schaffte, spielte sie bis heute immer wieder in bekannten Block Buster Produktionen wie „Kampf um Rom“ oder „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“, sowie zahlreichen Serien wie „Columbo“ und „Rosamunde Pilcher“. Auch kann man sie als Vorreiter dessen bezeichnen, die bereits 1965 ein Buch veröffentlichte, über die Selbstverteidugung der Frau „Book of self-defense“, 1967 auch in Deutsch erschienen.

Als Blackmann, aufgrund des James Bond-Angebotes, die Serie verließ kam Diana Rigg und es brach die erfolgreichste, als Peel-Ära bezeichnete, Zeit an. Emma Peel war nicht nur der Traum aller Männer, sie war auch eine gleichberechtigte Person im Agententeam mit John Steed. Zusammen waren sie das was viele sowieso nicht verstehen, ein Paar mit unsichtbaren Banden. Sicher sie distanzierten sich in der Serie immer und nannten sich auch immer beim Nachnamen, doch Nähe ließen sie beide nicht sichtbar zu. Lediglich dem aufmerksamen Zuschauer wird das enge Band ihrer Freundschaft nicht entgangen sein, welches immer in den freundlich, fast schon liebevollen Umgangsformen und Neckereien an der Tagesordnung standen. Es war etwas ganz Besonderes und das hat es auch der ganzen Serie gegeben, deren genialen Schurken es immer schwerer war beizukommen. Teilweise schon utopische Züge hatten manche Folgen und führten die beiden Agenten zu Personen, deren kriminelle Eleganz und Brillanz bis heute nicht mehr zu toppen waren. 1968 und 1969 erhielt Diana Rigg den Goldenen Bravo Otto und stieg, wie ihre Vorgängerin, wegen einer Rolle als Bondgirl aus. In der Serie selbst hat sie einen Mann gefunden und so schmerzvoll das klingt, war auch die Abschiedsszene. Jedoch zu sehen bekam der Zuschauer den neuen Mann an Emmas Seite nicht. Ab da war Schirm, Charme und Melone nicht mehr das Gleiche.

Linda Thorson als Tara King folgte für eine Staffel und sie war so dumm, dass man das als ihr Markenzeichen verkaufen wollte, doch es brachte das Aus für die Serie 1969.

Erst 1976 versuchte man einen Neustart mit den „New Avengers“. Abgesehen von der Filmmusik und John Steed als graue Eminenz im Hintergrund kamen Joanna Lumley als schnittige Purdey und Gareth Hunt als Mike Gambit in den Vordergrund. Es ging weitaus actionreicher zur Sache, mehr Schußwechsel und alles ein wenig 70s UK-Style. Doch bereits ein Jahr später war für diesen Neuversuch Ende.

Es bleibt was bleiben musste, die gesamte Abhandlung von Schirm, Charme und Melone ist mittlerweile Kult. Auch wenn sich immer jeder erst an die Peel-Ära erinnert und mit Glanz in den Augen an das Gespann Steed/Peel denkt, so haben alle Staffeln ihren Reiz, wenn auch jede auf ihre Art und Weise.

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