CUTE & DANGEROUS

Auf niemanden trifft unser Verlagsname besser als auf ELDRID REMY.

Daniel Weck sprach mit der blutigen Schönheit.

ELDRID REMY – Eine Schönheiten zwischen bösen Buben

 

C&D: Bitte erzähl unseren Lesern, wie Du in das Genre und zur Schauspielerei gekommen bist?

Ich hab immer schon gern Theater gespielt und bereits während meiner Schulzeit mit dem Gedanken gespielt, das auch mal beruflich machen zu wollen. Ich war auf einer privaten Schule, wo die Klasse sich gemeinschaftlich für die Hauptfächer fürs Abitur entscheiden musste. Nachdem die Mehrheit sich für Mathe und Physik entschieden hatte, war ohnehin klar : ok…das schaffe ich sicher nicht! Also hab ich mich einfach mal an einer Kölner Schauspielschule beworben, wurde angenommen und damit ging es dann seine Wege. Das waren sehr interessante und bereichernde Jahre, allerdings hab ich auch schnell gemerkt, dass der Weg, in Deutschland an die größeren Rollen zu kommen, nicht meiner ist. Im Underground, sowohl was Theater, als auch was Film betrifft, fühle ich mich wohler, auch wenn man damit nicht seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Die Arbeitsatmosphäre ist meist sehr angenehm, man trifft auf sehr interessante, ungekünstelte Menschen und du hast nicht etliche einmischende Fremdvorgaben von „König Mammon“ und der „political correctness“, sondern kannst mit Teams arbeiten, die wirklich ihr Ding machen, mit dem, was da ist und mit der eigenen Kreativität. Das gefällt mir. Das Horrorgenre mochte ich auch als Zuschauer immer schon sehr, hab mich dementsprechend hauptsächlich in dem Bereich umgeschaut und freue mich, dass ich in dem Genre nun selbst schon einiges machen konnte.

 

C&D: Welche Faszination übt das Horror/Splatter-Genre auf Dich aus?

Ich mag es generell mich auch mit den unliebsamen, abgründigen und düsteren Bereichen der menschlichen Seele und des Weltgeschehens auseinanderzusetzen. Derartige Filme bieten den Stoff und den Raum dazu, sich damit emotional und geistig befassen zu können, ohne, dass wir dabei mit der folgenreichen Unumkehrbarkeit realer Ereignisse konfrontiert wären. In die entsprechenden Rollen einzutauchen ist für mich immer wieder eine sehr intensive Erfahrung. Was passiert eigentlich in einem Menschen, der diese oder jene extreme Grenzerfahrung durchlebt? Wie fühlt sich diese Hölle an, die ein Opfer von extremer Folter durchmachen muss? Und was treibt Täter an? Woher kommt ihre Besessenheit, wie und warum formt sie einen Menschen zur Bestie?

 

C&D: Welches war Deine erste Rolle in einem Film und welches Deine erste Rolle in einem Splatterfilm?

Mein allererster „Film“ war ein kleiner Krimi, den ich mit meinem Bruder, meinem Vater und meiner Großmutter gedreht habe, da war ich 10, hab eine Detektivin gespielt und es war unglaublich witzig! Während und nach meiner Ausbildung hab ich in vielen Kurzfilmen mitgespielt, die erste Langfilmerfahrung hatte ich in dem Splatterstreifen „Fear“, der es allerdings nie auf die Leinwände geschafft hat. Die Dreharbeiten waren dennoch eine tolle Erfahrung – meine erste Axt im Kopf! Die erste Splatter-Rolle, in der man mich dann auch mal im Kino sehen konnte, war die Angelica in „Castle of Horror“ (Brandl Pictures, Anmerk. Der Red.).

 

C&D: Wie bist Du zu Black Lava gekommen?

 

Ich nehme an, dass ich das der „Brandl-Connection“ verdanke.

 

C&D: NECROPHILE PASSION hat für viel Aufsehen gesorgt. Gefällt Dir eine gewisse Art der Rebellion, die man solchen grenzwärtigen Filmen zurechnen kann?

Auf jeden Fall! Der Geist der Rebellion ist eine der wichtigsten Triebkräfte der menschlichen Entwicklung. Ohne diesen Willen, bestehende Systeme und Dogmen infrage zu stellen und Tabus zu brechen, gäbe es keinerlei menschliche Errungenschaften, wir wären nur ohnmächtige Konsumenten eines fremdgesteuerten Daseins, würden vielleicht heute noch in der Ursuppe umherkriechen. Die Kunst, gleich ob Film, Theater, Musik oder Literatur, ist das geeignetste Feld für den Geist der Rebellion, denn sie findet weitgehend in einem fiktiven Raum statt, muss also keine echten Kriege führen, nicht real zerstören oder über Leichen gehen und kann dennoch mit realen Gefühlen arbeiten und wirksam unseren Geist zum Nachdenken und zur Reflexion bewegen. Kontroverse Reaktionen und Diskussionen sind in der Kunst wichtig und ausdrücklich zu begrüßen.

Was mir persönlich an NECROPHILE PASSION besonders gefällt, ist die zähe Langsamkeit, mit der der Film sich aufbaut. Das allein ist, in meinen Augen, schon ein gewisser Akt der Rebellion! In einer Zeit, in der es für die meisten zur Gewohnheit geworden ist, im Sekundentakt hin und her zu switchen, wir einer Dauerberieselung von Reizen und Informationen ausgesetzt sind und die konventionellen Medieninhalte immer mehr auf Schnelligkeit und Action, statt auf tiefschürfenden Inhalt setzen, laufen wir Gefahr zum bloßen Konsumenten zu verkommen, der immer weniger bewusst selber denkt und fühlt. NECROPHILE PASSION widersetzt sich sehr bewusst diesem Zeitgeist, indem die Stimmung ganz langsam Raum greift und das ist genau das, was so ein heftiges Thema braucht.

 

C&D: Siehst Du Dich in den bis dato gedrehten Filmen vollständig gefordert?

Nein. Ich wurde zwar schon vielfältig gefordert, vor allem körperlich, wie nackt im November in kalten Burgruinen oder stundenlang mit zugematschtem Auge zu spielen , aber es dürstet mich nach weiteren Herausforderungen und schauspielerisch geht da sicher noch einiges!

 

C&D: Gibt es eine Rolle die Dich fesselt und die Du gerne einmal spielen würdest?

Abgesehen von NECROPHILE PASSION war ich in den meisten Filmen bislang eher das Opfer. Es würde mich reizen auch mal öfter die Täterin zu spielen. Was das Rollenspektrum angeht, kann ich mir vieles vorstellen, da ich sehr wandelbar bin und mich auf vieles einlassen kann.

 

C&D: Wenn man seine Vita mit extremen Filmen füllt, ist es dann schwieriger größere Produzenten für sich zu begeistern?

Bei dem, was ich sonst so mache, hatte ich noch nie Probleme wegen meiner Vorliebe für das Horrorgenre. Ich spiele auch Theater für Kinder und da hat sich auch noch nie jemand an meiner Vita gestört, obwohl meine Internetpräsenz und meine Demobänder zeitweilig schon recht gruselig und extrem daherkamen. Ich glaube aber schon, dass, überall da, wo es auch um personelles Image geht, Produzenten sich eher schwer damit tun würden, jemanden zu engagieren, dessen Vita ausschließlich von Horror und Gemetzel trieft. Wenn man als Schauspieler also gern auch andere, größere Sachen machen möchte, sollte man sich nicht einseitig damit präsentieren. Ein bißchen Splatter schadet aber sicher keiner Schauspieler-Vita, denn auch größere Produzenten wissen , dass sich da einige schauspielerische Qualitäten zeigen, wie langes, geduldiges Stillhalten in der Maske, Umgehen können mit extremen Maskenteilen und Requisiten, sowie das Darstellen können einiger Emotionen und Zustände, die allgemeinhin als höhere Liga der Schauspielkunst gelten, wie sich authentisch zu erschrecken, Sterben oder „tot sein“.

 

C&D: Was ist privat Deine aktuelle Lieblings-DVD?

Ich warte immer noch darauf, dass DER GRÜNE PLANET von Coline Serreau endlich auf DVD erscheint!

 

Weitere Infos zu Eldrid Remy: www.eremy.de

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