INTERESSANTE FRAGE

WEM GEHÖRT DIE WELT

Wem gehoert die Welt von Hans-Juergen Jakobs

(Knaus)

Dieses Buch hat schon eine gewisse Sprengkraft, aber keine Sorge nicht in Deutschland. Es geht allen noch zu gut in diesem Land und so wird sich die Mentalität der Menschen nicht plötzlich gegen das Großkapital wenden. Lieber tragen sie den Banken nochmal 1,20€ pro Monat mehr hinterher, wenn sie dafür ihr geliebtes Konto benutzen dürfen. Manche meckern, aber auch nur weil sie sonst kein Leben haben. Was sie alle ausreichend haben ist Zeit, das haben Menschen wie Moynihan, Porsche, Schwarzmann oder Fink nicht, denn Geld schläft nie. Wer Geld verdienen will, der muss immer informiert sein, rund um die Uhr. Wer Geld investieren will um noch mehr zu verdienen, der arbeitet nicht mit Informationen, der beschafft sich Informationen. Am Ende der Kette steht immer ein Verlierer, einer der mitspielen will und für den 1.000€ eine Menge Geld sind.

„Wem gehört die Welt“ stellt sie vor, die Männer die keine Zeit haben und dafür sorgen, das Informationen zur richtigen Zeit bei der breiten Masse ankommen und nicht vorher, denn vorher wird mit den Informationen Geld verdient. In kleine Portraits versucht Hans-Jürgen Jakobs, zusammen mit weiteren Redakteuren des Handelsblattes, die Menschen vorzustellen, die das meiste Kapital auf dieser Welt bewegen. Er nimmt deren kontrollierte Fonds und Firmenstrukturen ins Visier und kratzt an der Oberfläche. An einer Oberfläche die von den Mächtigen bereitgestellt wird, denn was die nicht öffentlich machen wollen, wird auch nicht öffentlich. Da lässt sich ein Fehlverhalten einzelner Manager, mal schnell mit einer Strafe in Höhe von 17 Millionen USD begleichen. So geschehen 2014 durch die Bank of America. Ist ja auch besser als mal ein paar Jahre hinter Gitter zu wandern, denn der Zirkus muss ja weiter laufen.

Das Buch ist gut und informativ und sollte gerade die junge Generation mal etwas aufrütteln. Denn eigentlich kann man nur wenig ändern, in einer Welt wo Korruption und Geld regiert. Doch wer will schon gegen den Strom schwimmen? Daran wird dieses Buch auch nichts ändern, aber vielleicht schafft es der ein oder andere eine ähnliche Biografie zu vollziehen und irgendwann an der Spitze einer der großen Fonds zu stehen.

Am Ende sollte man sich aber fragen, welche Ziele verfolgt das Handelsblatt gerade jetzt diese Portraits zu veröffentlichen, denn die Macht der, ebenfalls finanzgelenkten Großverlage, ist nicht zu unterschätzen und wird hier natürlich nicht erwähnt.

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