ZURÜCK IN DIE STEINZEIT

Eine neue Welle von Verhaftungen von Betreibern und Produzenten populärer Pornoangebote im chinesischen Netz erschüttert die in die Illegalität getriebene Erotikszene in der Volksrepublik.

Nachdem bereits vor zwei Monaten die Eigentümer des erotischen Webcamportals HuaHua festgenommen und gegen zwanzig mit der Seite verbundene Personen ermittelt wurde, kam es in den vergangenen Tagen zu weiteren Einsätzen der chinesischen Polizei gegen Produzenten beliebter Pornowebseiten. Damit setzt China seine aggressive Zensurpolitik gegen Erotik und Pornografie fort.

Kopfgelder auf Pornoproduzenten

Letztes Jahr wurden Kopfgelder auf Pornoproduzenten ausgelobt. In der Folge meldeten sich über zwei Millionen Chinesen für eine Art Internetpolizei. Sie durchsuchen Tag für Tag Webseiten und soziale Medien nach unliebsamen Inhalten für Erwachsene.

Daneben macht es den chinesischen Nutzern die sogenannte »Great Firewall«, ein Zensur-Algorithmus der chinesischen Regierung ohnehin schwer auf pornografische Inhalte zuzugreifen.

Verhaftung von 17 Mitgliedern eines »Pornorings«

Letzten Mittwoch kam es dann zu einem großangelegten Polizeieinsatz gegen 17 Verdächtige, denen die staatlichen Ermittler vorwarfen, einen illegalen Pornoring gegründet und betrieben zu haben. Das Angebot der Produzenten habe 3000 zahlende Mitglieder gezählt.

Insgesamt, so die staatlichen Medien, haben die Mitglieder des Rings mehr als eine halbe Million Dollar verdient. Die Einnahmen überstiegen den durchschnittlichen Verdienst eines Chinesen um das Zehnfache.

Globale Zensurwelle erschwert internationale Solidarität

Es ist davon auszugehen, dass mit der zunehmenden Digitalisierung und Überwachung des Landes die Zensurbestrebungen eher noch zunehmen werden. Da auch in westlichen Gesellschaften immer größere Anstrengungen unternommen werden, pornografische Inhalte aus dem Netz zu verbannen oder den Zugang zu erschweren, dürfte sich weltweit die Lage für eine freie Sexualität auf absehbare Zeit verschlechtern. Ein Schulterschluss in der Erotikbranche und internationale Solidaritätsbekundungen sollten rasch in Erwägung gezogen werden.

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