AMERICA

Der vor wenigen Tagen überraschend verstorbene Bordellbetreiber Dennis Hof hat im US-Bundesstaat Nevada bei den Wahlen zum Unterhaus einen Sitz errungen. Sein Name konnte von den verschickten und bereits gedruckten Wahlzetteln nicht mehr entfernt werden. Mit deutlichem Abstand errang der legendäre Reality-TV-Star und Besitzer mehrerer legaler Bordelle den Sieg für die Republikaner.

Dennis Hof, der selbsternannte »Trump von Pahrump«, war unerwartet Mitte Oktober kurz nach seinem 72. Geburtstag mitten im Wahlkampf verstorben. Zahlreiche Branchengrößen und Weggefährten reagierten geschockt und trauerten in öffentlichen Äußerungen um den vielseitigen Sexunternehmer. Lesia Romanov, Hofs demokratische Konkurrentin um den Sitz im Unterhaus von Nevada, kämpfte in ihrer Reaktion auf den Todesfall mit den Tränen. Da man Hofs Namen nicht mehr rechtzeitig von den Wahlzetteln entfernen konnte, blieb er auf den Stimmzetteln für die Wahlen in Nevada vorhanden.

Im Rahmen der sogenannten Midterms, der Wahl am 6. November errang Dennis Hof mit 36 Prozent Vorsprung vor seiner Konkurrentin den Sitz im 36. Distrikt. Ein überaus deutlicher Sieg für den charismatischen Neupolitiker, der sein Amt nun nicht antreten kann. Sein Sitz wird an einen Republikaner gehen, der in den kommenden Tagen von einer Kommission in Nevada bestimmt wird.

Einen Tag vor den Wahlen fand die Beerdigung des Trump-Anhängers, Bordellbetreibers, Reality-TV-Stars (Cathouse) und Autors des Buches »The Art of the Pimp« statt. Umstrittene Legenden der Sexwork-Community wie Pornostar Ron Jeremy und die ehemalige Callring-Betreiberin Heidi Fleiss, aber auch ultrarechte Republikaner wie Sheriff Joe Arpaio machten ihre Aufwartung und trauerten um den Eigentümer von einstmals sieben Bordellen in Nevada. Prostitution ist in den USA eigentlich verboten und nur in einigen wenigen Countys von Nevada erlaubt.

Ron Jeremy, der seinen Freund Hof nach einem Partywochenende zu Hofs 72. Geburtstag tot in seinem Bett in der Love Ranch aufgefunden hatte, sah sich im letzten Jahr mehrfach mit Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung konfrontiert.

Auf der Beerdigung sprach auch Bob Zmuda, der Gründer von Comic Relief USA. In der Trauerrede sagte er: »Dennis hat sich zu Tode gelebt.  Er hätte seinen Tod nicht besser planen können, er starb beim Sex mit einer Nutte.« Zmuda bezieht sich dabei darauf, dass eine der Prostituierten auf der Ranch die Nacht mit Hof verbracht hatte, bevor Ron Jeremy ihn tot auffand.

Neben dem republikanischen Sitz im Unterhaus Nevadas hinterlässt Hof ein Vermögen, das auf 55 Millionen Dollar geschätzt wird. In Branchenkreisen ist davon die Rede, dass zum Zeitpunkt seines Todes noch fünf Bordelle (Love Ranch, Moonlite Bunny Ranch, Kit Kat Guest Ranch und die Sagebrush Ranch) einschließlich der zugehörigen Lizenzen im Besitz Hofs waren. Testamentarisch hatte Hof seine langjährige Managerin Madam Suzette Cole zur Alleinerbin von vier der Bordelle ernannt. Allerdings wollen entfernte Verwandte des »Trump von Parumph« das Testament anfechten.

Die Love Ranch konnte Hof nicht an Cole vererben, da das Bordell in einem County liegt, in dem Bordell-Lizenzen nicht übertragen werden können. Allerdings wird davon ausgegangen, dass Cole die Lizenz für das häufig in der HBO-Serie Cathouse gezeigte Bordell beantragen wird.

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