ERGREIFEND

MY DAYS OF MERCY

(New KSM)

Eigentlich bin ich ein Freund davon, dass mich ein Film in den ersten 20 Minuten mitnimmt oder eben stehen lässt. Bei „My days of mercy“ wurde ich getragen. In den ersten Minuten findet sich zwar eine Linie, aber so richtig überzeugen kann noch nichts, außer immer wieder die Hauptakteure Ellen Page und Kate Mara. Ellen Page konnte mich zuletzt bei dem Remake von „Flatliners“ erreichen und riss ein wenig den Film aus seinen eigentlichen Abgründen. Kate Mara hatte in „Das Alibi“ eine markante Rolle und bei „Das Morgan Projekt“ schaffte sie mit ihrer Hauptrolle das schier Unmögliche, in einer langweiligen Rolle zu begeistern. Nun kommen beide Akteure in einem Film zusammen, dessen inhaltliche Thematik sehr diskussionswürdig ist und somit fordert, dass sich der Zuschauer mit der Thematik „Todesstrafe“ intensiv auseinandersetzt. Lucy (Ellen Page) reist regelmäßig zu dem Gefängnis in dem ihr Vater sitzt. Sie ist gegen die Todesstrafe, somit für die Freilassung ihres Vaters der in wenigen Tagen hingerichtet werden soll. Auf der anderen Seite Lucy Mercy, gespielt von Kate Mara. Sie ist für die Todesstrafe, denn der Partner ihres Vaters wurde von  Lucys Vater ermordet, wenn die Ermittlungen stimmen. Jetzt steht die Frage des Glaubens, Wissens und Hoffens im Raum und beide Frauen kommen sich näher, ungeachtet der inneren Empfindungen – Emotionen und Liebe überwältigen beide und es kommt zu einer versteckten, aber extrem leidenschaftlichen Affäre. Doch hier sind noch lange nicht alle Geheimnisse auf dem Tisch und die Herausforderungen an die jungen Frauen, liegen noch vor ihnen. Ich habe selten so leidenschaftliche Liebesszenen gesehen und auch der weitere Verlauf des Films begeistert auf ganzer Linie. Ich wünschte mir mehr solcher Filme, die zwischen Mitgefühlt und atemloser Ergriffenheit hin und her reißen. Am Ende bleibt die Leere, mit der jeder Zuschauer klar kommen muss, wenn er sich auch intensiv mit einem Film auseinandersetzen möchte. Die Israelin Tali Shalom-Ezer hat hier Regie geführt. Bis jetzt ist sie noch nicht weiter in Erscheinung getreten, denn ihr Debüt „Princess“ hatte keinen Kinostart. Aber auch hier ging es ihr bereits um die inhaltliche Aufarbeitung von Einflüssen, die das Leben junger Menschen komplett umkrämpeln.

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