KINOSTART

SCHWESTERLEIN

(Weltkino)

Kinostart: 29. Oktober 2020

 

Lisa (Nina Hoss, „Das Vorspiel“,2019)war einst eine gefeierte Berliner Bühnenautorin. Doch seit sie eine Schreibblockade hat lebt sie mit ihrem Mann und den beiden gemeinsamen Kindern in einem kleinen Schweizer Bergdorf, wo ihr Mann als Leiter eines Eliteinternats erfolgreich arbeitet. Ihre zwei Minuten älterer Zwillingsbruder Sven (Lars Eidinger, „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“,2018) ist in Berlin ein erfolgreicher Theaterschauspieler geworden. Als ihr Bruder an Leukämie erkrankt und ihrer beider Mutter es nicht schafft sich um Sven zu kümmern, nutzt sie die Gelegenheit um sich um ihren Bruder zu kümmern. Um eine schnellere Genesung herbeizuführen holt sie ihn in die Schweiz und bereitet ihn für den Wiedereinstig ins Theater vor. Als der Intendant David (Thomas Ostermeier), Svens Ansinnen wieder auf der Bühne zu spielen eine Absage erteilt, verschließt sich Sven weiteren Behandlungen. Um in ihm wieder den Lebensmut zu wecken, beginnt Lisa für ihren Bruder ein Theaterstück, eine moderne Adaption von „Hänsel und Gretel“, zu schreiben. Mehr und Mehr löst sich ihre Schreibblockade auf und sie versucht nun David davon zu überzeugen, dieses mit Sven zu besetzen. Dafür verlässt Lisa ihren Mann und fährt mit Sven und den Kindern nach Berlin.

Schwesterlein, ist sowohl ein tiefgründiges Psychogramm einer Schwester- Bruder-Beziehung als auch ein interessanter Einblick in die Berliner Theaterszene.

Das ist leider das Problem dieses Films.

Die beiden Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond, die schon in mehreren Filmen, wie z.B. „Das kleine Zimmer“ (2010), zusammen gearbeitet haben, lenken mit dem einen Thema vom anderen ab. Nina Hoss wirkt in ihrer Rolle unterfordert. Auch wenn man die psychischen Abhängigkeiten ihres Charakters von ihrem „Bruder“ erahnen kann (als sie anfängt für ihren Bruder zu scheiben löst sich ihre Schreibblockade), so sind die anderen Folgen daraus (sie verlässt mit ihren Kindern den Mann) doch am Ende nur spärlich herausgearbeitet. Hier wird das Talent von Frau Hoss verschwendet bzw. von den beiden Regisseurinnen (absichtlich?) „Limitier“. Der Charakter der „Lisa“ verliert sich im „dahinplätschernden Einerlei“ dieser Geschichte und hinterlässt beim Zuschauer einen mediokren Eindruck. Zum „Glück“ kommen wenigstens die Lars Eidinger-Fans auf ihre Kosten. Zwar ist sein Charakter auch inkonsequent und schwach“ angelegt. Es macht aber Spaß den, nach meiner Meinung nach, zurzeit besten Deutschen Schauspieler, zuzuschauen. Vor allem weil er sich in der Rolle des „Sven“ zum großen Teil selber spielt. Genauso wie sein „Alter Ego“ Sven hat Lars Eidinger 327 mal den „Hamlet“ unter dem Theaterregisseur Thomas Ostermeier („David“) gespielt und ist ein erfolgreicher Theaterschauspieler. Lars Eidinger in diesem Film spielen zu sehen macht einfach Freude und man ist beeindruckt von seinem beinahe geniehaften Schauspiel. Man könnte meinen, dass die Regisseurinnen ihm viel Freiraum für die Darstellung seines Charakters gelassen haben, was er in jeder Szene auch zu nutzen schein. Am Ende aber ist es für ein Psychogramm über eine „Schwester-Bruder-Abhängigkeit“ doch etwas wenig und daher ist dieser Film eher „Zwiespältig“ zu sehen! LARS EIDINGER TOP! FILM FLOP!

jens oliver marcks

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