FOTOS MIT HERZ

„Berlin ist sexy“ sagte der damalige Bürgermeister von Berlin und damit hatte er natürlich Recht. Wenn man jetzt aber durch die Hauptstadt läuft, dann ist es nicht selbstverständlich, dass man auch die sexy Stellen sieht. Woraus das resultiert? Man muss das Auge haben, um die sexy Stellen auch zu erkennen, denn eigentlich liegen sie in jeder Ecke.

Hatje Cantz hat eine bemerkenswerte Berlin Serie auf den Markt gebracht. BERLIN STORIES, in Bildern und mit dem Herzen fotografiert und somit durchweg sexy.

 

Ama Split und Riky Kiwy führen in „The Berlin Ringbahn“ durch den ersten Band. Wer die Strecke kennt, der wird viele Orte erkennen, die selbstverständlich für die Ringbahnfahrt sind und doch ist es ein Wechselbad zwischen bekannt und unbekannt. Rasant wie die Fahrt selbst und alles ohne Fahrschein.

In Band 2 „Vagabondage diary“ führt Ed Broner durch das düstere Berlin im Rausch, nüchtern und voller Erwartungen. Schwarz/weiß gehalten zieht Broner bereits mit dem ersten Bild in den Untergrund und lässt den Betrachter schnell allein. Selbst der schnelle Blow job fehlt nicht und ist genauso passend, wie Flughafen Tegel in düsterer, fast apokalyptischer Stimmung.

Ralph Mecke zeichnet für Band 3 „Naked jungle“. Es ist das wilde Partyleben Berlins, gepaart mit außergewöhnlichen Bildern, die Herz und Seele des Nachtlebens offenbaren.

Ein für sich völlig eigenständiges Berlin steht die Kneipenszene. Traditionsbewusst, einfach und doch so wichtig, denn es ist für viele Berliner die Familie. Annette Hauschild macht das zum Thema in Band 4 „Last days of disco“. So dicht an den Menschen, zeichnen ihre Bilder nicht nur das Leben in den Kneipen, sondern auch davor und somit thematisiert auf das was die Menschen bewegt.

Ein fast schon perfekter Touristenführer ist Band 5 von Michael Schulz „berlinstagram“. Berlins Stillleben und nebenbei eine sexy Breitseite gegen das Establishment. Gerade in diesem Band spürt man wie wirksam kleine Fotos sein können und wie sehr sie auch ans Herz gehen können.    

Band 6 „Walking the dog“ rundet die Serie gelungen ab. Die größte Liebe des Berliners ist der Hund und ebenso sind viele Berliner doch selbst der Hund auf der ewigen Suche nach seinem Schicksal in den zahlreichen Straßen der Hauptstadt. Jason McGlade ist verantwortlich für diesen Band und zieht in den Bann der pulsierenden Stadt Berlin.

Auch wenn die Fotobände alle für sich alleine stehen und begeistern können, so sind sie als Serie gesehen für mich der beste Fotoband, der von Berlin jemals gemacht wurde. BERLIN STORIES sind alles außer langweilig und selbst nach dem x-ten Mal durchblättern, entdeckt man immer wieder neue Details.

 

https://www.hatjecantz.de/

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