HINTERLAND

HINTERLAND

SQUARE ONE ENTERTAINMENT

KINOSTART07.10.2021

 

Wien Anfang der 1920er Jahre der Oberleutnant und ehemalige Kriminalbeamte Peter Perg (Murathan Muslu) kehrt mit dem kläglichen Rest seiner Einheit in ein für ihn fremdes Wien zurück. Alles für das er und seine Kameraden gekämpft haben existiert nun nicht mehr und Ruhm können sie auch nicht erwarten von einer Gesellschaft die sich im Aufbruch befindet und von dem verlorenen Krieg nichts wissen möchte. So werden sie ohne eine soziale Absicherung einfach entlassen, als Auswurf des Krieges.

Während Perg sich in seine, von der Frau und ihrem gemeinsamen Kind, verlassene Wohnung gehen kann, landen seine Kameraden abseits im Armenhaus.

Doch der Schrecken des Krieges lässt ihn nicht los. Kurz nach der Rückkehr beginnt eine abscheuliche Mordreihe unter seinen ehemaligen Kameraden.  Für den jungen Kommissar Paul Severin (Max von der Groeben) wird er zum Hauptverdächtigen. Doch sein ehemaliger untergebener und Freund und heutige Polizerat Victor Renner (Marc Limpach) glaubt an seine Unschuld und in der Gerichtsmedizinerin Dr. Theresa Körner (Liv Lisa Fries) findet er eine Verbündete mit der er die die abscheulichen Verbrechen versucht aufzudecken.

 

„Hinterland“ ist ein abgründiger Krimi, der in seiner Brutalität und Abscheulichkeit der Nachkriegsgesellschaft den Spiegel vorhält und den Aufstieg des kommenden Faschismus vorwegnimmt.

Dabei setzt der Regisseur und Drehbuchschreiber Stefan Ruzowitzky nicht nur auf subtile Gewalt, sondern verfremdet das Nachkriegs Wien durch surreale Special Effekte. Alles in diesem Wien der 1920er Jahre ist schief und krumm. Man fühlt sich in das Setting der Graphic Novel von „Sin City  (2005)“, „Das Kabinett des Dr. Caligari (1920)“  oder den surrealen Entwürfen eines Salvadore Dalis aus „Spellbound (1945)“ erinnert. Die Stadt scheint unentwegt zu pulsieren, nur in ruhigen Momenten scheint man „festen Boden“ unter den Füßen zu haben.  Dazu die schummrige Dunkelheit und der Schmutz der Vergangenheit. Das ziellose Umherirren der Nachkriegsverlier im Kontrast mit den neureichen Gewinnern. Dazu der wabernde Klangteppich von Kyan Bayani runden diesen großartigen Thriller ab.

Murathan Muslu der den ehemaligen Kriminalbeamten Peter Perg spielt, zeigt hier sein wahres Können. Er stellt diesen ewig getriebenen Charakter seiner Rolle unübertrefflich da. Als Kontrapunkt Liv Lisa Fries (Babylon Berlin), die als potenten Frau versucht dieser verirrten Seele Halt zu geben.

Alles in Allem ein großartig-atmosphärischer und visueller Thriller, der einem unter die Haut geht.

UNBEDINGT IM KINO SEHEN!

jens oliver marcks

 

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