FEINSCHMECKER

AUF EINE ZIGARRE MIT PETER KNORN

 

Sein Tag müsste 48 Stunden haben, denn sonst würde Peter Knorn, Jahrgang 1956, seine zahlreichen Tätigkeiten gar nicht unter einen Hut kriegen. Er ist Musiker seit 1973, Manager so bekannter Künstler  wie UFO und MICHAEL SCHENKER und seit 2016 auch noch Autor. Gerade ist sein neustes Buch „Fargo Peterchens Mondfahrt“ im Steamhammer Verlag erschienen. Ein Buch aus seinem Leben, voller Anekdoten und Geschichten aus seinem aufregenden Leben.

Zusammen mit einer Buena Vista Araperique gaben wir uns dem Small Talk hin, der Interessantes aus Peters Leben zu tage brachte.

 

GENUSS TO GO: Du bist Musiker und Autor, hast als Manager für bekannte Musiker gearbeitet, habe ich etwas vergessen?

So Vieles und doch eigentlich nichts, was heute noch von Belang wäre.

 

GENUSS TO GO: Wann hattest Du zum letzten Mal Freizeit?

Die nehme ich mir, wie es kommt. Am arbeitsintensivsten ist die Zeit vor einer Tournee. Und das geht ja gerade nicht (Corona).

 

GENUSS TO GO: Macht die Kombination dieser spannenden Berufe das Besondere aus?

Auf jeden Fall. Irgendwie hat da ja immer das eine mit dem anderem zu tun.

 

GENUSS TO GO: Viele Leute verbinden Dich ja eng mit der hannoveranischen Szene in den 70ern, sowie in den 80ern, eigentlich bis heute. Könnte man Dich schon als Ikone bezeichnen?

Nein, auf gar keinen Fall bin ich auch nur ansatzweise eine Ikone.

 

GENUSS TO GO: Wie bist Du eigentlich zur Musik gekommen?

Es war die Zeit meiner Pubertät. Ich wollte unbedingt etwas darstellen. Und als ich als 14-Jähriger das Video vom legendären Woodstock-Festival gesehen hatte, war mir klar, das ist meine Welt. Der erste Schritt war einfach: lange Haare wachsen lassen … Ein Instrument zu spielen, erschien mir erstmal als Zeitverschwendung, also habe ich mir ein Mikrofon besorgt und mich als Sänger ausgegeben und eine Band gegründet. Und von da an gab es kein Zurück mehr.

 

GENUSS TO GO:  Was war eigentlich Dein erstes Konzert welches Du besucht hast?

Altstadtfest Hannover 1972. Jede Mange Bands umsonst. Ansonsten war mein erstes „richtiges“ Konzert, zu dem ich gezielt gegangen bin, Jane (geilster Krautrock aus Hannover). Und dann habe ich mir Wishbone Ash reingezogen.

 

GENUSS TO:  Ich weiß Du kannst darüber Bücher schreiben, aber welches Ereignis in Deinem Leben würdest Du für Dich als ganz Besonders bezeichnen?

Das war die Geburt meines Sohnes Leon.

 

GENUSS TO GO: Wir rauchen gerade eine Buena Vista Araperique. Wie ist der Rauchgenuss für Dich?

Dezent und unaufdringlich.

 

GENUSS TO GO:  Ist es deine erste Buena Vista?

Das weiß ich offen gestanden gar nicht mehr. Das Rauchen einer Zigarre bedeutet für mich Entspannung, da ist sie Teil einer kleinen Meditation. Solange ihr Geschmack nicht aufdringlich, zu intensiv ist, ist mir die Marke nahezu egal. Aber diese hier ist schön „neutral“.

 

GENUSS TO GO:  Was war überhaupt Deine erste Zigarre?

Habe schon als Kind die Banderolen/Bauchbinden gesammelt und in ein Heftchen geklebt. Wann genau ich meine erste Zigarre geraucht habe, weiß ich nicht mehr. Tippe aber mal auf London im September 1982, als Fargo im Marquee Club aufgetreten ist.

 

GENUSS TO GO:  Entspannst Du gerne mit einer Zigarre?

Nur, wenn die Voraussetzung gegeben ist, wenn ich nicht viel reden muss, zum Beispiel zurücklehnen, zuhören, genießen. Aber auch beim Korrekturlesen, wo man „nur noch eintauchen“ muss.

 

GENUSS TO GO:  Auf der Bühne raucht sich eine Zigarre sicher schlecht?

Nee, eher nicht …

 

GENUSS TO GO: Bei der Arbeit an einem Buch ist eine Zigarre sicher besser.

Vollkommen korrekt.

 

GENUSS TO GO:  Kombinierst Du gerne Zigarren mit einem guten Drink?

Früher habe ich das Kopfende gern mal leicht in Whiskey getaucht, aber da ich keinen Whiskey mehr trinke, geht das auch bestens ohne.

 

GENUSS TO GO:  Auf Deinem neusten Buchcover sieht man Dich mit Bassgitarre und Zigarre. Haben Zigarren eine bestimmte Bedeutung in Deinem Leben?

Ganz sicher betrachte ich eine Zigarre nicht als Statussymbol – auch wenn es beim Foto auf dem Buchcover vielleicht so rüberkommt. Eine Zigarre beruhigt mich in bestimmten Situationen. Als Zigarettenraucher – der ich auch bin – ist es schon eine Herausforderung, nicht öfter als ein- zweimal daran zu ziehen, und vor allem, nicht zu inhalieren. Das hilft mir dann besonders, wenn ich mich konzentrieren muss – also wenn ich am Schreibtisch sitze und diese lästigen Verträge über Lizenzwiederverwertungsrechte durcharbeite. Das Foto auf dem Buchcover entstand nach den Aufnahmen zu einem Fargo-Video. Nach stundenlangen Vorbereitungen und Dreharbeiten habe ich mich im Studio zurückgezogen und erstmal eine Zigarre angesteckt, die Beine hochgelegt und an die Decke geglotzt. Nun sind Zimmerdecken ja nicht besonders spannend, aber sie sind meist schön neutral, weiß. Dabei kann man herrlich entspannen. Bis dann ein Fotograf reinplatzte und ein Foto machte. Allerdings ohne Zimmerdecke …

 

GENUSS TO GO: Das Buch ist ja beeindruckend. Ein Leben wie eine wilde Achterbahnfahrt. Wie würdest Du Dein Leben bis jetzt beschreiben?

Als Übergangslos. Und oft im Leben hatte ich Glück, da empfiehlt es sich, etwas devot gegenüber dem Leben zu sein.

 

GENUSS TO GO:  Muss man für ein solches Leben und die damit verbundenen Arbeiten geboren sein?

Das kann ich abschließend nicht beurteilen. Musik war schon immer meine Welt. So nach und nach haben mich auch Dinge interessiert, die über das reine Bassspielen hinausgehen. Zunächst technischer Krams, dann Organisatorisches und letztlich auch der Managementbereich. Muss wohl im Blut und am Umfeld liegen.

 

GENUSS TO GO: Deine Band FARGO gehört ja zu den ältesten aktiven Bands in Deutschland.

Ja, sehr viele Bands mit so einem Haltbarkeitsdatum gibt es in Deutschland nicht.

 

GENUSS TO GO: Hättest Du im Nachhinein etwas anders gemacht, um vielleicht noch erfolgreicher zu sein?

Auf gar keinen Fall. Ich bin zufrieden.

 

GENUSS TO GO: „Fargo Peterchens Mondfahrt“ ist ja bereits Dein zweites Buch. Wie bist Du überhaupt dazu gekommen ein Buch zu schreiben?

Es war ein eher trauriger Anlass: mein über alles geliebter Hund „Trafo“ war gestorben. Da habe ich viel geweint. Es hat mich sehr belastet. Und so habe ich begonnen, mich „freizuschreiben“ – bin also Stück für Stück in meine Vergangenheit eingetaucht und habe alles um mich herum ausgeblendet. Bei meinem zweiten Buch war der Auslöser eine Steuerfahndung, die aber wieder eingestellt wurde, weil ein  Irrtum vorlag. Das ging aber alles in allem nicht in ein paar Tagen vonstatten. Und somit habe ich diese wirklich unangenehme Zeit damit verbracht, ein zweites Buch anzufangen.

 

GENUSS TO GO: Was liest Du selbst gern?

Alles, was einen geschichtlichen Hintergrund hat. Bevorzugt ab der Römerzeit bis Ende des 19. Jahrhunderts.

 

GENUSS TO GO: Hast Du mit dem ersten Buch eine Lesereise gemacht?

Nein. Zwar hatte ich etliche Angebote, aber ich glaube, dass ich kein guter Vorleser bin. Geschichtenerzähler wäre da schon etwas anderes. Kleiner Rahmen, Bier und so … Wenn dann die anderen was zu erzählen haben, geht – Überraschung! – natürlich auch eine Zigarre.

 

GENUSS TO GO: Diesmal ist das neue FARGO Album parallel zum zweiten Buch erschienen. Bleibt da nichts auf der Strecke?

Im Gegenteil. Beides ist doch Kunst. Und dafür lebe ich. Mein Sohn ist erwachsen, einen Garten, den man in Schuss halten oder einen  Oldtimer, den es herzurichten gilt, habe ich nicht, und Urlaubsbedürfnisse hatte ich nie. Wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich einen schönen Baum, der versteht mich.

 

GENUSS TO GO:  Bist Du mit dem Kopf schon bei einem dritten Buch-Band?

Gar nicht bis sehr wenig. Ab und an mache ich mir ein paar Notizen, aber da hänge ich mich noch nicht rein.

 

GENUSS TO GO: Langsam kommen wir zum Ende der Zigarre. Wie war der Tabakgenuss für Dich?

Entspannend. Hatte eine zweite gestern bei einem Freund nach dem Grillen. Dabei haben wir uns alte Songs im neuen Gewand seiner Band Madison Dyke angehört. Das war eine herrliche Zeitreise – mit einer Buena Vista …

 

GENUSS TO GO: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg

Besten Dank.

 

 

Mehr über Peter Knorn:

http://shop.steamhammer.de/artists/peter-knorn

Mehr über die Buena Vista Araperique:

https://www.cigarworld.de/zigarren/dominikanische-republik/buena-vista-araperique-90013481

c-exclusive for Genuss to go

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