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Curveball – Wir machen die Wahrheit

Filmwelt

Kinostart: 19 November 2020

Der BND-Experte für Biowaffen und den Irak Andt Wolf (Sebastian Blomberg, „Zeit der Kannibalen“,2014) ist 1999 unbeirrt davon überzeugt, dass das Regime von Saddam Hussein im Irak, trotz Versicherungen, immer noch Biowaffen wie den Anthrax-Virus und Botulin herstellt. Umso enttäuschter ist er, als er unverrichteter Dinge von einer Biowaffen-Suche aus dem Irak abberufen wird. Als er aber kurz darauf von seinem BND-Vorgesetzten Schatz (Thorsten Merten) den Auftrag erhält einen vermeintlichen ehemaligen Biowaffeningenieur Saddams Husseins, Rafid Alwan (Dar Salim), über dessen Arbeit im Irak zu interviewen, hofft er für seine Thesen, der immer noch staatfindenden Biowaffenproduktion, Bestätigung zu finden. Rafid Alwan, enttäuscht ihn nicht. Gegen das Versprechen, die Deutsche Staatsbürgerschafft zu bekommen, erzählt er Wolf, dass Saddam Hussein, Lastwagen konstruiert hätte, die als fahrende Biowaffenlabore genutzt werden, um den internationalen Kontrollen zu entkommen. Während der BND diese vermeintliche Entdeckung feiert und die Ergebnisse an den MI6, die C.I.A. und andere westliche Geheimnisse weitergibt, muss Rafid Alwan nach kurzer Zeit eingestehen, dass er alles nur erfunden hat, um die deutsche Staatsangehörigkeit zu bekommen. Um den Schaden einzudämmen, wird Arndt Wolf als Bauernopfer aus dem Dienst des BND entlassen. Als es 2001 zum Anschlag auf die Twin Towers in New York und den Krieg gegen Afghanistan kommt, suchen die Amerikaner verzweifelt nach einen Grund den Irak zu überfallen. Die Amerikaner erinnern sich an die Geschichte von Rafid Alwan. Unter dem Decknamen „Curveball“ versuchen sie nun, dass er seine Lügen wiederholt, damit die USA und die NATO, Iran den Krieg erklären können. Wolf versucht nun seinerseits, dies zu verhindern und Rafid Alwan für sich zu gewinnen um einen Krieg zu verhindern.

Wie schon bei „Zeit der Kannibalen (2014)“ nimmt sich der Regisseur Johannes Naber mit „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ eines Gesellschaftskritischen Themas an. Ging es aber bei „Zeit der Kannibalen (2014)“ um fiktive deutsche Unternehmensberater während eines Umsturzes in einer afrikanischen Diktatur, so hat er mit seinem neuen Film „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ eine wahre Geschichte aufgearbeitet, die bis heute die Geschicke der Weltpolitik in Nahost prägt und dem bis heute Millionen von Menschen (allein 600.000 im Irak) zum Opfer gefallen sind. Diese bitterböse Satire um einer der größten Manipulationen der „Wahrheit“ in der jüngeren politischen Zeit, lässt den Zuschauer schockiert zurück. Die Abstrusen Geschehnisse die Johannes Naber getreu nachstellt, erzeugen teilweise eine bitterböse Komik, bei dem, dem Betrachter das Lachen im Halse stecken bleibt. Schockiert muss man begreifen, wie die Geheimdienste eines jeden Landes, die Fakten und die Wahrheit selber „machen“ und die Weltgemeinschaft, so geschehen am 05.02.2003 durch den US-Außenminister Collin Powell bei den Vereinten Nationen in New York, anlügen um Kriege zu rechtfertigen. Sebastian Blomberg, der schon in dem Film „Zeit der Kannibalen“ eine herausragende Leistung gezeigt hat , kann auch hier erneut unter der Regie von Johannes Naber brillieren. Die Verkörperung des BND-Biowaffenexperten Arndt Wolf, der erst einem Phantom nachjagt um sich zu bestätigen und letztlich sein Irrtum einsieht und versucht das schlimmste zu verhindern, setzt er Glaubhaft um. Großartig auch Dar Salim („Lommbock“ 2017) als Rafid Alwan aka „Curveball“. Ein Film der unter die Haut geht und Zweifel an dem moralischen Werten und Parteien der westlichen Demokratien sät.

SEHENSWERT!

jens oliver marcks

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