GUTE UNTERHALTUNG

BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL (Warner Bros)

KINOSTART: 02.09.2021

Der verwöhnte Felix Krull (Jannis Niewöhner) wächst als Sohn eines mäßig wohlhabenden Schaumweinherstellers auf. Schon früh in seiner Jugend entfaltet sich das Talent, in andere Rollen zu schlüpfen. Doch leider hat sein Vater kein Glück mit finanziellen Dingen und begeht am Ende, um den Schuldnern zu entfliehen, Selbstmord. Da alles verloren ist, muss er und seine Mutter in das Armenviertel von Wien ziehen. Dort erfährt er zum ersten Mal, wie wichtig es ist Reich zu sein. Er lernt dort die Prostituierte Zaza (Liv Lisa Fries) kennen und lieben. Doch eines den beiden klar, würden sie heiraten, würden sie immer in Armut leben, was beide nicht wollen. Mit Hilfe seiner „Darstellungskünste“ schafft er sich dem Militärdienst zu entziehen, um kurz darauf in Paris eine Anstellung in einem Nobelhotel zu bekommen. Doch aller Anfang ist schwer, nicht nur das er von dem Oberkellner Stanko (Nicholas Ofczarek) kujoniert und ausgenommen wird, nein er wird auch von diesem angehalten mit „unbefriedigten“, weiblichen Hotelgästen „zu nächtigen“ und ihm von seiner Belohnung einen immensen Teil abzugeben. Doch auch Zaza zieht es nach Paris, nicht nur wegen Felix aber auch um reiche Bekanntschaften zu machen. So fädelt Felix eine Liaison mit dem reichen Marquis Louis de Venosta (David Kross) ein, der Zaza sofort verfällt. Da dessen Vater aber diese Liaison nicht gutheißt und ihn enterben möchte, fädeln Felix Krull und Zaza ein Komplett ein, der ihnen beiden, leider getrennt, Reichtum bringen soll.

2021 scheint das Jahr der Romanverfilmungen deutscher Literatur zu werden. Neben „Fabian“ von Erich Kästner und „Schachnovelle“(ab Ende September im Kino) von Stefan Zweig, kommt eine weitere Adaption des Romans „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1922)“ von Thomas Mann in die Kinos.

Der Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1922)“ von Thomas Mann ist, wenn auch unvollendet, ein Jahrhundertwerk der deutschen Literatur. Thomas Manns‘ Intention war es, heute genauso aktuell wie damals, die Ungleichheit einer Gesellschaft anzuprangern, in der die Schere von Arm und Reich mehr und mehr auseinander zu gehen scheint, und die Herkunft und die finanzielle Lage eines Menschen entscheidet, wer oder was er ist und werden wird. Diese fiktiv-schelmische Autobiographie wurde von Thomas Mann nie vollendet und es existiert, obgleich noch etliche Notizen für weitere Abenteuer von „Felix Krull vorhanden“ von Thomas Mann vorhanden sind, in Buchform nur ein Band.

Der Regisseur und Drehbuchscheiber Detlev Buck nimmt sich dieses Buches an und macht daraus, nicht eine schwere Deutschstunde“, sondern einen leichten und unterhaltsamen Film. Auch wenn er hier und da einige Kunstgriffe verwendet um die Handlung aufzulockern und unterhaltsam zu machen, behält er sich vor, die Sozialkritik, die heute wieder aktuell ist durchaus aufzuzeigen.

Die traurig-unerfüllte Liebe Felix Krulls zu Zazie, die der Zweckmäßigkeit geopfert wird nach Reichtum zu streben, bringen die beiden Schauspieler Jannis Niewöhner und Liv Lisa Fries schelmisch-schön auf die Leinwand. David Kross (Marquis Louis de Venosta) verleiht seinem Charakter, als verwöhnt-unbedarftes Söhnchen eines Adligen, Tiefe und komplettiert dieses Trio. Herausragend gespielt auch die Rolle des bösen Oberkellner Stanko (Nicholas Ofczarek). Diabolisch-gemein und muss sich doch am Ende dem Felix Krull geschlagen geben.

Detlev Buck hat aus diesem Jahrhundertroman ein leichten, sehr unterhaltsamen Film gemacht, den man nicht als Romanbesprechung heranziehen sollte, der aber Charme versprüht und sehr gut unterhält. Auch dürfen wir uns auf einen Cameo-Auftritt von Detlev Buck freuen.

 

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