JUBILÄUM

Im September 2021 feiert die Deutsche Oper Berlin den 60. Jahrestag der Wiedereröffnung im Neubau Fritz Bornemanns. Nachdem das 1912 erbaute Opernhaus im Krieg fast vollständig zerstört wurde, war es ein richtungsweisendes städtebauliches Statement, sich für den Entwurf Bornemanns zu entscheiden. Anknüpfend an die „Bürgeroper“-Tradition des Vorgängerbaus ließ der Architekt hier seine Idee der Bedeutung von Kunst für die Gesellschaft Gestalt werden: So wie die markante Waschbeton-Fassade sich jeglichem Repräsentationspomp verweigert, bietet der Zuschauerraum einen gleichberechtigten Zugang zum Kunsterlebnis, während die luftigen Foyers ein Ort des geistigen Austausches, aber auch der Festlichkeit sind. Diese Qualitäten schätzen bis heute gleichermaßen Künstlerinnen und Künstler wie Gäste des Hauses.

Grund genug, das Jubiläum mit einer Ausstellung der Bildhauerin Ina Weber zu feiern, die am 18. September um 19 Uhr ihre Vernissage feiert. Unter dem Titel Caretaker’s Lounge widmet sich die Künstlerin den meist unsichtbaren Beschützern und Pflegern von Gebäuden, den Hausmeistern. Im Zentrum von Ina Webers Arbeit, die seit 2016 als Professorin für Bildhauerei an der Universität der Künste in Berlin lehrt, stehen die Stadt und ihre architektonischen Formen sowie die Umbewertungen und Umnutzungen, die sie erfahren. Dr. Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie, wird die Laudatio halten. Zur Vernissage laden wir Sie sehr herzlich ein!

Begleitend setzen sich Fachleute in Vorträgen und Gesprächsrunden mit der Bedeutung des Baus zu seiner Entstehungszeit, aber auch mit der Veränderung der „Bauaufgabe Theater/Opernhaus“ bis heute auseinander. Den Anfang macht am 21. September um 19 Uhr der Publizist Nikolaus Bernau, der sich mit Fritz Bornemann als Architekt des bürgerlichen Kulturlebens auseinandersetzt.

Am Jubiläumstag, dem 24. September um 18 Uhr, diskutieren die Architektin des Opernhauses Oslo, Jette Hopp, Architekt David Chipperfield, die vormalige Präsidentin der Architektenkammer Christine Edmaier, Landeskonservator Christoph Rauhut und Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie an der Uni Kassel, über den Spagat zwischen dem Kunstanspruch der Architektur und den zweckorientierten Anforderungen, den Museums- und Theaterbauten zu leisten haben.

Am 5. Oktober um 19 Uhr setzen wir das Programm zum Hausjubiläum fort mit einem Vortrag von Architekturhistoriker Dr. Frank Schmitz, der sich unter dem Motto „Wer sitzt wo in der Oper?“ mit Theaterbau und gesellschaftlicher Repräsentation in der Nachkriegszeit beschäftigt.

Den Blick nach vorn sucht die Abschlussdiskussion am 11. Oktober um 19 Uhr, wenn sich Regisseur und Intendant Benedikt von Peter zusammen mit der Komponistin Sarah Nemtzov u. a. Gedanken zur Zukunftsoper macht. Denn die Welt des 21. Jahrhunderts ist digital und analog, simultan und dezentral. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Räume, in denen künftig Oper stattfinden soll?

Und natürlich kann dieses Jubiläum nicht ohne ein Konzert gefeiert werden: Am 28. September um 19 Uhr bringen Musikerinnen und Musiker des Orchesters mit Werken von Hans-Werner Henze, Benjamin Britten und Michael Tippett den Klang des Jahres 1961 zu Gehör.

Ausstellung und Programmgestaltung wurden in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Berlin entwickelt, dessen Vorsitzender Fritz Bornemann 16 Jahre lang war.

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